Der editierte Text

|
27.8.20

Lieber Paulus (Details anzeigen),

heute war ich in diesem Amerikainstitut. Wenn Du willst, kannst Du persönlich an Dr. Wildhagen (Details anzeigen) schreiben, aber ich denke, dass die folgende Auskunft genügen wird: Volland (Details anzeigen) hat für 33 Professoren aus Deutschl u Österreich Freistellen eingerichtet, entweder an der See oder auf dem Lande bei Familien. Man kann auch 4 Wochen bleiben. Da es erst jetzt in die Universitätsferien fällt, hat sich mancher nicht gemeldet, Du kannst aber immer noch hin. Ich sprach heute mit Dox (Details anzeigen), der aus Rheinsberg (Details anzeigen) zurück kam. Er rät Dir sehr dazu, da es vielleicht mit Wien (Details anzeigen) nichts wird. Der Kursus ist nur für {Braunau (Details anzeigen)}, Ihr bekommt keine Pässe, auch Dox (Details anzeigen) nicht, als Regierungsvertreter, dass er fürchtet, viel Schwierigkeiten zu haben zu einem Pass, dass man ihn nicht in wenigen Tagen bekommt. Wenn er das schon vorher sagt, dann lässt er es auch meistens.–

Hannah (Details anzeigen) schrieb Dox (Details anzeigen) einen merkwürdigen Brief über ihre Schwester1, legte auch einen von ihr bei, worin er ihre Zuneigung erkennen konnte. Ich finde es nicht richtig, dieses Drängen. Sie könnte es doch ebenso gut von Dir verlangen, da Dox (Details anzeigen) von selbst nicht angefangen hat und auch nicht will. Eigentlich hättest Du jetzt doch mehr Zeit. –

Kürzlich war ich in Friedenau (Details anzeigen). Frl. Rudolf (Details anzeigen) war etwas unglücklich, dass Frl. Zuhl (Details anzeigen) in meinem Bett dauernd eine Freundin einquartiert hatte, ohne vorher etwas davon zu sagen. Ich habe sie nun höflich gebeten, sie doch unten in Deinem Zimmer schlafen zu lassen, da ich öfters zu Haus schlafen würde. Dann hätten wir das Zimmer ebenso gut vermieten können, was wir überhaupt hätten tun können.|

Sonst geht alles seinen gleichen Gang, es wird draussen früh Herbst. Ich habe die Äpfel gepflückt und sitze friedlich bei meinem Mohn und schüttele ihn aus. Ich habe keine Sehnsucht nach Menschen. Sonntag habe ich notgedrungen Sthamer (Details anzeigen) eingeladen, der nächste Woche nach Rostock (Details anzeigen) fährt, um Dicki (Details anzeigen) zu heiraten.

Es ging schneller, als ich dachte. –

Hoffentlich fühlst Du Dich allmählich erholt. Mir geht es sehr gut, wenn ich auch im Gesicht mager geworden bin zu meinem Bedauern.


Fußnoten, Anmerkungen

1Es kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden, ob Liesel (Details anzeigen) oder Marie Luise (Details anzeigen) gemeint ist.

Register

aTillich, Paul
bWildhagen, Karl
cVolland, ???
dWegener, Carl Richard
eRheinsberg
fWien
gBraunau
hWegener, Carl Richard
iTillich, Hannah
jWegener, Carl Richard
kWerner, Liesel
lWerner, Marie Luise
mWegener, Carl Richard
nBerlin-Friedenau
oRudolf, Fräulein
pZuhl, Fräulein
qSthamer, Eduard
rRostock
sSthamer, Margarete
tTillich, Margarete

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886‒1965. Papers, 1894‒1974, bMS 649/193
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Greti Tillich an Paul Tillich vom 27. August 1920, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00675.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

{{Internetquelle |url=https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00675.html |titel=Brief von Greti Tillich an Paul Tillich vom 27. August 1920 |werk=Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition. |hrsg=Christian Danz, Friedrich Wilhelm Graf |sprache=de | datum=27.08.1920 |abruf=???? }}
L00675.pdf