Der editierte Text

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12/5.05.

Mein lieber Sohn (Details anzeigen)!

Mit Deinem ausführl. u. fröhl. Briefe1 hast Du mir e. rechte Freude bereitet. Möchte es dir weiter dort gut gehen u. gut gefallen. Raten möchte ich Dir doch auch e. Alttestamentl. Kolleg2 zu belegen, auch wenn Du es nur selten hören kannst; Du kommst sonst in d. späteren Semestern ins Gedränge. – Der eine {Werdermann (Details anzeigen) } hat vor 2 Jahren Besuch bei mir gemacht. Ich konnte ihn nicht einladen, da Mama (Details anzeigen) bald darauf krank wurde.3 Sage ihm das mit meinem Gruß. – Macht Ihr schon Pläne für d. Wartburgreise? Bei Dir findet diesmal die Eisenacher Konferenz4 in Kösen (Details anzeigen) statt.5 So weiß ich noch garnicht, wie es mit meiner Pfingstreise werden wird. – Den Sommer-Reiseplan habe ich weiter überlegt. Onkel Walz (Details anzeigen) u. Johanna (Details anzeigen) werden 14 Tage sich anschließen. – Im Garten sprenge ich jetzt; Tante Toni (Details anzeigen) streicht die {Zäune}. Behüte dich Gott mein Herzensjunge. Wir freuen uns auf d. Brief. –


Fußnoten, Anmerkungen

1Die Korrespondenz liegt nicht vor.
2 Im Sommersemester 1905 hielt Professor Dr. Julius von Grill (Details anzeigen) in Tübingen (Details anzeigen) eine Vorlesung „Theologie des Alten Testaments, erster Teil (Mosaismus)“, wöchentlich „2mal, Dienstag, Freitag um 4 Uhr“.
3 Paul Tillichs Mutter Mathilde Wilhelmina Tillich (Details anzeigen), geb. Dürselen, starb am 24. September 1903 in Berlin (Details anzeigen) infolge eines Augenkarzinoms. Der hier gegebene Hinweis auf den Beginn der Leidenszeit der Mutter legt nahe, dass zwischen Diagnose und Tod nur sehr wenig Zeit verblieben war. Der erste schriftliche Erwähnung der Erkrankung der Mutter findet sich in einer Postkarte von Gustav Dürselen an Paul Tillich vom 20. August 1903 (Details anzeigen).
4Die Eisenacher Konferenzen zwischen 1902 und 1904 dienten der Verständigung und Vernetzung der Gnadauer Bewegung mit den Landeskirchen. Auf dieser Grundlage wurde 1905 die Eisenacher Bewegung initiiert, welche aus einem Zusammenschluss modern-positiver Pfarrer und Professoren bestand, welche sich u.a. kritisch mit der angloamerikanischen Heiligkeitsbewegung auseinandersetzten. Zu den Hauptakteuren der Bewegung bis ins Jahr 1912 zählen, neben Johannes Tillich (Details anzeigen), auch Paul Tillichs (Details anzeigen) akademische Lehrer Adolf Schlatter (Details anzeigen), Wilhelm Lütgert (Details anzeigen), Martin Kähler (Details anzeigen) und Karl Bornhäuser (Details anzeigen). .
5Im „Versammlungskalender“ der Juninummern 22 und 23 der „Christliche[n] Welt 19 (1905)“ (Details anzeigen) findet sich in Sp. 526 und Sp. 550 die Anzeige „13.-16. Juni Gemeinschafts-Konferenz Bad Kösen (Details anzeigen)“. Ein Nachbericht über die Versammlung in späteren Nummern ließ sich nicht finden.

Register

aTillich, Paul
bGrill, Julius
cTübingen
dWerdermann, Hermann
eTillich, Wilhelmina Mathilde
fTillich, Wilhelmina Mathilde
gBerlin
hBrief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 12. Mai 1905
iTillich, Johannes Oskar
jTillich, Paul
kSchlatter, Adolf
lLütgert, Wilhelm
mKähler, Martin
nBornhäuser, Karl
oKösen
po.A., Christliche Welt 1905, 1905
qKösen
rWalz, Michael
sFritz, Johanna
tWinkler, Toni
uTillich, Johannes Oskar

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 649/205(15)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Briefe

Zitiervorschlag

Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 12. Mai 1905, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00055.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L00055.pdf