Brief von Toni Winkler, Johannes und Elisabeth Tillich an Paul Tillich vom 19. Mai 1905

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Der editierte Text

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Mein lieber Paul (Details anzeigen)!

Damit Du rechtzeitig unseren Sonntagsgruß erhältst, schreibe ich heut schon. Wir haben uns sehr über Deinen frischen Brief1 gefreut, und hoffen, daß es Dir weiter gut geht. Etwas beunruhigt uns, daß Du uns schreibst, der Arzt habe Dir geraten, lieber Limonade anstatt Bier zu trinken. Schreibe doch recht genau über Deinen Gesundheitszustand, lieber Paul (Details anzeigen), u. verheimliche uns nichts; der Gedanke würde uns garnicht kommen, wenn Johanna (Details anzeigen) es nicht in guter Absicht so gemacht. Sie hat seit 8 Tagen, wie sie heut schreibt | eine Regenbogenhautentzündung u. schreibt erst heut davon, mit der Bemerkung allerdings, daß es beinahe gut sei. Du kannst Dir denken, wie Papa (Details anzeigen) das aufregt, viel mehr, als wenn sie sofort alles der Wahrheit gemäß berichtet hätte. Also, lieber Paul (Details anzeigen) schreib Alles u. denke nie, wir ängstigen uns, das tun wir am meisten, wenn wir in Ungewisheit [sic!] sind. Uns geht es soweit gut, Dein Papa (Details anzeigen) hat sich etwas bei dem wechselnden Wetter erkältet u. hustet, auch ist er sonst angespannt in der Arbeit, weshalb er Dir auch wohl nicht ausführlich schreiben wird, aber | sonst können wir nur zufrieden u. dankbar sein. Die kl. Elis. (Details anzeigen) hatte bis jetzt Gottlob noch keine Halsentzündung u. giebt sich in jeglicher Weise viel Mühe, dem Papa (Details anzeigen) die andern Geschwister (Details anzeigen) zu ersetzen. Sie ist ein liebes Kind u. auch im französischen scheint es besser zu sein. – Der Hülfsprediger Herr Pastor Höfer (Details anzeigen), ist nun da zur Hülfe, aber vorläufig wird Dein Papa (Details anzeigen) ihn erst anlernen müssen, aber wenigstens kann er dann doch in Ruhe reisen. Papa (Details anzeigen) u. Johanna (Details anzeigen) freuen sich schon riesig auf Euer Wiedersehen, möchtet Ihr dann alle drei recht gesund sein. Gestern war Tante Eugenia (Details anzeigen) hier, die Dich sehr grüßt. Großpa| pa Tillich (Details anzeigen) war am Mittwoch unser Gast zu Mittag u. hatte noch keinen Gruß von Dir! – Schreib doch, falls Du es noch nicht getan, u. vergiß nicht den 25. Mai Tante Gretes (Details anzeigen) Geburtstag. Anna (Details anzeigen) sendet Dir auch viele Grüße. Johannas (Details anzeigen) Zimmer ist sehr hübsch tapeziert zum Empfang, aber Du darfst ihr nichts schreiben, da es für sie eine Überraschung sein soll. – Nun Gott befohlen.

Mit vielen Grüßen d. Tante T. (Details anzeigen)

Schreibe nach Freiburg!

Lieber Junge (Details anzeigen)! –

Schreibe mir noch, was Du unter strengem Lütgert (Details anzeigen)ismus verstehst. Es interessiert mich; Ich kenne L. (Details anzeigen) nur aus seinen Vorträgen. – Schreibe mir sofort e. Karte, wie es mit Deinen Ohren geht.2 Dr. Heine (Details anzeigen), der mit meinen Ohren recht zufrieden ist, läßt Dir sagen, Du solltest ruhig e. Schoppen Bier trinken. Im Wingolf bin ich noch nicht gewesen; Focken (Details anzeigen) ist in Göttingen (Details anzeigen) geblieben. Neulich war ich bei Kessler (Details anzeigen) mit Lepsius (Details anzeigen); nichts neues vom St. V. – Überanstrenge Dich nicht auf d. Touren. – Gott behüte Dich! Gesegneten Sonntag!

Lieber Paul (Details anzeigen),

die [sic!] Garten ist zu Deiner großen Verwunderung sehr ordentlich.


Fußnoten, Anmerkungen

1Die Korrespondenz liegt nicht vor.
2Paul Tillich (Details anzeigen) hatte sich während des Sommersemesters 1905 in Tübingen (Details anzeigen) zweier Ohrenoperationen unterziehen müssen. Vgl. GW XIII, 541 (Details anzeigen); EW V, 26 (Details anzeigen). Patientenakten aus diesem Zeitraum sind nicht erhalten. Schon als 14-jähriger litt Tillich an einer schwereren Ohrenerkrankung. Hinweise darauf geben eine Postkarte vom 9. Oktober 1900 an seine Eltern (Details anzeigen) und die Postkarte an die Großeltern Tillich vom 17. Oktober 1900 (Details anzeigen).

Register

aBerlin
bTillich, Paul
cTillich, Paul
dFritz, Johanna
eTillich, Johannes Oskar
fTillich, Paul
gTillich, Johannes Oskar
hSeeberger, Elisabeth
iTillich, Johannes Oskar
jTillich, Paul; Fritz, Johanna
kHöfer, Friedrich
lTillich, Johannes Oskar
mTillich, Johannes Oskar
nFritz, Johanna
oDürselen, Johanna Amalia Eugenia
pTillich, Oskar
qTillich, Margarete
rKrause, Anna
sFritz, Johanna
tWinkler, Toni
uTillich, Paul
vLütgert, Wilhelm
wLütgert, Wilhelm
xTillich, Paul
yTübingen
zTillich, Impressionen und Reflexionen, 1972
aaTillich, Ein Lebensbild in Dokumenten: Briefe, Tagebuch-Auszüge, Berichte, 1980
abPostkarte von Paul Tillich an Wilhelmina Mathilde und Johannes Tillich vom 9. Oktober 1900 [PS]
acPostkarte von Paul Tillich an Marie und Oskar Tillich vom 17. Oktober 1900 [PS]
adHeine, Bernhard
aeFocken, Gerhard
afGöttingen
agKeßler, Hans
ahLepsius, Johannes
aiTillich, Johannes Oskar
ajTillich, Paul
akSeeberger, Elisabeth

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886‒1965. Papers, 1894‒1974., bMS 649/205(15)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
Berlin - unbekannt
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Brief von Toni Winkler, Johannes und Elisabeth Tillich an Paul Tillich vom 5. Juni 1905

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Erwähnte Briefe

Zitiervorschlag

Brief von Toni Winkler, Johannes und Elisabeth Tillich an Paul Tillich vom 19. Mai 1905, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00056.html, Zugriff am ????.

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{{Internetquelle |url=https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00056.html |titel=Brief von Toni Winkler, Johannes und Elisabeth Tillich an Paul Tillich vom 19. Mai 1905 |werk=Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition. |hrsg=Christian Danz, Friedrich Wilhelm Graf |sprache=de | datum=19.05.1905 |abruf=???? }}
L00056.pdf
erwähnte Briefe