Goesch, Heinrich

geboren
1880-07-02, Rostock
gestorben
1931-02-16, Konstanz
Kurzbiographie
Heinrich Goesch (2. Juli 1880 – 16. Februar 1930) war ein vielseitig begabter Gelehrter mit Schwerpunkten in Jura, Baukunst und kulturellem Denken. Nach zügiger schulischer Ausbildung erlangte er Doktorgrade in beiden Rechtswissenschaft und Geschichtsphilosophie, orientierte sich aber später dem künstlerischen Schaffen zu. Ab 1909 lehrte er Kunstgeschichte in Dresden. Zusammen mit seinem Bruder verfolgte er Forschungen zur Ästhetik und Utopien räumlicher Gestaltung. Eine psychoanalytische Behandlung verstärkte sein theoretisches Engagement mit unbewussten Prozessen. Von 1909 an besuchte er regelmäßig die Künstlersiedlung Ascona und erwarb dort Grundbesitz. Seiner anfänglichen Faszination für anthroposophische Strömungen folgte eine kritische Abkehr. In der Nachkriegszeit befasste er sich mit ökonomischen Systemen und verfasste zu diesem Zweck einen fortlaufenden fiktiven Text. Gegen Ende seines Lebens übernahm er eine Lehrposition im Baubereich und begann eine Liebesbeziehung mit Hannah Tillich, der Ehefrau des Theologen Paul Tillich. Er verstarb 1930 in einer beruflichen Tätigkeit im Filmgeschäft.
Normdaten
https://d-nb.info/gnd/140468420

Erwähnungen