Der editierte Text

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25. Mai 1932

Sehr verehrter Herr Professor (Details anzeigen),

den Brief meines Leipziger (Details anzeigen) Kollegen Frentzel (Details anzeigen) (Details anzeigen), von dem Sie mir mit Ihren freundlichen Zeilen vom 22. ds. Mts. (Details anzeigen) freundlichst Kenntnis geben, und den ich Ihnen in der Anlage mit bestem Dank wieder zurückgebe, entnehme ich gerne, dass das weitere Schicksal Ihrer Verträge mit Reichl sich offenbar ganz so entwickeln wird, wie ich es mir bei meinem Besuche in Frankfurt (Details anzeigen) vorgestellt habe. Ich ermächtige Sie daher gerne, meine Firma als denjenigen Verlag zu bezeichnen, „mit dem Sie sich hinsichtlich der Herausgabe weiterer Werke zu verständigen wünschen und der zugleich auch für den weiteren Vertrieb Ihrer bisher bei Reichl erschienenen Werke tätig werden müsste.“ Das bedeutet zugleich meine Bereitwilligkeit, in die von ihnen mit Reichl abgeschlossenen Verlagsverträge einzutreten. Nur auf die Weiterführung des „Kairos (Details anzeigen) (Details anzeigen)“ kann ich mich heute nicht ohne weiteres festlegen. Denn dafür müsste ich erst Näheres wissen, nicht nur über Auflage und Bestände der beiden bei Reichl erschienenen Bände, sondern auch über Ihre Aussichten und Absichten für die Zusammenstellung weiterer Bände.

Herr Dr. Wiesengrund (Details anzeigen) hat mir inzwischen sein Manuskript eingeschickt, worauf ich ihm heute laut beiliegendem Durchschlag geschrieben habe. Einen Umfang von beinahe 20 Druckbogen halte ich, unter uns gesagt, für eine Habilitationsschrift für undiskutierbar.1 Denn wer soll heute für eine Anfängerarbeit dieselbe Zahl in Reichsmark bezahlen? Und ich habe noch immer die Erfahrung gemacht, dass der Zwang zu äusserster Konzentration gerade monographischen Untersuchungen gut zu bekommen pflegt.

Was mir bei der Begründung der im Laufe der letzten Jahre begonnenen Monographienreihen vorschwebte, sehen Sie am besten aus meinem „Grünen Heft“ vom 24. Oktober 1931, das ich hier nochmals beifügen darf.

Mit freundlichen Grüssen und Empfehlungen bin ich stets Ihr ganz ergebener

Dr. O. Siebeck (Details anzeigen).


Fußnoten, Anmerkungen

1Die Eingereichte Fassung der Habitilation (Details anzeigen) ist nicht überliefert, lediglich eine stark korrigierte veröffentlichte Fassung.

Register

aTillich, Paul
bBrief von Kommissionsbuchhandel F. Volckmar (Theodor Frentzel und Johannes Starkloff) an Paul Tillich vom 13. Mai 1932
cLeipzig
dVolckmar-Frentzel, Theodor
eBrief von Paul Tillich an Oskar Siebeck vom 22. Mai 1932
fFrankfurt am Main
gTillich (Hg.), Kairos. 1ter Band: Zur Geisteslage und Geisteswendung, 1926
hTillich, Kairos. 2ter Band: Protestantismus als Kritik und Gestaltung, 1929
iAdorno, Theodor W.
jAdorno, Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen. Beiträge zur Philosophie und ih..., 1933
kSiebeck, Oskar

Überlieferung

Signatur
Deutschland, Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Handschriftenabteilung, Archiv des Verlages J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Nachl. 488, A 0469,5; Blatt 143-205
Typ

Brief, maschinenschriftlicher Durchschlag
Adressiert: „Herrn Professor D. Dr. Paul Tillich, Frankfurt (Main)-Niederrad, Vogelstrasse 11“

Postweg
Tübingen - Frankfurt am Main
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Oskar Siebeck vom 22. Mai 1932
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Oskar Siebeck vom 15. August 1932

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Briefe

Zitiervorschlag

Brief von Oskar Siebeck an Paul Tillich vom 25. Mai 1932, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01148.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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