Der editierte Text

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August 2, 1947

Lieber Harald (Details anzeigen):

Herzlichen Dank für Deine Antwort,1 vor allem für die kritische Haltung die in ihr zum Ausdruck kommt. Wie sehr ich ihr recht gebe, wirst Du aus dem beiliegenden dritten Rundbrief (Details anzeigen) ersehen. Er zeigt Dir zugleich dass und warum es mir nicht möglich war, nach Deutschland (Details anzeigen) zu kommen und dass ich versuchen will, es im Mai 1948 zu erreichen. Ich habe schon eine Schiffskarte bestellt. Aber die Entscheidung liegt ja in Washington (Details anzeigen) und ist überaus zweifelhaft.

Ich muss gestehen, dass sich mein Pessimismus über den zwangsläufigen Charakter der gegenwärtigen Geschichte mit jeder neuen New York Times Lektüre vertieft. Vielleicht seht Ihr den Aufmarsch der Westfront nicht in der Schärfe, in dem wir ihn hier sehen (ich meine damit nicht Krieg sondern kosmische Schizophrenie, die sich durch die Seele jedes Einzelnen zieht der nicht naiv auf der einen oder andern Seite steht).

Ich konzentriere mich ganz auf die zwei Bände Systematische Theologie und arbeite in diesen 8 Monaten Ferien plus sabbatical semester ausschliesslich daran. Es ist das letzte Stadium der Entwicklung der damaligen Marburger Vorlesungen,2 die ich jetzt zu Papier bringe. Über Deine Auffassung, dass man alle Zonen kennen muss, um ein Urteil zu haben, bin ich mir ausserordentlich klar und ich bin darum für jede Nachricht dankbar, die von Euch hierher dringt.|

Da Du übrigens den Namen Edeltraut G{asch} (Details anzeigen)3 erwähnst, so wäre ich Dir dankbar {,} wenn Du mir etwas über das Gerücht {¿¿¿} schriebst, dass sie sich im Anfang s{¿¿¿} schlecht, besonders ihrem ersten Mann {¿¿¿} gegenüber benommen hat.

Ihr könnt Euch nicht denken, wie {¿¿¿} es für mich ist, von so vielen Seite{n} Ermutigung zu erhalten bei Euch zu arbeiten und mitzudenken und zugleich {zu} fühlen, dass die Kräfte äusserlich, innerlich, zeitlich und räumlich, geistig und seelisch, nicht zureichen{.} Trotz Deines Zögerns mit [sic!] zu antwor{ten,} wäre ich Dir für einen charakterist{ischen} Ausdruck der Probleme, den Erwartunge{n} Eures Kreises überaus dankbar.


Fußnoten, Anmerkungen

3Der Scan der zweiten Seite dieses Briefes ist leider abgeschnitten, sodass die letzten Zeichen jeder Zeie nicht lesbar sind.

Register

aPoelchau, Harald
bBrief von Harald Poelchau an Paul Tillichvom 16. März 1947
cRundbrief von Paul Tillich mit Zusatz an von Juni 1947
dDeutschland
eWashington, D.C.
fTillich, Paul
gSchüßler, Werner
hTillich, Dogmatik. Marburger Vorlesung von 1925, 1986
iGasch, Edel
jPoelchau, Dorothee
kTillich, Paul
lTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
Typ

Brief, maschinenschriftlich; Unterschrift eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Harald Poelchau an Paul Tillichvom 16. März 1947
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Harald Poelchau an Paul Tillichvom 28. Dezember 1947

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Erwähnte Briefe

Zitiervorschlag

Brief von Paul Tillich an Harald Poelchau vom 2. August 1947, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L11538.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L11538.pdf
erwähnte Briefe