Der editierte Text

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Sehr geehrter Herr Professor Friess (Details anzeigen)!

Ihr Brief und Ihr Telegramm1 haben mich hier in Spiekeroog (Details anzeigen) erreicht.2 Ich beeile mich zu antworten.

Zunächst meinen herzlichen Dank für Ihre Bemühungen um unser Zusammentreffen, an dem mir außerordentlich viel liegt. Ich habe eine ähnliche Mitteilung über die Verhältnisse an Columbia, wie Sie sie andeuten, durch Professor Niebuhr (Details anzeigen) bekommen.3 Die Lage ist dadurch für mich in der Tat schwieriger geworden; und es ist mir doppelt wichtig, Sie zu sehen. Eine Einladung von Columbia habe ich übrigens noch nicht erhalten. Ich warte seit etwa einer Woche täglich auf den Brief, dessen Absendung mir am 19. Juli telegrafisch mitgeteilt wurde. Hoffentlich ist er nicht verloren gegangen.4

Was unser Treffen betrifft, so möchte ich mir erlauben, Ihnen folgenden Vorschlag zu machen: Es wäre für Sie kein allzu großer Umweg, wenn Sie die Fahrt nach Paris (Details anzeigen) über Köln (Details anzeigen) machen würden. Auch für mich wäre es möglich, über Köln (Details anzeigen) zu fahren, was von hier aus leicht zu erreichen ist. Da Sie nun nach Ihrem Brief am 14.9. nach Paris (Details anzeigen) fahren müssen, so wäre es vielleicht zweckmäßig, wenn wir uns am 13. in Köln (Details anzeigen) träfen. Sie würden dadurch kaum einen Tag verlieren, und ich brauchte die für mich sehr weite und teure Reise nach Freiburg (Details anzeigen) nicht zu machen. Wenn Ihnen dieser Vorschlag angenehm ist, würde ich Ihnen das Dom-Hotel in Köln (Details anzeigen) als Wohnung empfehlen. Ich selbst könnte bei Verwandten wohnen.

Falls Ihnen mein Vorschlag nicht paßt, bitte ich Sie, mir einfach einen anderen Ort mit Angabe des Tages und des Hotels, wo wir uns treffen wollen, zu schreiben oder zu telegrafieren.|

Vielleicht wäre wegen der schlechten Postverbindung hierher telegrafieren besser. Meine Adresse bleibt bis auf weiteres Spiekeroog (Details anzeigen).

Mit herzlichem Dank und Gruß

Ihr
sehr ergebener

P. Tillich (Details anzeigen)


Fußnoten, Anmerkungen

1Liegen nicht vor.
2Wie aus einem Brief (Details anzeigen) Tillichs an Margot Faust (Details anzeigen) hervorgeht, sind die Tillichs nach dem 8. August 1933 von Sassnitz (Details anzeigen) auf Rügen an die Nordsee nach Spiekeroog (Details anzeigen) „umgesiedelt“.
3 Reinhold Niebuhr (Details anzeigen) bemühte sich für Tillich (Details anzeigen) um eine Gastprofessur an der Columbia University New York (Details anzeigen).
4Die erhalten gebliebene und vorliegende (Details anzeigen) offizielle Einladung der Columbia University ist auf den 16. August 1933 datiert. Auch diese dürfte Tillich offenbar zum Zeitpunkt des hier edierten Briefes noch nicht vorgelegen sein. Andererseits hat er beim Ministerium bereits am 29. August 1933 einen Antrag auf Beurlaubung für eine einjährige Vorlesungstätigkeit in New York (Details anzeigen) gestellt, wie aus dem Bewilligungsschreiben (Details anzeigen) vom 9. September hervorgeht.

Register

aSpiekeroog
bWiethorn, H.
cFriess, Horace
dSpiekeroog
eBrief von Paul Tillich an Margot Faust vom 24. Juli 1933
fHahl, Margot
gSassnitz (Rügen)
hSpiekeroog
iNiebuhr, Reinhold
jNiebuhr, Reinhold
kTillich, Paul
lNew York City
mBrief von Frank D. Fackenthal (Columbia University) an Paul Tillich vom 16. August 1933
nNew York City
oBrief vom Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an Paul Tillich vom 9. September 1933
pParis
qKöln
rKöln
sParis
tKöln
uFreiburg
vKöln
wSpiekeroog
xTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974, bMS 649/Box 143(5)
Typ

Brief, maschinenschriftlich

Postweg
Spiekeroog - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Briefe

Zitiervorschlag

Brief von Paul Tillich an Horace Friess vom 3. September 1933, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01246.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L01246.pdf