Der editierte Text

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Mein lieber Paul (Details anzeigen).

Am Sonnabend sollst Du doch von uns Allen, auch von Tante Toni (Details anzeigen) einen Extra Gruß haben, denn dann werden wir beiden Geburtstagskinder noch besonders oft Deiner gedenken u. Dich herwünschen. Hoffentlich gehts Dir in dem schönen heißen Wetter alle Tage besser mit dem Ohr1, so daß Du doch noch zur Wartburg (Details anzeigen) kannst.2 Und dann erst die Vorfreude auf den 3 ten Juli!! Elisabeth (Details anzeigen) und ich bleiben dann noch bis zum 10. Juli in Berlin (Details anzeigen), da Lisbeth (Details anzeigen) silberne Hochzeit am 9. Juli feiert, dann fahren wir beide nach Bielefeld (Details anzeigen) mit den Geschwistern. Du wirst Dich mit | uns freuen, wenn Du hörst, daß unsre Kleine noch kein einzig Mal Halsentzündung gehabt seit du fort bist, hoffentlich erkältet sie sich auch heut nicht, sie ist mit Annas (Details anzeigen) Schwester Rike (Details anzeigen) nach Hohen Neuendorf (Details anzeigen) bei den Großeltern. Letztere haben sich über Deinen Geburtstagsglückwunsch sehr gefreut, aber Du mußt nicht wieder schreiben, daß nur „ alte Tanten “ zum Geb. kämen, u. du deshalb nicht allzu traurig wärst, ihn nicht mitfeiern können zu helfen. „Alte Tanten“ sind meist mehr empfindlich als junge u. es klingt doch auch etwas kränkend, was es doch gewiß nicht sein sollte. Es erinnerte mich lebhaft an die Aufforderung | des Wingolfiten an seinem Tanzkränzchen: „Die alten Damen“ sitzen unter dem Weihnachtsbaum!!! – So etwas darf man nur denken, u. die Sprache ist in solchen Dingen dazu da, die Gedanken zu verbergen. – Ich freue mich schon sehr auf Papas (Details anzeigen) Geburtstag, weniger auf meinen eigenen, übrigens muß ich Dir noch berichten, daß neulich Brandts hier durch Berlin (Details anzeigen) gereist sind, Papa (Details anzeigen) u. ich waren ½ Std. auf der Bahn, u. hat ersteren Onkel mal ganz offen wegen Marie {Blahr} (Details anzeigen) Bescheid gesagt. Hoffentlich hat er nun auch endlich eine richtige Auffassung der Dinge, bes. da Papa (Details anzeigen) ihm noch zum Schluß gesagt hat, daß er überhaupt nicht heiraten wollte, | am aller allerwenigsten aber mich!! Nun wollen wir mal sehen, ob die Menschen mich in Ruhe lassen. Daß Papa (Details anzeigen) einen Phonographen zum Geb. bekommen wird Dir [sic!] gewiß Johanna (Details anzeigen) berichten, die jetzt zur selben Zeit drüben in Papas (Details anzeigen) Auftrag an Dich schreibt (Details anzeigen). Und nun leb wohl für heut. Im nächsten Paket schicke ich Dir viel Schokolade mit. Wenn ich von irgend woher etwas Kuchen oder Sonstiges bekomme, was Dir Freude macht, so bekommst du davon ab. Es grüßt Dich herzlich


Fußnoten, Anmerkungen

1Paul Tillich hatte sich während des Sommersemesters 1905 in Tübingen (Details anzeigen) zweier Ohrenoperationen unterziehen müssen. Vgl. GW XIII, 541 (Details anzeigen); EW V, 26 (Details anzeigen). Patientenakten aus diesem Zeitraum sind nicht erhalten.
2Das 27. Wartburgfest des Wingolfsbundes fand vom 13. bis 16. Juni 1905 statt. Laut Teilnehmerliste nahm Tillich nicht an diesem teil. (Siehe: [Anonym]: Teilnehmerliste (1905), S. 165. (Details anzeigen))

Register

aBerlin
bTillich, Paul
cWinkler, Toni
d
eTillich, Impressionen und Reflexionen, 1972
fTillich, Ein Lebensbild in Dokumenten: Briefe, Tagebuch-Auszüge, Berichte, 1980
gWartburg
h[Anonym], Teilnehmerliste des 27. Wartburgfestes, 1905
iSeeberger, Elisabeth
jBerlin
kLisbeth
lBielefeld
m???, Anna
n???, Rike
oHohen Neuendorf
pTillich, Johannes Oskar
qBerlin
rTillich, Johannes Oskar
sBlahr, Marie
tTillich, Johannes Oskar
uTillich, Johannes Oskar
vFritz, Johanna
wTillich, Johannes Oskar
xBrief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 1. Juni 1905
yWinkler, Toni

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886‒1965. Papers, 1894‒1974., bMS 649/205(15)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
Berlin - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Briefe

Zitiervorschlag

Brief von Toni Winkler an Paul Tillich vom 1. Juni 1905, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00059.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L00059.pdf