Der editierte Text

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25.6.48

Lieber Herr Tillich (Details anzeigen)!

Ich schicke Ihnen hier gleichzeitig die drei letzten Hefte der WANDLUNG, die Sie neulich bei uns nicht mitnehmen konnten, weil es mir doch recht lieb wäre, wenn Sie ein wenig darin blättern würden. In dem ersten Heft des Jahrganges werden Sie gewiss die Beiträge über die „Stuttgarter Erklärung“ interessieren, von denen wir schon mündlich gesprochen haben.1 Ich bin aber fast sicher, dass Sie auch in anderen beiden Heften manches Beziehungsvolle finden werden – mag es nun der Nachdruck des alten Aufsatzes von [F]riedrich Naumann (Details anzeigen),2 mag es mein Tagebuchbeitrag über „Bürgerlichkeit“3 oder mag es Kütemeyers psychoanalytische Schulderörterung sein.4

Darf ich noch einmal anfügen, dass ich mit Bestimmtheit darauf hoffe, von Ihnen einen Beitrag aus dem Umkreis der von uns besprochenen Thematik zu erhalten, sobald Sie wieder in New York (Details anzeigen) sind. Die Auswahl und Formulierung des Themas liegt selbstverständlich ganz bei Ihnen. Ich möchte nur sagen dürfen, dass ich es äusserst reizvoll fände, wenn das Motiv des wiederkehrenden Hauptpastors Göze (Details anzeigen) und des ewig zu erneuernden Lessing (Details anzeigen) in irgendeiner Weise mitspielte, und – was ich neulich leider vergass ausdrücklich zu sagen – dass mich Ihre psychologische Bemerkung über die Fanatisierung und den Fanatismus ganz besonders beeindruckt und gefesselt hat. Vielleicht böte sich auch von hier aus eine Möglichkeit, einen Zugang auch in der kirchlichen und theologischen Problematik zu eröffnen, der für die breite Leserschaft gangbar und begreiflich wäre.

Nun abermals herzlichen Dank für die grosse Freude Ihres Besuches.

Auf Wiedersehen!

Immer Ihr
Sternberger (Details anzeigen)


Register

aTillich, Paul
bAsmussen, Hans Christian
cAsmussen, Stuttgarter Erklärung, 1948
dGroß, Erwin
eGroß, Die unbekannte Schuld der Kirche, 1948
fNaumann, Friedrich
gNaumann, Friedrich
hNaumann, Die politische Mattigkeit der Gebildeten, 1948
iSternberger, Dolf
jSternberger, Tagebuch: Bürgerlichkeit, 1948
kKütemeyer, Wilhelm
lKütemeyer, Deutschland – schuldig oder krank?, 1948
mNew York City
nGoeze, Johann Melchior
oLessing, Gotthold Ephraim
pSternberger, Dolf

Überlieferung

Signatur
Deutschland, Marbach, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Dolf Sternberger (1907–1989)., Nachlass, Handschriftensammlung. A: Sternberger, Dolf., Mappe 4675, DE-2498-HS00106648
Erstpublikation
Alf Christophersen Friedrich Wilhelm Graf: Scherben ihrer Bilder, verlorne Klänge ihrer Stimmen .... Die Korrespondenz zwischen Paul Tillich und Dolf Sternberger. Berlin/ Boston, MA: De Gruyter, 2009, 75–111; hier 98f. ( Journal for the History of Modern Theology / Zeitschrift für Neuere Theologiegeschichte , Bd. 16 (1))
Typ

Brief, maschinenschriftlicher Durchschlag; adressiert: „Herrn Prof. Dr. Paul Tillich, Marburg/Lahn, Hotel Ritter“

Postweg
unbekannt - Marburg an der Lahn
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Dolf Sternbergervom 14. Juni 1948
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Dolf Sternberger an Paul Tillichvom 19. August 1950

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Zitiervorschlag

Brief von Dolf Sternberger an Paul Tillichvom 25. Juni 1948, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L11170.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L11170.pdf