<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="L10194.xml" xml:base="https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at" prev="L10193.xml" next="L10199.xml">
    <teiHeader>
        <fileDesc>
            <titleStmt>
                <title>Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger vom 2. Mai 1935</title>
                <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0000-0001-5007-7397">Emil Lusser</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933-1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                        <postCode>1010</postCode>
                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/184(9)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                    <date when="1935-05-02">02.05.1935</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1762">Elisabeth Seeberger</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1762">Korrespondenz mit Elisabeth Seeberger</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1762" target="L10167.xml">Brief von Paul Tillich an Elisabeth Tillich vom 20. Februar 1935</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1762" target="L10200.xml">Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger vom 17. Mai 1935</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10193.xml">Postkarte von Paul Tillich an Hannah Tillich vom 29. April 1935 [PS]</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10199.xml">Brief von Eugen Rosenstock–Huessy an Paul Tillich vom 5. Februar 1935</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1935-05-02"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2025-04-30" who="EL">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener>
                    <salute>Liebe <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1762">Elisabeth</rs>,</salute>
                </opener>
                <p>wie ich schon in dem gleichzeitigen Brief an <rs type="person" ref="#tillich_person_id__2041">M.L.chen</rs><note type="ea">Nicht überliefert.</note> andeute, ist meine Europareise sehr fragwürdig geworden. Die Behauptung, der Potsdamer, dass ich in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__707">Genf</rs> reden soll, scheint auf einem Irrtum zu beruhen. Ich habe nichts davon gehört und das Programm der August-Kurse in <rs type="place" ref="#tillich_place_id__707">Genf</rs> ist längst fertig, ohne dass ich dabei irgendwie genannt bin. Bitte telefoniere doch <rs type="place" ref="#tillich_place_id__356">Potsdam</rs> gleich an. Sie sollen mir umgehend noch einmal Nachricht darüber geben, was eigentlich gemeint war. –––– Es kommt hinzu, dass meine Situation hier noch so wenig fest ist, dass ich besser tue, hier zu bleiben und zu arbeiten. Alle meine Freunde hier haben mir dazu geraten. Und ich kann mich dem nur entziehen, wenn ein ganz durchschlagender Grund vorliegt. Der Wunsch, Dich und <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1924">Vaterchen</rs> und einige andere zu sehen, ist in unserer Lage leider nicht als ganz durchschlagend zu bezeichnen. Zumal ja auch bei <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1924">Vaterchen</rs> ein Unsicherheitselement bleibt. Wenn ich in die Neuenburgerstr. kommen könnte, wäre das was anderes, aber daran ist zur Zeit auch nicht im entferntesten zu denken. Die Gründe brauche ich Dir nicht zu schreiben.</p>
                <p>Anbei sende ich den Brief von Herrn <rs type="person" ref="#tillich_person_id__3243">Schulz</rs><note type="ea">Nicht überliefert.</note> mit der Bitte, ihn <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1924">Vaterchen</rs> zurück zu geben. Ich möchte <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1924">Vaterchen</rs> natürlich nicht beeinflussen, finde aber, er sollte sich durch die alberne Drohung nicht schrecken lassen, und ruhig die Korrekturen der ersten Auflage verlangen. Erstens wird er das gar nicht machen und wenn, wird ihm das Ministerium die Sache zurückschicken, da es dafür nicht da ist. Aber wie <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1924">Papa</rs> will!.... <pb n="2"/>Inzwischen ist wohl schon <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1588">Ilsemargot</rs> bei Dir gewesen wegen ihres Hochzeitsgeschenkes. Auch <rs type="person" ref="#tillich_person_id__2041">M.Lchen</rs> solltest Du etwas helfen, ebenso unserem Frankfurter Freund <rs type="person" ref="#tillich_person_id__3125">Dellieh</rs>.</p>
                <p>Wir sind natürlich jeden morgen in Gedanken bei Euch und oft mit grosser Sorge.</p>
                <p>Von <rs type="person" ref="#tillich_person_id__2041">M.lchen</rs> hoffen wir viel über Euch alle zu hören.</p>
                <p>Sollte sich mit meiner Reise doch noch etwas ändern im positiven Sinne, so schicke ich ein Telegramm.</p>
                <closer>Mit einer noch ganz leisen Hoffnung auf Wiedersehen in diesem Jahr
                    Dein <rs type="person" ref="#tillich_person_id__1928">Paul</rs>
                    <signed>Paul</signed>
                </closer>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1924">
                  <persName>Tillich, Johannes Oskar</persName>
                  <birth>
                     <date>1857-06-03</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Berlin, Deutschland</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1937-07-30</date>
                  </death>
                  <occupation>Pfarrer, Superintendent und Konsistorialrat</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631602</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Johannes Oskar Tillich (1857 – 1937) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Theologe. 1885 hatte er Wilhelmina Mathilde Dürselen geheiratet, die 1903 verstarb. Seine erste Pfarrstelle hatte er in der lutherischen Gemeinde Starzeddel bei Guben, wo 1886 sein Sohn Paul geboren wurde. Johannes Oskar Tillich und Wilhelmina Mathilde Dürselen waren also die Eltern des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. 1891 wurde Johannes Oskar Tillich Superintendent des Kirchenkreises Schönfließ in der Neumark, 1900 folgte seine Berufung nach Berlin, wo er zum Geheimen Konsistorialrat ernannt wurde.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1762">
                  <persName>Seeberger, Elisabeth</persName>
                  <birth>
                     <date>1893-06-17</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1986</date>
                  </death>
                  <idno type="gnd">Keine GND-Nummer</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Elisabeth Seeberger (17. Juni 1893 – 1986) war die Schwester des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Im Jahr 1917 heiratete sie Erhard Seeberger, der über viele Jahre als Pfarrer in Berlin-Tempelhof tätig war.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3243">
                  <persName>Schulz, Herr</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1588">
                  <persName>Reutern, Ilsemargot von</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1139790323</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Ilsemargot von Reutern (1896–1977), geborene Beneke, stammte aus Hamburg. Sie war mit Gerhard von Reutern verheiratet und starb in Berlin. Weitere biographische Informationen sind derzeit nicht bekannt.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2041">
                  <persName>Werner, Marie Luise</persName>
                  <occupation>Psychoanalytikerin</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Marie Louise Werner (1894–1978) war eine deutsche Psychoanalytikerin und Lehrerin. Nach ihrer Ausbildung unterrichtete sie ab 1918 an Berliner Schulen. In den 1920er Jahren besuchte sie gestaltpsychologische Vorlesungen und begann eine Ausbildung am Berliner Psychoanalytischen Institut mit Lehranalysen bei Karen Horney (1928–1931) und Carl Müller-Braunschweig (1940–1942). 1936 wurde sie Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft. Nach dem Krieg arbeitete sie als Psychotherapeutin und zählte zu den ersten Lehr- und Kontrollanalytiker:innen der 1950 gegründeten Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung. Sie war die Schwester von Paul Tillichs Ehefrau Hannah. Ihre Schwerpunkte waren Kinderpsychologie und die Beziehung zwischen Psychoanalyse und bildender Kunst.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__3125">
                  <persName>Delliehausen, Georg</persName>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__707">
                  <placeName>Genf</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>46.20222 6.14569</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2660646/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q30343751</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__356">
                  <placeName>Potsdam</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>52.39886 13.06566</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2852458/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q1711</idno>
               </place>
               </listPlace></back></text>
</TEI>