Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 5. Februar 1935

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Der editierte Text

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Cambridge Mass. (Details anzeigen) Lowell House H21
5. Februar 1935

Lieber Herr Tillich (Details anzeigen),

Es sind noch viele einfach sprachliche Missverständnisse zwischen uns und ich bitte Sie, sich die Mühe nicht verdriessen zu lassen, einfach zunächst festzustellen, wo wir uns verstehen und wo absolut nicht. In Sachen Universität sind wir deskriptiv einig, auch in Sachen Sta{|:mm.:|} Ich darf noch– auch deskriptiv hinzufügen[,] dass der Kleinbürger als Klasse prophetisches Wissen innerhalb seines Horizontbereiches nur im Zungenreden einzelner – Hitler (Details anzeigen) – vorzufinden braucht. Die grossartige Institution eines solchen |::|vererblichen prophetischen Wissensamtes ist die komplexe Frucht einer Grossmacht– auseinandersetzung, nämlich von Staat und Kirche. Beides|:, Staat wie Kirche:| weil objektiver, Geist ist |:als Reproduktions(institutioneller) Körper hausen:| jenseits des auf Verkauf über den Ladentisch eingestellten Mittelständlers und Handwerkers und Kleinbauern.|:„{Tauf} steiler Höh.“:|1

(|:Für den kleinen Mann ist:| Hitler (Details anzeigen)ist zurzeit die deutsche Universität. Und sachlich kann das „niederdeutsche“ oder „niedergedeutschte“ dritte Reich sehr wohl fünfzehn Jahre von den Vorräten leben, die sich vorfinden. Das Zerstören der geistigen Reproduktionsorgane wird erst dann fühlbar werden. Die Professoren waren 1920 genau so dumm wie jetzt, dumm im tiefen Sinne der Instinktlosigkeit. Und ich bin ja von dem unrettbaren Untergang des Universitätssystems seit 1919 durchdrungen, habe auch dieses Glaubens gelebt und es nur mit dem Si fractus illabatur orbis2 ––– halten wollen, weil {man oben manchmal mitgestorben sein muss, um mit wieder aufzuerstehen.} |:ich 1923 in der Universität die einzige Überwinterungsstätte:| |:fand. (Die Desperados gingen ins Gefängnis. Aber ich bin Kein Revolutionär.):||

Ich kann die Schlussakte |:im Schicksal der Universität seit 32:| – Korporäle kommandieren Instruktion, wie Sie treffend sagen, – nicht tragisch nehmen, weil die Tragödie eben im Anrollen war. 1866, 1890, 1918 sind die Etappen; 1914 (92 Kulturträger) ist auch eine. Harnack (Details anzeigen) wurde noch 1889 durch Bismarck (Details anzeigen) gegen Kaiserin (Details anzeigen) und Ev. Oberkirchenrat nach Berlin (Details anzeigen) geholt, aber eben von Giessen (Details anzeigen), das heisst von ausserhalb!3 Innerhalb Preussens wäre das selbst Bismarck (Details anzeigen) nicht gelungen. Und da wir nun dank Herrn Frick (Details anzeigen) reine Preussen sind, und die deutsche Natio germanica der Christenheit zu einem blossen wenn auch grossen Einzelstaat geworden ist, so ist die Universität für diesen einzelstaatlichen Körper zu gewichtig und er gibt diese Weltinstitution an die Welt zurück. In der Welt existiert sie natürlich auch keimhaft, aber nicht prinzipiell bisher. Columbia ist ein gutes Beispiel, wieviel sich einmalig durch ehrenvolle Nachahmung erreichen lässt. Aber gleich hier springt ein Unterschied unseres Denkens hervor. Obwohl wir deskriptiv einig gehen, sehe ich doch im Reformations-deutschland eine prinzipielle Lösung, die in Columbia fehlt. Der Unterschied zwischen beiden ist der von mehraltriger– Marxistisch ausgedrückt: reproduzierender–Institution und einaltrigem bloss tatsächlichem „happening“, reinem glücklichen Zufall.

Es wäre wichtig, wenn wir an diesem relativ kleinen Punkte uns verständen. Dazu will ich helfen, indem ich natürlich die Unbeamtetheit des berufenen Sprechers |:(Schopenhauer (Details anzeigen), Marx (Details anzeigen) – aber Marx (Details anzeigen) war mehr Europäer.):| für durchaus möglich halte, nur nicht immer, überall und allein. Ich glaube an Aemter, reproduzierende Institutionen. |:Das ist mein Ausgangspunkt. Doch erleichtert es vielleicht das Verstehn wenn ich hinzufüge::| Ich bin sehr kritisch hinsichtlich der Lebensdauer solcher Institutionen, weil ich den Verdacht habe, dass |:heut:| die Oekonomie universaler, die Bekenntnisse partikularer werden müssen. Ein weltweites Amt der europäischen Christenheit könnte also möglicherweise einfach daran| heut sterben müssen, dass die universalen Aemter: Imperium, Sacerdotium4, Studium, heut alle {¿¿¿} |:ruiniert:| werden, und die Oekumene ausdrücklich für eine Mehrzahl von Rassen Glauben, Religionen, Stämmen sich kraft einer einheitrepräsentierenden Oekonomie konstituieren muss. Pax, aber keine Pax Romana, sondern die Pax der Apokalypse mit ihrem seltsamen tempellosen Lebensbaum „ad sanitatem gentium!“

Dies bringt mich zu einem ersten Missverständnis: Die Geschichte vom Samariter stammt von Soederblom (Details anzeigen); dem sagte ein alter Bauer, dass die Zeit des Priestertums (Rom (Details anzeigen)) und die des Leviten (Wittenberg (Details anzeigen)) nun vorbei sei, und dass nun das des Samariters einbräche. Priestertum ist aber– und da haben Sie mich nicht verstanden,– lebenslängliche Aussonderung aus dem Volke als clerus, Elite, gentleman, das Gebildete oder dergleichen. Jede solche Aussonderung verführt |:das Volk dazu:| – objektiv – den Mitgliedern dazu|:der Elite:| Geist kraft priesterlicher, klerikaler, elitemässiger Aussonderung vom Volke abgenommen zu kriegen |:abgenommen:|. Jede Dummheit von Winston Churchill (Details anzeigen) oder von Max Weber (Details anzeigen) war autoritär, weil jener ein von Churchill (Details anzeigen), und dieser ein deutscher Professor war, und weil beides sakrale Eliten darstellten zu ihrer Zeit. Nach dem Kriege war vom deutschen Professor– wegen des Verschwindens der gesamten übrigen Herrenschicht! – nur noch dieser hohepriesterliche Heiligenschimmer übrig. In richtiger Erkenntnis, dass sie, die Professoren, nun der Rest der herrschenden Klasse par excellence geworden seien, stürzte sich die Leibgarde der Hohenzollern auf die Kriegsschuldlüge, um gleichsam durch das Objekt ihrer Tätigkeit den Mangel an funktionaler Herrschaft wettzumachen. So wurde das Amt des Professors ganz und gar zum Symbol der Zugehörigkeit zur herrschenden Schicht (Alle Romane|:bücher:|, die etwas auf sich hielten, hatten deshalb einen deutschen Professor zu enthalten!), und damit wurde es priesterlich, weil der Logos|:träger:| nun von der |:Seiner:| Aussonderung als Klerus seine Autorisierung erhielt.|

Damit war des Ende des paulinischen Lehramtes da. E|:S:| war schon vorbereitet mit dem|:Gewalltischen:| Erblichwerden des Pfarrerstandes, dieser contradictio in adiecto5 des allgemeinen Priestertums. Aber der dialektische Umschlag von weltweitem Paulus (Details anzeigen) in national petrinisches Priestertum war erst mit dem sichtbaren Sturz der Fürstenklasse vollendet. |:Da erst spielte der Professor den Fürsten !:| Und so ist es die Tragik gerade der bewussten Streiter für die Universität, dass sie alle unter diesen |:priesterlichen:| Schein geraten sind. Das habe ich sagen wollen, wenn ich auch Sie selber nicht ausnehmen konnte, ebensowenig wie mich von dieser Verstrickung durch eine soziologische Fatalität. Wir erschienen als Hohepriester als Klerus, als Elite, als herrschende Schicht. Sogar unsere Ferien und die Kolleggelder wurden als Privilegien einer Aristokratie missverstanden! Demgegenüber war und ist es belanglos, was wir auf den Kathedern und in unsern Büchern gesagt haben. Das Wort und die Wahrheit haben eine andere Dignität, wenn sie der Priester spricht oder – ja, wer? Denn der Priester hat eben nicht nur den Laien, das Volk, die Masse sich gegenüber|:,:|sondern|:der Laie. Aber der gegensatz Priester-Laie ist nicht der Einzige Gegensatz. Im Luthertum war denn „sakralen“ Fürstenamt ein vorpriesterliches, nämlich prophetisches Lehramt beigesellt wurden und:| der alte schwedische Bauer hat es ausgeplaudert|:::| Es gibt|:,:||:nach dem Priestertum,:| zwei weitere Möglichkeiten für die Verwaltung des Logos in institutioneller Art. (Charisma, Prophetenamt|:tum:| und all die Weberschen Kategorien sind unproduktiv weil sie unreproduktiv konzipiert sind. Was kommt es denn gross darauf an, ob Deborah (Details anzeigen) einmal singt. Dass es eine ganze Epoche der Richter in Israel (Details anzeigen) gegeben hat, ist das Reproduktions– problem, dass allein Gedankenarbeit, Denken, erfordert. Die einmaligen Geniestreiche der Geschichte sind kein Thema für das Denken, sondern bleiben das was sie eben wirklich sind: Wunder! Die Wunder der Bibel etc. werden ja nicht durch die rationalistische Aufklärung aus der Welt geschafft, sondern durch ihre Reproduzierbarkeit.|

In jedem Augenblicke gibt es einmaliges, erstmaliges Geschehen = Wunder, und reproduziertes, in seiner Geschöpflichkeit vollendetes Geschehen. Hierbei drückt des Wort vollendet besser als reproduzierbar aus, was dieser Lebenstatsache widerfahren ist: Sie ist einmal ganz und gar an ihr Ende gekommen, und daher nun der Wiederholung fähig geworden, denn das Ende einer Sache ist nicht ihr einfacher Tod, sondern der Tod, der in die Wiedergeburt des nämlichen zurückleitet.

Der Levit ist zum Lesenden, Lehrenden und Zeugenden geworden, zu einem Daueramt in der – paulinischen – Neuzeit– kraft des Elements der Forschung. Denn Forschen heisst, die Lehre vergessen können und wieder-erkennen, und eben dadurch vollendet Forschung das Lehramt, weil sie den Kreislauf über Tod und Wiederauferstehung ermöglicht.Wittenberg (Details anzeigen) ohne Bibelübersetzung und Melanchthons (Details anzeigen) griechische Grammatik, Halle (Details anzeigen) ohne die Wiedergeburt der protestantischen Ethik durch das Naturrecht der Thomasius (Details anzeigen) Schule in Halle (Details anzeigen) etc,, Jena (Details anzeigen) ohne die Wissenschaftslehre wären nicht imstande gewesen, vollendete Gefässe der Reproduktion des Levitenamtes zu sein.

Seitdem die Forschung aufgehört hat zu übersetzen oder soweit sie aufhört zu übersetzen, hat sie sich missverstanden, und statt der ewigen Erneuerung des Levitenamtes zu dienen, ist Forschung nun der Totengräber des Levitenamtes. Es hat seine Totengräberfunktion– welche nur die Erneuerung der speziellen zeitlichen Lehrform betraf,–missverstanden als eine Funktion, durch welche Lehre überflüssig werde. Diese Forschung frisst sich und die Universität nun auf. Aus...!|

Nun also scheint es zu heissen : Ablösung vor : Ist die Repräsentation des Samariters in einer Institution nicht unmöglich? Ich beschränke mich auf eine Andeutung des sehr komplizierten, aber eben durch die Apokalypse gedeckten Tatbestandes: Das Wort ist im Samariter nicht etwa nur Incognito im Kierkegaardschen Sinne. Bei K. (Details anzeigen) ist ja der Christ incognito. Das heilsgechichtlich– institutionelle Problem der Reproduktion des Logos hat aber nichts mit der Reproduktion der christlichen Persönlichkeit zu tun. Kirche und Christentum sind und bleiben ewig zweierlei, selbst im johanneischen Zeitalter unbenannter Kirche und unbenannter Christlichkeit. Unbenanntheit beider macht beide noch immer nicht identisch. Eine Stadt |:Auch das Land Jerusalem (Details anzeigen):| ist eine Stadt, auch wenn kein Tempel inmitten steht. Und eine Stadt ist ein Problem von Mehraltrigkeit, und nicht von blosser schlechter Existenz von Endchristen. Kurzum die Stadt auf dem Berge muss auch reproduziert werden. Das kann sie, |:auch:| wenn der Funke des Geistes nicht mehr lebenslänglich (Klerus) oder, nach dem Sesshaftwerden des Talents = Habilitation, für ein Menschenalter erfolgt an eine Person geknüpft wird. – Es ist merkwürdig wie immer übersehen wird, dass ein Priester dem Begriffe nach (Unschuld, Jungfräulichkeit,) und jede Elite |:Kraft:| Geburt, Erziehung, Genie, Anlage etc. ) siebzig Jahre sind was sie sind, der Levit und Berufsträger in der Neuzeit aber nur ein halbes Leben lang, nämlich von seiner Berufung an! Für das johanneische Amt der Samariterlehrer wird nun die Zeitspanne, während der das Wort an einen |:bestimmten:| Träger geknüpft erscheint, noch kürzer. Sie geht unter das halbe Menschenleben der Berufenheit hinunter in den Augenblick. Das habe ich ja in meinen Beitrag für Ihr Kairosjahrbuch (Details anzeigen) in ungewollter Zuspitzung auf Ihre eigene Lehre ausgeführt. Ich spreche| dort davon, dass wir in jedem Augenblick die socii aetatis Jesu 6 zu spielen hätten, mit wechselnden Rollen, niemand wüsste bis zum Ende wer der Judas (Details anzeigen) war, nur sei einer immer sicher der Judas (Details anzeigen), der das Drama eben durch seine Schwäche, Ungeduld oder Glaubenslosigkeit überstürze. Angewandt auf die Lehre bedeutet das ein Allmächtigwerden des Logos in allen Menschen. Durch die Massenbekehrungen zum Sozialismus|:jedes Jahrhunderts (Planung, Kreuzzüge, Bettelmönche, Luther (Details anzeigen), Pietismus, Sozialismus):| ist erneut jedem eine Seite der ewigen Wahrheit |:immer wieder:| zugänglich geworden und damit ist sie ihm|:nun allen:| anvertraut. |:Die Situation des Jahres 30 ist auf den Kopf gestellt! Denn:| Wenn der Logosallenthalben eingedrungen ist, so ist er nun nirgends mehr personnifiziert! Er lebt im Intervall zwischen denen, die uni|:alle:| ihn |:etwas vor ihm:| gehört haben, und nun |:aus:| dem Zwiespalt von Glauben und Nicht–Glauben nur durch den bindenden |:jeweiligem:| Akt zwischen ihnen |:einander:| hinausgelangen können. Die Institution der Una sancta, der faktischen Einheit |:der Welt:| macht den Logos zum Geheimnis einer zwischenpersönlichen Situation. Wenn dies auszuführen wäre, so wäre daraus die schliessliche Erlösung des Judas (Details anzeigen) abzuleiten und aller Insassen der Hölle. Die andern Seelen tragen vorübergehend ihre Last. Dante (Details anzeigen) ging bloss vorüber. Hingegen der barmherzige Samariter trägt den Blutenden auf |:vorübergehend:|. Aber, vergessen wir nicht das Gesetz unter dem dieser Samariter steht: Er muss wieder in das Dunkel zurück, aus dem er kam. Wenn er Rote Kreuz Schwester wird oder Diakonossin oder Sozialfürsorger, so ist das etwas rechtes, aber hat nichts mehr mit dem Amt des Samariters zu tun. Es gehört zu dessen Wesen, dass sich seine Funktion wieder von ihm lösen muss. Ich sage: muss. Dies war und ist der Kerngedanke des Arbeitslagers, und sie können gewiss sein, dass das Arbeitslager eher die Instruktionskorporäle wieder loswird, als die Universität. Aber |:Denn:| die Abschaffung des geistigen Eigentums ist die entscheidende Tatsache im Zeitalter des barmherzigen Samariter des Denkens |:und sie ist bei gemeinsamer Arbeit natürlich.:| Es kommt nicht nur nicht darauf an, wer etwas gesagt hat, sondern es ist sogar eine Beeinträchtigung der göttlichen Wahrheit wenn man dar

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auf achtet, wer etwas sagt. Das habe ich sagen wollen, als ich erwähnte, dass und wie stark ich plagiert worden bin. Es musste so sein, aber es tat trotzdem weh. In einer Welt, die noch immer auf geistiges Eigentum ja, auf 'Ismen, das heisst auf Schulbildung aus ist, war die Vorwegnahme des „vorübergehenden“ Denkens oft lebensgefährlich. Weil ja eben unsere ganze Lebens– und Wirtschaftsordnung auf das Levitenamt des Berufs – viel mehr als auf das Kapital– gebaut ist. Nicht zu beanspruchen, was man doch hatte, war also eine qualvolle Prozedur. Ich halte dies aber für genau so erforderlich, wie die Abschaffung der sozialen Ungerechtigkeit in Geldsachen, – an die ich nur sehr relativ glaube, weil ja die Proletarier alle in Geld denken, also garnicht frei von der Ungerechtigkeit sind. Mit meiner Forderung des Samariterdenkens wird oft verwechselt der Gruppenegoismus (Eine Gruppe hat es gemacht, kein Individuum, Berneuchen (Details anzeigen), Patmos (Details anzeigen) etc.). Ich leugne nicht, dass hier ein Versuch in der Richtung vorliegt, aber eben nur bei sofortiger Auflösung des Kreises oder der Gruppe, nach ges[c]hehener Begegnung.

Wenn nun die Formung des „vorübergehenden“ Raumes der Bezeugung die Aufgabe der Zukunft ist, die den Christen vom Heiden unterscheiden wird –– Der Christ weiss um die Offenbarung |:an alle im Zuge der Heilsgeschichte seit Christi Geburt:| und hat nun als einzige Kraft der Bezeugung die Selbstüberwindung zu begehen und es „nicht als einen Raub zu erachten,“ dass |:vielleicht:| ein anderer |:besser als er selber:| Gott bezeugt !!! –– so ergibt sich meine Scheu, mit einem sozialen Bekenntnis mich Ihnen einfach anzuschliessen. Das Leben Jesu Christi (Details anzeigen) ist – auch das wieder ein Gegensatz zwischen uns– immer der Ausgangspunkt |:für alle mein Denken:| gewesen, niemals seine Lehre|:!:| Im Alter der Kirche finden Sie den IXTHYS8, das heist, das Leben Jesu als die einzige Institution der Kirche, aus der sich alle anderen erneuern. Gerade wegen meiner – nicht intuitiven|:,:| 'B|:b:|itte'; sondern institutionellen, nur am Reproduzieren interessierten Sehweise, hat mich nur die feste Grundlage des wirklichen Lebens und Sterbens des vollkommenen | Menschen vor der Versteinerung und der Anbetung papistischer oder bolschewistischer Machtgötzen bewahren können. Wenn der vollkommene Mensch das Mass jeder Institution ist, |:wenn:| vor allen Dingen auch für ihre Zeitgemässheit im Kairossinne, |:für:| die Erfülltheit der Zeit der Mensch, sein Vorhandensein, einzig entscheidet und niemals eine Idee oder ein Programm[,] so ist Ihr Gegensatz |:":|dialektisch|:":| und |:":|intuitiv|:":| nicht genug, um uns über einanderaufzuklären. Ich empfinde Ihre Methode als griechisch und den Inhalt Ihrer Frohen Botschaft als messianisch– jüdisch. Das eigentlich christliche Element spüre ich nicht darin. Eine Verschweissung jüdischer Eifersucht auf das Endreich der Sozialen Gerechtigkeit und griechischer Klarheit in Bezug auf die Dialektik alles ihm, dem Endreich voraufliegenden genügt meiner Seele keineswegs. Göthe (Details anzeigen), nicht Kierkegaard (Details anzeigen)|:!:| Wenn ich im neunzehnten Jahrhundert wählen müsste, hielte ich Göthe (Details anzeigen) – mit Göthe (Details anzeigen) selber– für den besseren Christen als Kierkegaard (Details anzeigen)– weil, ja weil ebendas Wort Fleisch geworden ist und weil die Frage, Wann der Mensch dies oder das zu sagen, zu tun, zu bekennen, oder zu lassen hat, die eigentliche Glaubensfrage an den Christen ist. Was ich Ihnen, dem Lehrer des Kairos, nicht zu sagen brauche. Dank dem Kairos, ist es Ihnen möglich geworden, im Griechischen Bereich weiterzudenken, weil Kairo dem biographischen Denken im Sinne Jesu (Details anzeigen) eben am nächsten von allen Begriffen kommt. Aber entscheidend ist doch, dass des Wort Fleisch geworden |:ist:|. Jesus (Details anzeigen) hat alles was er getan hat, zur rechten Zeit getan. Und wenn ich das nicht glaubte, würde ich mich für keinen Christen halten können. Kreuz, Wunder, Weglaufen von Hause, Flucht nach Aegypten (Details anzeigen), Petri (Details anzeigen) Quo vadis?9... Christentum ist die Erfüllung der Zeit und deshalb etwas drittes jenseits Judentum und Christ|:Griech:|entum. Philo (Details anzeigen) war kein Christ. Er war bloss Jude + Grieche. |: Jesus spricht weder dialektisch noch intuitiv. Und ich bestreite energisch, dass ich intuitiv schreibe oder dialektisch zu schreiben hätte. Intuition und Dialektik, Poesie und Prosa {starben beide}der Gerechtigkeit der wirklichen und vollen menschlichen Sprache. Das Vertrauen und das:|| |:Apostolicum liegen jenseits von Dialektik oder Intuition. Mit der Überwindung beider Halbheiten (Wie Dialektik, Wie Intuition) fängt das echte Denken überhaupt erst an. Vorher ist es ein schatten haftes Denken, so Gespenstisch wie Rosenzweig es in ersten Teil des Stern beschreibt. Deshalb sind Sie ja dann Theologe! Denn Politik, Arbeit der ganze Tagesdreck muss mit der Sprachkraft des Vaterunser "besprochen" werden. ... Das heisst Glauben!:|

Wenn Jesus nicht mit dreissig Jahren gekreuzigt worden wäre, so würde man noch etwas eher sich einreden können, zu wissen, was man mit 50 in dieser Welt darzustellen hat. Aber so kann man selbst das nicht. Man muss, sogar mit 45, 50, 55, glauben, was sehr anstrengend ist. Und daher verstehen Sie bitte meine Zurückhaltung zu Ihrem Programm. Ich glaube, dass nach einem Jahrhundert des bürgerlichen Mannes und der Orgien der Geistesfreiheit und des geistigen Eigentums der Bürger und Mann von 40 oder 50 Jahren exemplarisch und paradigmatisch ins Leiden gerückt worden ist. Wir alle haben unter der Abschaffung des Bürgers als Jahrhundertgottheit zu leiden, ungeachtet unserer– vielleicht individuellen – Unbürgerlichkeit. Damit, mit dieser Verhaftung an mein Gesamtgenerationenschicksal, fühle ich mich aber persönlich freigesprochen. Es ist genug Leiden über mich als Gattungswesen verhängt. Als Vater meines Sohnes (Details anzeigen), als Bruder meiner Geschwister10, als Sohn meiner Eltern (Details anzeigen) (Details anzeigen), als Professor, kurzum in jeder einzigen meiner Beziehungen zu einer mehraltrigen reproduktiven Funktion, bin ich ins Leiden gestellt. Das genügt. Ich lehne jede weitere, subjektivistisch– jugendliche Neigung und Bereitschaft, darüber hinaus zu leiden, als mir widerwärtig ab. Der junge Mensch in mir war immer leidenswillig. Der Nicht|:,=:| Noch–nicht–in–die–Volksordnung Eingewachsene ficht oder leidet sich in sein Volk hinein. Das alles ist von unserer Generation genommen. Als Gattung, als Jahrgang, als Amtsträger verfolgt, denke ich nicht daran, mich jetzt für die Verwirklichung des Johanneischen Reiches einzusetzen. Dies ist mir eben |:jetzt:|| durchaus unziemlich.|:Während ich fünfzehn Jahre lang von nichts anderem als diesem besessen war.:| Deshalb nur habe ich bei Ihnen und mir einen Stellungswechsel (Theologe und Philosoph) vorausgesetzt, weil ich vermute, dass dies Gefühl für das unziemliche jedes nicht im Gattungsmässigen Begründeten Leidens rein aus meiner individuellen Lage entspringen mag. Ihr Brief las sich doch etwas wie ein Aufruf. Wenn ich demgegenüber alles, was ich über das Lebensalter unserer Generation und über ihre Lage empfinde, an einem Bilde deutlich machen darf, so wäre es dieses. Ich empfinde wie Odysseus (Details anzeigen) im neunten Buche der Odyssee (Details anzeigen), als er nach vielen Schwierigkeiten bei den Phäaken11 endlich, endlich anfangen darf zu reden. Und was sagt der göttliche Dulder? Bietet er ein Programm an? Identifiziert er sich mit den Phäaken, mit den Griechen, mit den Notleidenden, mit den Göttern? Kurz, ist er im Alter der Eschatologie und des Messianismus? Nichts von alledem. Er sagt – und ich glaube, es hat ihn innerlich lächeln gemacht–: „Ich bin Odysseus (Details anzeigen), der Sohn des Laertes (Details anzeigen), der in allen Listen den Menschen gegenwärtig bin und dessen Ruhm den Olymp erreicht.“ Gerade so denke ich müssen wir jetzt im fremden Lande zunächst unsere Identität mit uns selber herauskehren, und darüber kommt die Identifizierung mit der leidenden Menschheit bei mir momentan erheblich zu kurz. Ich könnte für diese Wiederherstellung meiner Ganzheit sogar noch eine ausführliche Begründung liefern, aber ich bezweifle, dass diese mehr als die Rationalisierung meines Instinktes ist: Jetzt um gar keinen Preis individuell Leiden suchen. |:Wer so reden muss wie Odysseus (Details anzeigen) bei den Phäaken, hat genug zu tun, diese Extravertierung innerlich auszubalanzieren. Wollte er gleichzeitig, noch jene durch jedes Leiden wollen aufgenötigte innere Spaltung in sich befördern, so würde er wie ein Geist verblaßen.:||

Ich bin nun weit entfernt, daraus eine Regel für alle, die mit mir nach Amerika (Details anzeigen) gekommen sind, abzuleiten. Ich vermute, dass für die meisten die Situation sich anders darstellt. Aber soweit noch Ein Sinn für die Geschichtlichkeit des Christentumes in uns lebendig ist, kann sie nicht von der rechten Zeit absehen, in uns und in Jesus (Details anzeigen).. Das macht uns zu seinen Brüdern. Und die Zeit hat ein anderes Gesicht für den Mann von 45, den Jüngling von 20, und den Bräutigam von 30. Der Inhalt meiner Lehre wird gewiss nicht so sehr erheblich von der Ihren abweichen. Ich hebe eine soziale, Trinität in einem oikodynamischen System dargestellt, mit der ich Comtismus12 und Marxismus beide zu befrieden und auf eine bloss menschliche Trinität zu beschränken hoffe und Sie werden die Tragweite meiner Anthropologie leicht erkennen, wenn ich Ihnen sage, dass ich drei menschliche Zustände zugrundelege: den Menschen der Temporality in seiner Arbeit, den Menschen der Zeitlosigkeit in seiner Gattungshaftigkeit im Dienst der Art, und die Person in ihrer „Timeliness“ – womit ich Ihr Kairos subjektiviere und übersetze. –– Aber dies ist nicht eigentlich wichtig für unseren Briefwechsel heute. Höchstens, dass es zeigt, dass es mir mit meinem wissenschaftlichen Denken jenseits Dialektik und Intuition bitterer Ernst ist und dass es ein solches drittes Denken gibt oder es gibt kein Christentum !–– Aber das wichtigere heut zwischen uns ist die Zeugenschaft. Ich habe 1919 gegenüber Ihnen definiert: Ein Lehrer des Gesetzes, |:aber:| ein Zeuge der Freiheit. Ich glaube, Sie haben gegen diese Definition heute nichts einzuwenden. Das neue seitdem ist folgendes für mich: Kairos, Zukunftsträchtig |:im Sinne der Weltgeschichte:| sind die johanneischen Formen. Von ihrer Anbahnung oder Verwirklichung bin ich aber innerlich und äusserlich abgelöst und ausgeschlossen. |:Ich empfinde mich in dem kurzfristigen Sinne des Zeitgeschehens als entaktualisiert.:| Ich entdecke also – und ich bin mir aller soziologischen Verursachungen dabei wohl bewusst – die zeitlose und relativ ewige Berechtigung auch des Levitenamtes wieder, damit die re| lative Möglichkeit der Katheder autorität. Da ich niemals Idealist gewesen bin, fühle ich mich unschuldig genug, Schelling (Details anzeigen), Hegel (Details anzeigen), Fichte (Details anzeigen) auf dem Katheder zu traktieren. Die Zeugenschaft|:Repräsentation des Denkens:| ist also ohne mein {Zutun aus} dem im engsten Sinne |:Zeit:| geschichtlichen Ablauf (von Paulus (Details anzeigen) zu Johannes (Details anzeigen), aus der Neuzeit in die Endzeit, aus dem Nationalismus in den Soizialismus) hinausgerückt in eine geschichtslosere Sphäre, zu der ja vielleicht Amerika (Details anzeigen) im Ganzen gerechnet werden kann. |:Es ist eben alles immer gleichzeitig und zugleich jedes uns einmal als Geschehend da.:| Irgend eine Erwartung, in Deutschland (Details anzeigen) zum Zuge zu kommen habe ich nicht. Da ich auch nicht Amerikaner werden kann, so bleibt die Zukunft ganz offen. Ich bin aber in Amerika (Details anzeigen) nicht als Deutscher, nicht als Jude der Rasse nach, nicht als Christ, sondern als Europäer, der etwas durchexerziert hat, was erstens hier noch unbekannt ist, zweitens was hier überwintern muss um seiner Werthaftigkeit willen. Als Europäer, als Nietzsches (Details anzeigen) guter Europäer, fallen gewisse Unbeholfenheiten der Situation, Amerika (Details anzeigen)Deutschland (Details anzeigen) dahin. Das Jahrhundert, in dem sich Deutschland (Details anzeigen) und Amerika (Details anzeigen) auseinandersetzten, ist vorbei. Nur als Europäer können wir die Amerikaner zwingen, unser Bild|:{gesamterzeisches Dasein}:| aufzunehemn, und, vielleicht, für die letzte gegnung mit China (Details anzeigen) und Indien (Details anzeigen) zu erneuern. An diese Erneuerung unseres Glaubens im Ringen mit Laotse (Details anzeigen) und Buddha (Details anzeigen) glaube ich, aber dies ist ein Theorem, dessen Vitalität noch nicht unmittelbar wirksam geworden ist. Als Europäer ist meine Zeugenschaft nicht die des Märtyrers für eine politische Ueberzeugung in meinem engeren Vaterlande Deutschland (Details anzeigen). Dies ist keine die Amerikaner oder den Weltgeist (!!!! wer lacht da?) interessierende Angelegenheit. Dantes (Details anzeigen) Florenz (Details anzeigen) ist belanglos gegenüber der Tatsache, dass er der erste Italiener war. So sind wir die ersten Europäer, umso mehr, weil wir es uns nicht ausgesucht haben, es zu sein. Man ist nur das ganz, was man nicht mit dem bischen Willen gewollt hat.

|:Marx (Details anzeigen) war es weniger als wir.:||

Dies ist unser Unterschied– nicht in jeden Einzelfall wie ich wohl weiss, aber durch den Zeitpunkt . gegenüber |:der Emigration der:| Italiener |:1922:| oder Russen|:1918:|. Wir kommen in dem ersten Augenblick amerikanischer Offenheit für die europäische Grundhaltung: Bussfertigkeit, Selbstkritik, dialektische Erneuerung. Das ist der christliche Kern Europas (Details anzeigen). Ihn zu bezeugen, sind wir genötigt, kraft unserer Art und Eigenart.

Dass sich daraus praktische Arbeitsaufgaben die Fülle herleiten lassen, steht mir ganz unmittelbar fest. Aber wir bezeugen das Leben nicht der Tod, nicht ein Märtyrertum, sondern ein männliches, höchstpersönliches, wenn auch zum Spiel mit dem allzu persönlich– rein bürgerlichen fähiges Europäertum.

Und deshalb ist die Lehre von der sozialen Gerechtigkeit mir im Augenblick und für Amerika (Details anzeigen)– das sich an einen durch Sozialismus verbrämten |:riesigen:| Graft13 zu vergiften droht– von bedenklicher Aktualität. Wer ist denn hier Sozialist? Alle die die nichts gelernt haben, die Abstrakten, die Kairosunfähigen. Wollen Sie wider sich durch die kompromittieren, die unbelehrbar sind. Sie gaben sich weiss Gott in Deutschland (Details anzeigen) genug selbst damit geschadet. Alles was von Ihnen in der Richtung Selbstaufopferung und des bösen Scheins verlangt werden kann, haben Sie sich auferlegt. Weshalb nun nicht aus der Dialektik Deutschland (Details anzeigen)Amerika (Details anzeigen) herausgehen, in die fruchtbare Europa (Details anzeigen)Amerika (Details anzeigen), in der Sie und ich sein dürfen und sein müssen, wozu uns der Herrgott geschaffen hat, ganz unangestrengt, ganz unverkrampft, bloss existenziell und in dem was uns Spass macht, (soweit das Geld dazu reicht)?

Auf nach Europa in Amerika (Details anzeigen) !

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Und würden wir uns nicht mit jedem Schielen nach dem niedergedeutschten kleindeutschen Hitlerlande (Details anzeigen)14 selber Lügen strafen? Wir waren nach Deutschland (Details anzeigen) gestellte, delegierte Kinder Gottes und Europäer und waren es gewiss zufrieden, als Deutsche und in Deutschland (Details anzeigen) die Magnalia Dei15 zu loben und zu preisen. Wir sind durchaus entgegengesetzter Lage wie die 48er. Diese hatten für ihre Ideale– lies ihre Zukunft– in Deutschland (Details anzeigen) gekämpft und verloren, und daher waren sie gute deutsche Aussaat hier in Amerika (Details anzeigen) und die Karl–Schurz (Details anzeigen) Foundation hält diesen Dank in Deutschland (Details anzeigen) für seine gute Aussaat fest. Wir sind, wenn überhaupt etwas, eher Ernte als Saat, sind schon an und in Deutschland (Details anzeigen) fertiggewordene Menschen und Europäer, die eine übereilte Jungmenschheit verhindern konnte in Deutschland (Details anzeigen) weiterzuleben. Sie hat uns nicht unsere Ideale genommen. Was wäre denn das? Sie hat uns bloss für überlebt erklärt, und wir, wir erklären noch nicht tot zu sein. Dann müssen wir aber eben das bezeugen. Leben bezeugt sich nur durch Unbefangenheit und Zukunftshaftigkeit. Deshalb mag ich nichts, wofür ich bereits gelitten habe. Es gibt doch noch so viel anderes zu bezeugen und zu leben, was ich vor lauter Gewissenhaftigkeit mir bisher nie erlaubt habe, zu sein, zum Beispiel ein Gelehrter, ein Historiker, ein Reisender. Ecce huma mitas Europaeana. Nur so verhindere ich jene, mich ueberhaupt zu erreichen. Ich binde meine Klinge nicht mit ihnen. Sie können mir den Buckel herunterrutschen. Ich führe mit ihnen Krieg. soweit für meine Existenz nötig. Aber ich bestimmen, ob ich kämpfe, und lasse mich nicht durch diese dummen Jungen herausfordern. Sie mögen schreien in ihren Wäldern Germaniens und sie werden schreien, bis sie wissen, dass sie vor ihrer eigenen Judenangst so schreien, aber ehe sie nicht und wenn sie nicht ihre Angst eingestehen, und ich weiss nicht ob sie je so viel Christentum in sich aufbringen, kann ich mit ihnen nicht reden. Auch nicht gegen sie. Es gibt ja Leute, die wenn sie unter die| Räuber fallen, dann durchaus die Räuber bekehren wollen und manchmal soll das auch gelingen. Zu dieser Rolle aber finde ich nichts in mir vor. Ich glaube, dieser Typus fällt |:gehört:| selber unter |:den:| des Samariters. Und eben der ist in Deutschland (Details anzeigen) zurzeit vertagt, und in mir versiegt.

Also auf nach Europa in Amerika (Details anzeigen)! Und in das erste richtige Europa (Details anzeigen) !!

Ihr herzlich grüssender

Eugen Rosenstock (Details anzeigen)


Fußnoten, Anmerkungen

1Hier ist handschriftlich das „T“ und das „a“ von „Tauf“ ineinandergeschoben geschrieben, so dass das Wort entweder "Auf" oder "Tauf" heißen könnte.
2Dieser lateinische Spruch bezieht sich auf ein Zitat aus Horaz' Oden (III, 3, 7) dem die Worte „Impacidum ferient ruinae“ folgen. Zusammen bedeutet die Übersetzung: „wenn der Erdkreis zusammenbrechend einstürzt, auf einen Unerschrockenen werden die Trümmer niederfallen“
3Hier könnte auf den sogenannten "Kulturkampf" angespielt werden, bei dem Otto von Bismarck durch sein Vorhaben den Einfluss der katholischen Kirche und ihrer Autonomie mittels Gesetzen zur Angleichung an den Staat zu reduzieren. Dadurch kam es zu Spannungen mit Kaiserin Augusta, der katholischen Kirche und dem evangelischen Oberkirchenrat.
4Kann aus dem Lateinischen als „Priestertum“, „Priesteramt“ oder „Priesterwürde“ übersetzt werden.
5Diese Phrase kommt von einer lateinischen Redewendung, die übersetzt werden kann als „unmittelbarer Widerspruch“ oder „Widerspruch in sich“.
6 Könnte als "Zeitgenossen Jesu" übersetzt werden. Rosenstock verwendet diesen Ausdruck auch in seinem Beitrag „Protestantismus und Seelenführung (Details anzeigen)“(S.246) der in Tillichs Band 2 des Kairos Jahrbuches (Details anzeigen) erschien.
8„IXTHYS“ oder „ΙΧΘΥΣ“ ist Griechisch für „Fisch“.
9„Quo vadis“ ist ein lateinischer Ausdruck und kann im Deutschen übersetzt werden als „Wohin gehst du?“. Hier kann auf eine Geschichte in den apokryphen Petrus Akten referenz genommen werden in denen Petrus, Jesus auf dem Weg zu Rom diese Frage stellt.
10Eugen war der Bruder von: Dorothea Kantorowicz; Martha Eva Prochownik; Katherina(Käte) Hamburger (geb. Rosenstock später Karin Roon oder Klara?) Eva Charlotte Rosenstock; Edith Agnes (Ditha Rosenstock) Hirschmann; und Herta Michel.
11Die Phäaken sind, in der Odyssee von Homer, ein Volk begnadeter Schiffsbauer und Seefahrer, welches ursprünglich nahe der Kyklopen lebte, diese aber nach etlichen Überfällen zum ausgewandern bewogen wurden.
12Beziht sich auf Auguste Comte (Details anzeigen), der auch als Begründer des Positivismus gilt, sowie der Soziologie seinen Namen gab.
13Ein „Graft“ ist eine alte Bezeichnung für „Wassergraben“. In medizinischer Fachsprache kann „Graft“ auch für Transplantat stehen.
14Zu dem Begriff „Hitlerlande“ wäre auch eine Kontroverse zu erwähnen welche 1941 zwischen Paul Tillich (Details anzeigen), Hannah Arendt (Details anzeigen), Heinz Pol (Details anzeigen), Wilfred C. Hulse (Details anzeigen), und dem als Vansittartisten verstandenenEmil Ludwig (Details anzeigen) in der jüdischen Emigrations Zeitschrift "Aufbau" folgen sollte.
15Kann aus dem Lateinischen in das Deutsche übersetzt werden als "Gottes große Werke" oder "Gottes Gorßartigkeit". "Magnalia Dei" könnte auch ein Verweis auf ein Buch (Details anzeigen) (1926) von Schmidt Expeditus (Details anzeigen) sein.

Register

aCambridge, MA
bTillich, Paul
cHitler, Adolf
dHitler, Adolf
eHarnack, Adolf von
fBismarck, Otto von
gvon Sachsen-Weimar-Eisenach, Augusta
hBerlin
i
jBismarck, Otto von
kFrick, Wilhelm
lSchopenhauer, Arthur
mMarx, Karl
nMarx, Karl
oSoederblom, Nathan
pRom
qWittenberg
rChurchill, Sir Winston
sWeber, Max
tChurchill, Sir Winston
uPaulus
vDeborah
wIsrael
xWittenberg
y
zHalle (Saale)
aaThomasius, Christian
abHalle (Saale)
acJena
adKierkegaard, Sören
aeJerusalem
afTillich (Hg.), Kairos. 1ter Band: Zur Geisteslage und Geisteswendung, 1926
agRosenstock Huessy, Protestantismus und Seelenführung, 1929
ahTillich, Kairos. 2ter Band: Protestantismus als Kritik und Gestaltung, 1929
aiJudas
ajJudas
akLuther, Martin
alJudas
amDante Alighieri
anBerneuchen
aoPatmos
apJesus von Nazaret
aqGoethe, Johann Wolfgang von
arKierkegaard, Sören
asGoethe, Johann Wolfgang von
atGoethe, Johann Wolfgang von
auKierkegaard, Sören
avJesus von Nazaret
awJesus von Nazaret
axÄgypten
ayPetrus
azPhilon von Alexandria
baRosenstock Huessy, Hans
bbRosenstock, Paula
bcRosenstock, Carl Theodor
bdOdysseus
beHomer, Odyssee, 2014
bfOdysseus
bgLaertes
bhOdysseus
biVereinigte Staaten von Amerika
bjJesus von Nazaret
bkComte, Auguste
blSchelling, Friedrich Wilhelm Joseph
bmHegel, Georg Wilhelm Friedrich
bnFichte, Johann Gottlieb
boPaulus
bpJohannes
bqVereinigte Staaten von Amerika
brDeutschland
bsVereinigte Staaten von Amerika
btNietzsche, Friedrich
buVereinigte Staaten von Amerika
bvDeutschland
bwDeutschland
bxVereinigte Staaten von Amerika
byChina
bzIndien
caLaozi
cbBuddha
ccDeutschland
cdDante Alighieri
ceFlorenz
cfMarx, Karl
cgEuropa
chVereinigte Staaten von Amerika
ciDeutschland
cjDeutschland
ckVereinigte Staaten von Amerika
clEuropa
cmVereinigte Staaten von Amerika
cnVereinigte Staaten von Amerika
coDeutschland
cpTillich, Paul
cqArendt, Hannah
crPol, Heinz
csHulse, Wilfred C.
ctLudwig, Emil
cuDeutschland
cvDeutschland
cwOdysseus
cxSchmidt, Expeditus
cyDeutschland
czVereinigte Staaten von Amerika
daSchurz, Carl
dbDeutschland
dcDeutschland
ddDeutschland
deDeutschland
dfVereinigte Staaten von Amerika
dgEuropa
dhRosenstock- Huessy, Eugen

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 649/180(7)
Typ

Brief, maschinenschriftlich mit handschriftlichen Korrekturen und Beifügungen

Postweg
Cambridge Massachusetts - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Eugen Rosenstock–Huessy 1935
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Eugen Rosenstock an Paul Tillich vom 7. Februar 1935

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Zitiervorschlag

Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 5. Februar 1935, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10164.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

{{Internetquelle |url=https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10164.html |titel=Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 5. Februar 1935 |werk=Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition. |hrsg=Christian Danz, Friedrich Wilhelm Graf |sprache=de | datum=05.02.1935 |abruf=???? }}
L10164.pdf