Der editierte Text

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Sehr geehrter Herr Doktor (Details anzeigen)!

Wie es mit den „Verhandlungen (Details anzeigen)“ des letzten evang.-sozialen Kongresses werden wird, ist noch keineswegs sicher. Grundsätzlich hat man seinerzeit die von uns gestellten neuen Bedingungen für die Uebernahme des Verlages angenommen, uns auch einen großen Teil des Manuskriptes zur Abschätzung gesandt. Dann hat aber kein Wort weiter verlautet. Unter diesen Umständen sind wir in keiner Weise berechtigt, irgend welchen Widerspruch gegen einen gesonderten Abdruck Ihres Vortrages zu erheben, und werden das natürlich auch nachher nicht können, wenn es wirklich noch zum Druck der ganzen Verhandlungen kommen wird.

Wege zur Philosophie. Gern hätten wir Ihr Heft schon früher gehabt. Aber es ist natürlich, daß Ihnen dessen Ausarbeitung, da es doch eine Art Musterheft werden soll, besonders viel Kopfzerbrechen macht, und wir wollen Sie in keiner Weise drängen, sind wir doch selber mit den Vorschlägen für den endgültigen Herausgeber-Vertrag und die Mitarbeiter-Grundsätze im Rückstande geblieben, da sich bei uns die Geschäfte in einer Weise gedrängt haben, wie es nie zuvor der Fall gewesen ist. Anbei übersenden wir Ihnen nunmehr diese Entwürfe und bitten, sie in Ruhe durchzuprüfen.1 Früher haben wir mit den Mitarbeitern stets einen formellen Vertrag ungefähr desselben Wortlauts, wie ihn die Grundsätze enthalten, abgeschlossen. Wir können uns das aber und die Abgabe für den Stempel2 sparen, wenn wir brieflich, unter Bezugnahme auf die beigelegten Grundsätze abschließen.

Die Vervielfältigung des von Ihnen aufgestellten Planes hat wohl noch etwas Zeit? Sie kann aber schnellstens erfolgen, wenn Sie, was vielleicht doch ganz angebracht ist, zunächst erst einmal für einige besonders nützliche Hefte Mitarbeiter werben wollen.

Ferner fügen wir hier bei die seinerzeit für die Mitarbeiter aufgestellten Richtlinien, von denen noch etwa fünfzig Stück vorhanden sind.3 Vielleicht kommen Sie mit diesen Richtlinien aus; sie können evt. durch ein hier zu vervielfältigendes Blatt ergänzt werden, wenn das Ihnen nötig erscheint. Die Hauptwerbearbeit verschieben Sie aber doch wohl besser, bis wir auf Ihr eigenes Heft verweisen können.

Ferner fügen wir noch einen Prospekt bei, aus dem Sie sehen, daß noch drei Hefte in Aussicht genommen waren. Sollen wir die Betreffenden daran erinnern? Mit Joel (Details anzeigen) liegt ein formeller Vertrag nicht vor.

Mit besten Empfehlungen


Fußnoten, Anmerkungen

2Stempelsteuer oder Stempelgebühren wurden fällig, wenn Verträge oder sonstige schriftlich fixierte Vereinbarungen mit einer Stempelmarke für beide Seiten als rechtsverbindlich dokumentiert wurden.

Register

aTillich, Paul
bo.A., Die Verhandlungen des 27. und 28. Evangelisch-sozialen Kongresses abgehalte..., 1921
cTillich, Paul
dGraf, Friedrich Wilhelm
eGraf, Ein unbekannter Systementwurf Paul Tillichs. Zur Entstehungsgeschichte von ..., 2020
fGraf, Friedrich Wilhelm
gGraf, Ein unbekannter Systementwurf Paul Tillichs. Zur Entstehungsgeschichte von ..., 2020
hJoël, Karl

Überlieferung

Signatur
Deutschland, Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Handschriftenabteilung, Nachlass 494 (Archiv des Verlages Vandenhoeck & Ruprecht), Nachl. 494, G 1888–1936. G 1920. 126; Blatt 350–395
Erstpublikation
Friedrich Wilhelm Graf: „Ein unbekannter Systementwurf Paul Tillichs. Zur Entstehungsgeschichte von Tillichs Das System der Wissenschaften nach Gegenständen und Methoden“ . In: Zeitschrift für Neuere Theologiegeschichte 27/1 (2020), S. 26–170, hier: 109f..
Typ

Brief, maschinenschriftlicher Durchschlag
Adressiert: „14. Dezember 1920. Herrn Privatdozent Dr. Tillich, Berlin-Friedenau.“

Postweg
unbekannt - Berlin-Friedenau

Entitäten

Personen

Literatur

Zitiervorschlag

Brief von Wilhelm Ruprecht an Paul Tillich vom 14. Dezember 1920, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00699.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

{{Internetquelle |url=https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00699.html |titel=Brief von Wilhelm Ruprecht an Paul Tillich vom 14. Dezember 1920 |werk=Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition. |hrsg=Christian Danz, Friedrich Wilhelm Graf |sprache=de | datum=14.12.1920 |abruf=???? }}
L00699.pdf