Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich, vermutlich von Juni 1934

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Der editierte Text

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Liebste Hannah (Details anzeigen)!

Nun schreibe ich doch noch mal als Antwort auf Deinen Brief mit dem Erdmuthe (Details anzeigen)-Bildchen.1 Ich sitze nach dem Abendbrot auf meines Daches Zinnen, das Wasser ist spiegelglatt, die Sonne geht unter. Unten in den Bäumen summen Millionen Mücken und Junikäfer. Heut sind wir im Canou zu der zweiten der Naturschutzinseln herübergefahren (Entfernung 5–10 Min.)[.] Mit phantastischen Buchten, alles wie in Indianerbüchern. Heute haben sich auch allerhand Schlangen auf der Insel gezeigt. Eine Wasserschlange hat der D Colm (Details anzeigen) auf unserer Canoufahrt erschlagen; eine lief mir unter dem Canou weg, als ich es ins Wasser schob. Der Diener hat eine schwarze gefangen und auf eine andere geschossen. Sie sind aber alle ungefährlich und stören mich nicht im Geringsten. Man ist eben in der Wildnis. Sonst waren wir heut sehr fleissig, Colm (Details anzeigen) und ich haben stundenlang jeder an seinem Artikel geschrieben; ich natürlich auf einem Fels am Wasser. Vergiss nicht, ein gutes Mückenmittel mitzubringen. Wir haben hier Mosquitone| das nach 2 Minuten alles beseitigt. Am besten für jeden einen Stift, da man es gut tut, immer bei sich zu haben. Im Haus ist natürlich keine einzige und dadurch ist es gar nicht schlimm. Der Erfinder des Screens sollte in jeder Stadt ein Denkmal haben (und in Wallhall einziehen, wie Colm (Details anzeigen) sagte) – – So sitze ich zwischen Schlangen und Mücken und bin selig, weil es so schön ist.

Über das Geld habe ich mit Colm (Details anzeigen) gesprochen: Es ist technisch kaum möglich, dass ich Dir jetzt was schicke, da wir kanadisches Geld haben und, um Dollar mit Postanweisung zu schicken, eine Extrafahrt nach America (Details anzeigen) machen müssten: Nun hatte Frau Pratt (Details anzeigen) mir angeboten, Dir noch Geld zu leihen und ich hatte ihr gesagt, sie sollte Dich fragen; Du kannst also dort anrufen. Colm (Details anzeigen) sagte, Du sollst bei Feiler (Details anzeigen) anrufen: Halifax 7-3332; sonst Bewers (Details anzeigen) (Details anzeigen) oder Loebs (Details anzeigen) (Details anzeigen).

Der Schmerz[,] dass Ihr nicht da seid, wird mit jedem herrlichen Tag groesser. Wenn doch das Telegramm käme! Schicke es nicht zu spät, da es nicht gebracht, sondern zweimal am Tag auf der Post abgeholt wird!


Fußnoten, Anmerkungen

1Liegt nicht vor.

Register

aTillich, Hannah
bFarris, Erdmuthe
cColm, Gerhard
dColm, Gerhard
eColm, Gerhard
fColm, Gerhard
gVereinigte Staaten von Amerika
hPratt, ???
iColm, Gerhard
jFeiler, Arthur
kBewer, Julius August
lBewer, ???
mLoeb, Lotta
nLoeb, ???
oTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Hannah. Papers, 1896-1976., bMS 721/3(4)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Postkarte von Paul Tillich an Hannah Tillich vom 16. April 1934 [PS]
nächster Brief in der Korrespondenz
Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich, vermutlich von Juni 1934

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich, vermutlich von Juni 1934, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10017.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L10017.pdf