Der editierte Text

|
Montag

L. Paulus (Details anzeigen),

Ich sehe es ein: So geht es nicht mit uns beiden.

Heute nacht um 2 wachte der Junge (Details anzeigen) durch mein Husten auf und machte Radau, und nachher konnte ich nicht mehr einschlafen, weil die Gedanken kamen.

Denke Dir, ich hatte gestern bevor Du kamst, gebadet, mich innerlich und äusserlich für Dich schön gemacht, – und wie Du kamst, da war es sehr bald vorbei.

Und ich empfand es als Deine Schuld, dass Du mich nicht erobern konntest. Nicht in handgreiflicher Tat wie Du es gerne möchtest, sondern in geistiger Überwindung.

Du willst etwas Angenehmes von mir haben, das Dir jetzt in Deinem Leben fehlt, aus alter Gewohnheit, aus alten Rechten, vielleicht aus meinem gnädigen Mitleid, und dieser Tat widersetzt sich jetzt meine Natur.

Ob mit Recht oder Unrecht, das ist eben Frage, die mich beunruhigt.


Fußnoten, Anmerkungen

Register

aTillich, Paul
bTillich, Klaus Eberhard
cTillich, Margarete

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886‒1965. Papers, 1894‒1974, bMS 649/193
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt

Entitäten

Personen

Zitiervorschlag

Brief von Greti Tillich an Paul Tillich vermutlich aus dem Jahr 1921, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01588.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

{{Internetquelle |url=https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01588.html |titel=Brief von Greti Tillich an Paul Tillich vermutlich aus dem Jahr 1921 |werk=Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition. |hrsg=Christian Danz, Friedrich Wilhelm Graf |sprache=de | datum= |abruf=???? }}
L01588.pdf