Poelchau, Harald
- Kurzbiographie
- Harald Poelchau (5. Oktober 1903 – 29. April 1972) wirkte als Gefängnisseelsorger, Anhänger eines christlich geprägten Sozialismus und Gegner des NS-Regimes in Deutschland. Während seines Theologiestudiums prägte ihn der 1924 in Marburg lehrende Paul Tillich nachhaltig in Richtung des religiösen Sozialismus und wurde ein lebenslanger Freund. Bei Tillich promovierte er 1931 in Frankfurt. 1933 trat er als erster vom NS-Regime eingesetzter Geistlicher seinen Dienst als Gefängnisseelsorger an, unter anderem in Tegel und Plötzensee, und begleitete bis 1945 etwa tausend Menschen zur Hinrichtung. Heimlich schmuggelte er Nachrichten und verhalf gemeinsam mit seiner Frau zahlreichen verfolgten Juden zu Unterkünften im Untergrund. Ab 1941 gehörte er dem Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke an. Nach dem Krieg baute er das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen mit auf und wurde 1951 erster Sozial- und Industriepfarrer der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg.
- Normdaten
- https://d-nb.info/gnd/118595318
Erwähnungen
- Postkarte von Paul Tillich an Hannah Tillich vom 18. Juli 1924 [PS]
- Brief von Harald Poelchau an Paul Tillich vom 8. März 1929
- Postkarte von Paul Tillich an Hannah Tillich vom 22. Oktober 1929 [PS]
- Brief von Walter Spitta an Paul Tillich vom 28. Februar 1931
- Brief von Paul Tillich an Reinhold Niebuhr vom 19. Dezember 1931
- Brief von Paul und Hannah Tillich sowie Heinrich Goesch an Harald und Dorothee Poelchau vom 24. Mai 1928 [PS]