Der editierte Text

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Liebe Elisabeth (Details anzeigen),

wie ich schon in dem gleichzeitigen Brief an M.L.chen (Details anzeigen)1 andeute, ist meine Europareise sehr fragwürdig geworden. Die Behauptung, der Potsdamer, dass ich in Genf (Details anzeigen) reden soll, scheint auf einem Irrtum zu beruhen. Ich habe nichts davon gehört und das Programm der August-Kurse in Genf (Details anzeigen) ist längst fertig, ohne dass ich dabei irgendwie genannt bin. Bitte telefoniere doch Potsdam (Details anzeigen) gleich an. Sie sollen mir umgehend noch einmal Nachricht darüber geben, was eigentlich gemeint war. –––– Es kommt hinzu, dass meine Situation hier noch so wenig fest ist, dass ich besser tue, hier zu bleiben und zu arbeiten. Alle meine Freunde hier haben mir dazu geraten. Und ich kann mich dem nur entziehen, wenn ein ganz durchschlagender Grund vorliegt. Der Wunsch, Dich und Vaterchen (Details anzeigen) und einige andere zu sehen, ist in unserer Lage leider nicht als ganz durchschlagend zu bezeichnen. Zumal ja auch bei Vaterchen (Details anzeigen) ein Unsicherheitselement bleibt. Wenn ich in die Neuenburgerstr. kommen könnte, wäre das was anderes, aber daran ist zur Zeit auch nicht im entferntesten zu denken. Die Gründe brauche ich Dir nicht zu schreiben.

Anbei sende ich den Brief von Herrn Schulz (Details anzeigen)2 mit der Bitte, ihn Vaterchen (Details anzeigen) zurück zu geben. Ich möchte Vaterchen (Details anzeigen) natürlich nicht beeinflussen, finde aber, er sollte sich durch die alberne Drohung nicht schrecken lassen, und ruhig die Korrekturen der ersten Auflage verlangen. Erstens wird er das gar nicht machen und wenn, wird ihm das Ministerium die Sache zurückschicken, da es dafür nicht da ist. Aber wie Papa (Details anzeigen) will!.... | Inzwischen ist wohl schon Ilsemargot (Details anzeigen) bei Dir gewesen wegen ihres Hochzeitsgeschenkes. Auch M.Lchen (Details anzeigen) solltest Du etwas helfen, ebenso unserem Frankfurter Freund Dellieh (Details anzeigen).

Wir sind natürlich jeden morgen in Gedanken bei Euch und oft mit grosser Sorge.

Von M.lchen (Details anzeigen) hoffen wir viel über Euch alle zu hören.

Sollte sich mit meiner Reise doch noch etwas ändern im positiven Sinne, so schicke ich ein Telegramm.

Mit einer noch ganz leisen Hoffnung auf Wiedersehen in diesem Jahr Dein Paul (Details anzeigen)

Paul


Fußnoten, Anmerkungen

1Nicht überliefert.
2Nicht überliefert.

Register

aSeeberger, Elisabeth
bWerner, Marie Luise
cGenf
dGenf
ePotsdam
fTillich, Johannes Oskar
gTillich, Johannes Oskar
hSchulz, Herr
iTillich, Johannes Oskar
jTillich, Johannes Oskar
kTillich, Johannes Oskar
lReutern, Ilsemargot von
mWerner, Marie Luise
nDelliehausen, Georg
oWerner, Marie Luise
pTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 649/184(9)
Typ

Brief, maschinenschriftlich

Postweg
unbekannt - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Elisabeth Tillich vom 20. Februar 1935
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger vom 17. Mai 1935

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger vom 2. Mai 1935, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10194.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L10194.pdf