Brief von Elisabeth Tillich an Paul und Hannah Tillich vom 26. März 1935

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Der editierte Text

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Lieber Paul (Details anzeigen), Liebe Hannah (Details anzeigen),

nun wirst Du ja von Deiner Reise um die "halbe Welt" zurücksein und ich will Dir gleich nach New York (Details anzeigen) meinen Gruß senden und 1000x für Deinen lieben langen Brief aus Chicago danken. Es ist doch ein sehr beruhigender Gedanke, wenn Du wieder bei Hannah (Details anzeigen) bist ich habe immer mit etwas Angst an ihre Strohwitwenschaft gerade jetzt gedacht. und dann ist man jetzt schon so an eine weite Trennungsentfernung gewöhnt, daß New York (Details anzeigen) beinah "nah" vorkommt. Die Aufträge Deines Briefes habe ich erfüllt, die Kiste | ist abgegangen, Pf (Details anzeigen) hat das Geld, bei meinem Bekannten im Ministerium war ich jetzt nicht 1) weil Väterchen (Details anzeigen) einmal hingehen will 2) weil ich genau weiß, daß er mir das letzte Mal, als ich da war, den Gesetztesparagraphen vorlas, nachdem Deine Pension nur ruht, und sie sobald Du nach Deutschland kommst, wieder läuft. Ich schicke Dir ja auch das Schreiben aus Frankfurt (Details anzeigen) mit. Aber ich gehe gern und jederzeit zu ihm und laß es Dir noch einmal bestätigen, wenn Du es willst. – Neulich habe ich einmal lange mit Lilli {P}. über Deine Reise gesprochen. Natürlich wäre es weitaus am Schönsten Du kämest nach hier, dann hast Du von allen auch den Kindern wirklich etwas, Väterchen (Details anzeigen) wird Dir ja noch seine Gedanken daüber schreiben. Ich freue mich so, daß Du zum "{??änischen}" kommst, da siehst Du ja auch viel von hier. Jedenfalls habe ich ganz fest vor, zu Dir zu | kommen, wo Du auch seist. Im Juli wollen wir wieder mit den Kindern nach Oberbayern (Details anzeigen) in unser liebes St. Margarethen (Details anzeigen) b. Brannenburg (Details anzeigen), die {???} wollen auch mitkommen. Im August stünde ich dann 8-10 Tage für Dich da und ich weiß garnicht, wie ich mich darauf freue, ich kann es Dir garnicht sagen, jedenfalls ebenso wie M.L. (Details anzeigen) auf Hannah (Details anzeigen), wovon wir natürlich natürlich immer erzählen, wenn wir zusammen sind. Nur hat M.L. (Details anzeigen) noch das Plus von Erdmuthe (Details anzeigen) und {Laly}.

Nun laß Dir auch von uns erzählen. Wir hatten natürlich wieder etwas {besorgliche} Tage durch Erhard (Details anzeigen)s Zustand, den er ja mit vielen Geschäftsfreunden teilt. Durch Berichte über die allgemeine Wirtschaftslage wirst Du ja ganz im Bilde sein. An einem Sonnabend Abend | wurde {ihr} |:er:| wegen seines {???} Zustandes von 2 Fachleuten aus {haus} {???}, ein {Herausgehen} hielten die beiden Doktoren für unbedingt schädlich für seinen Zustand. Wir hatten am Abend des folgenden Tages Gäste und so verging ihm die Zeit ganz gut. Der Anfall dauerte 2 Nächte und einen halben Tag und wir haben uns unendlich gefreut, daß er am letzten Sonntag mit ganzer Freude seine 150 Kinder konfimieren konnte, so froh war ich selten, als ich mit ihn mit |:den Kindern:|einziehen sah, bis zum letzten Augenblick wußte man es ja nicht sicher. Der Anfall war in diesem Jahr viel leichter als im vorigen Jahr zu Anfang unserer Reise, und wir andern hatten ja garnicht darunter zu leiden. Aber ich muß schon sagen, ein Sturm ist es ja immer und man kommt sich nach einigen Tagen so vor, als sei eine Sturzwelle über | einen hinweg gegangen - und man schüttelt sich -, steht wieder auf und wartet auf die nächste! Aber einmal müssen die Anfälle ja auch aufhören. Jedenfalls kann und wird an dem Grund nichts geändert, von Erhard (Details anzeigen) aus, das ist für ihn unmöglich.

Augenblicklich ist {Adi Hassen} bei uns als Gast, er hat eine kleine Volontärstelle in Brannenburg (Details anzeigen), was ja ganz gut für ihn ist. In der nächsten Woche kommt ja Gisela (Details anzeigen) nach Haus. {Kricehlez} ist seit einiger Zeit wieder als {?iger} Pfarrer im Amt, aber unser Gemeindekirchenrat läßt ihn nicht in die Kirche zum predigen, so segnet er seine Konfirmanden am Sonntag im {Dom} ein und die ganze Bekenntnisgemeinde fährt in großen Autos dazu hin, die Autos fahren hier vor den Pfarrhäusern ab.|

Die Kinder sind alle drei ferienreif, das Winterhalbjahr ist doch immer anstrengend. Übrigens geht es M.L. (Details anzeigen)s Wirt jetzt wieder gesundheitlich viel besser. – Schreibt doch recht bald wieder, das heißt Hannah (Details anzeigen) hat wohl jetzt keinen große Lust dazu. Am 4. April wird {Ilse} Margot von Erhard (Details anzeigen) hier ganz still getraut. Gratuliert ihr doch einmal. Geld zum {??} der |:{Eurer}:| Möbel hat sie ja garnicht, ich habe ihr von mir 2 Küchenregale gegeben, die ich noch hatte. Der Mann macht einen sehr netten Eindruck.

Nun für heute gute Nacht, ich habe als Folge der "Sturzwelle" ein unendliches Schlafbedürfnis. Entschuldigt die etwas {klagende} Schrift, aber der Brief sollte heute fertig werden. Habt ihr nicht mal ein Bild von eurer Wohnung, ich mache mir so gern eine Vorstellung davon? Und erzählt viel von Erdmuthe (Details anzeigen) und denkt viel an uns.|:Alle grüßen sehr!:|

1000 Grüße und Kuß Eure

Elisabeth (Details anzeigen)


Fußnoten, Anmerkungen

Register

aBerlin-Tempelhof
bTillich, Paul
cTillich, Hannah
dNew York City
eTillich, Hannah
fNew York City
gAé, Karl
hTillich, Johannes Oskar
iFrankfurt am Main
jTillich, Johannes Oskar
kOberbayern
lSankt Margarethen
mBrannenburg
nWerner, Marie Luise
oTillich, Hannah
pWerner, Marie Luise
qFarris, Erdmuthe
rSeeberger, Erhard
sSeeberger, Erhard
tBrannenburg
uWalker, Gisela
vWerner, Marie Luise
wTillich, Hannah
xSeeberger, Erhard
yFarris, Erdmuthe
zSeeberger, Elisabeth

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 649/184(8)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt
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Brief von Elisabeth Tillich an Paul und Hannah Tillich vom 7. August 1935

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Elisabeth Tillich an Paul und Hannah Tillich vom 26. März 1935, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10179.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

{{Internetquelle |url=https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10179.html |titel=Brief von Elisabeth Tillich an Paul und Hannah Tillich vom 26. März 1935 |werk=Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition. |hrsg=Christian Danz, Friedrich Wilhelm Graf |sprache=de | datum=26.03.1935 |abruf=???? }}
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