Der editierte Text

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Mein lieber Junge (Details anzeigen),

Herzlich willkommen in Halle (Details anzeigen)! Hoffentlich hast Du die Reise glücklich überstanden und fängst mit frischen Kräften das neue Semester an! Nun bin ich schon den 4ten Tag hier in | dem lieben D. (Details anzeigen) und erfreue mich an dem gemütlichen Landleben. Das Dölziger Pfarrhaus ist wirklich ideal!1 Du müßtest nur die Stuben sehen! Die Studierstube ist dieselbe geblieben, daneben liegt Kätes (Details anzeigen) „Boudoir“ , ein entzückendes kl. Zimmerchen mit den feinsten Bildern und Möbeln. Nach hinten raus | unsere Wohn- und Eßstube, dunkelrot und schwarze altertümliche Möbel, daneben die Schlafstube mit Bubis Bettchen und Wagen! Drüben der schöne Salon und meine Stube, Küche und Mädchenstube, dann noch ein Logierzimmer für Dich bestimmt. Im Garten fängts an zu blühen und zu grünen, und | wir haben unsere Freude dran. Doch die größte Freude ist doch der kl. Martin (Details anzeigen)! Ein zu lieber Junge, wie Milch und Blut. Morgens um 9 Uhr wird er gebadet; das ist zu niedlich, dann schläft er, um 12 Uhr wird er gefüttert, dann ist er bis 5 Uhr wach, dann schläft er bis 10 Uhr und dann trinkt er wieder | seine Flasche Milch und schläft bis 6 Uhr morgens. Also Martin (Details anzeigen) ist die kleine Hauptperson im Hause Harder, aber eine sehr niedliche. Man wird nicht müde, mit ihm zu spielen. – Abends lesen wir Reuter (Details anzeigen): „Ut mine Festungstid“ (Details anzeigen) vor. Erich (Details anzeigen) u. ich gehen täglich 1-2 St. spazieren. | Er hat außer Sonntag und einigen Amtshandlungen viel Zeit. Seine Freude an dem Jungen ist rührend!

Gestern haben wir Besuch bei dem Grafen (Details anzeigen) gemacht. Sehr nett. Mont Sonnabend fahren K. (Details anzeigen) u. ich mit der Gräfin (Details anzeigen) nach Neudamm (Details anzeigen).

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Montag ist Kränzchen in Schildberg (Details anzeigen). – Nun aber zu Dir! Wirst Du nicht allzu sehr die W.-weiber vermissen? Hast Du schon Nachricht von irgend einem Freunde? Und wie siehts in Halle (Details anzeigen) aus? Schreib nur alles | Bitte aber nicht auf einer offenen Karte v. Deinen Freunden, weil sie doch gelesen werden könnte und das wäre mir doch peinlich! Schicke mir doch die Historiographie u. Alles, was mich interessiert! Entschuldige die Tinte, es gibt hier keine andere! Ländlich – schändlich! Leb wohl. Sei recht wohl u. vergnügt.

Auf eine Dienstagnachricht freut sich Deine Schw. Johanna (Details anzeigen)

Von H. (Details anzeigen) Grüße.


Fußnoten, Anmerkungen

Register

aDölzig
bTillich, Paul
cHalle (Saale)
dDölzig
eHarder, Erich; Harder, Käthe
fDölzig
gHarder, Käthe
hHarder, Martin
iHarder, Martin
jReuter, Fritz
kReuter, Ut mine Festungstid, 1997
lHarder, Erich
mVoss-Dölzig, Max Graf von
nHarder, Käthe
oVoss-Dölzig, Luise Gräfin von
pNeudamm
qSchildberg
rHalle (Saale)
sFritz, Johanna
tHarder, Erich; Harder, Käthe

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 649/193
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
Dölzig - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Johanna Tillich an Paul Tillich vom 24. November 1906
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Johanna Tillich an Paul Tillich von Ende Juni 1907

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Zitiervorschlag

Brief von Johanna Tillich an Paul Tillich vom 17. April 1907, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00160.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L00160.pdf