Der editierte Text

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Mein geliebter Bruder (Details anzeigen)

nun bin ich sehr froh, daß ich Dir zu deinem sechzigsten Geburtstag schreiben kann und nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder einen Geburtstagsbrief senden. Gott erhalte und segne Dich noch viele Jahre hindurch für die Deinen, und für uns, die wir mit großer Liebe und Sehnsucht an Dich denken und auf Dich warten, und für Deine große Arbeit, in die Du hineingestellt worden bist. Wie kurz kommt mir die Zeit vor, daß wir Dir zu Deinem fünfzigsten Geburtstag hinüber schrieben1 und was liegt für ein Weltabgrund in diesem Jahrzehnt für uns hier. Gott schenke Dir gute Gesundheit und laß uns allen ein Wiedersehn vielleicht schon im nächsten Sommer gegeben werden. Du weißt garnicht, was es für uns bedeutet, daß Ihr drüben da seid, besonders auch für unsre Kinder, es ist irgendwie der| Ausblick oder Hoffnungsstrahl, der durch alles immer wieder hindurchscheint. Ich glaube, daß es selbst Hansjürgen (Details anzeigen) in seiner russischen Gefangenschaft so geht. – Nun kann ich Dir nur einige Photos von uns senden. Sie liegen schon einige Jahre zurück, sind aber die Besten. Die Frauenbilder sind alle von Hermann (Details anzeigen) gemacht, der wundervoll photographieren konnte. Von unserm kleinsten Glied der Familie, Michael (Details anzeigen), habe ich leider noch kein Bild. Vielleicht freust Du Dich doch etwas darüber. Von uns gibt es nicht viel zu berichten. Wir hoffen sehr im nächsten Monat zu Heidi (Details anzeigen) reisen zu können. Das „wie“ ist allerdings diesmal noch völlig ungelöst, ebenso ob sie nach Berlin (Details anzeigen) kommen kann. Es ist schon sehr hart, daß sie selbst nach 3 Jahren noch nicht wieder in die Heimat zurück kann. Aber wir hoffen immer noch, daß es gelingt und auch darin hilft uns Dein Namen [sic!] und Fürspreche [sic!] . Durch einen Amerikaner bin ich nämlich an den Vertreter der amerikanischen Quäker gekommen, der Dich auch gut kennt und der gibt sich nun auch für Heidi (Details anzeigen) und uns Mühe. Du hattest wohl an den| einen Amerikaner geschrieben, daß er uns helfen soll und er gibt sich große Mühe. Waltraud (Details anzeigen) ist ja jetzt im Englischen so weit, daß sie sich fließend unterhalten kann, bei mir ist es nur eine elende {Stümperei}. – Immerwieder muß ich Euch für Eure herrlichen Pakete danken (4 kamen jetzt zu uns. Drei durch Lt. Danison (Details anzeigen) und eines durch Capt. Konrad (Details anzeigen) (Finance Devision) alle waren gleich herrlich und Ihr könnt es garnicht| erfassen, wie Ihr uns helft in jeder Beziehung damit[)].

Nun nochmals alles alles Gute, mein lieber lieber Bruder. Grüße Hannah (Details anzeigen), Erdmuthe (Details anzeigen) und meinen Patensohn (Details anzeigen) sehr herzlich.

Dir gibt einen Geburtstagskuß

Deine Kleine (Details anzeigen).

Vielen, vielen Dank besonders Hannah (Details anzeigen) für alles.


Fußnoten, Anmerkungen

1Ein Brief zum fünfzigsten Geburtstag liegt nicht vor.

Register

aBerlin-Tempelhof
bTillich, Paul
cSeeberger, Hans-Jürgen
d
eSeeberger (?), Michael
fSeeberger, Adelheid
gBerlin
hSeeberger, Adelheid
iSeeberger, Waltraud
jDenison, ???
kKonrad, ???
lTillich, Hannah
mFarris, Erdmuthe
nTillich, René Johannes Stefan
oSeeberger, Elisabeth
pTillich, Hannah

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974., bMS 649/184(13)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
Berlin-Tempelhof - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Elisabeth Seeberger an Paul und Hannah Tillich vom 01. Juli 1946
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seebergervom 9. Dezember 1946

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Elisabeth Seeberger an Paul Tillich vom 15. Juli 1946, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10956.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L10956.pdf