Der editierte Text

| Der Jammer ist nur, daß ich so wenig zur Arbeit komme. Der Vormittag ist von Kollegs besetzt, der Nachmittag von Spaziergängen. Denn ich kann es nicht übers Herz bringen, bei strahlendem, wolkenlosem Himmel und einer Natur, die mir bei jedem Schritt wie ein neues, unbekanntes Wunder entgegentritt, zu Hause zu bleiben. Stundenlang streife ich, meist allein, durch unbekannte Wälder, Wiesen und Berge und genieße, was ich ein halbes Jahr mit Schmerzen entbehrt habe. Die Obstblüte hat ihren Höhepunkt schon überschritten, die Stachelbeeren fangen an zu reifen, die Eichen sind ganz grün. Zum ersten Mal wird mir das Rätsel gelöst, warum der Mai von den Dichtern so gerühmt wird.1

Fußnoten, Anmerkungen

1Das Brieffragment ist überliefert in: Wilhelm und Marion Pauck: Paul Tillich. Sein Leben und Denken. Band I: Leben (1978) (Details anzeigen), S. 31. Laut Quellenangabe der Herausgeber befand sich das Original im Archiv der Harvard Divinity School Library.

Register

aPauck, Paul Tillich. Sein Leben und Denken, Bd. 1: Leben, 1978

Überlieferung

Signatur
Erstpublikation
Wilhelm Pauck Marion Pauck: Paul Tillich. Sein Leben und Denken. Band I: Leben. 1. Stuttgart / Frankfurt am Main: Evangelisches Verlagswerk Stuttgart / Verlag Otto Lembeck, 1978, 31.
Typ

Brieffragment, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Postkarte von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 21. Oktober 1898
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Johannes Tillich an Paul Tillich vom 12. Mai 1905

Entitäten

Literatur

Zitiervorschlag

Brieffragment von Paul Tillich an Johannes Tillich aus dem Mai 1905, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01609.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L01609.pdf