Der editierte Text

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Sehr geehrter Herr (Details anzeigen)!

Da sich Gelegenheit bot, war Abschrift Ihres Entwurfs noch einem sehr angesehenen Gelehrten1 vorgelegt worden, der den Entwurf mit Randbemerkungen zurückgegeben hat, aber unter der Bedingung, daß er nicht genannt werde, da er sich beim besten Willen auf eine weitere Erörterung nicht einlassen könne. Für den Herrn ist seine historische Stellung zur Philosophie entscheidend. Er möchte vor allem, daß die Probleme auch vom Standpunkt anderer Kulturen aus betrachtet würden. Wie weit das bei unsern elementaren Einführungen berechtigt und möglich ist, werden Sie zu beurteilen haben. Zur letzten Reihe sind keinerlei Bemerkungen gemacht. Mit dieser scheint der Herr einverstanden zu sein. Er scheint mehr sich auf die Gebiete der Mathematik, Biologie, exakten Philosophie usw. zu verstehen. Ob er für eine populäre Darstellung das richtige Verständnis hat, wissen wir nicht zu beurteilen, und müssen es Ihnen überlassen, aus dieser Kritik, die wir im Wortlaut übermitteln, etwaige Folgerungen zu ziehen. Im Verlage von Rösl Cie. in München (Details anzeigen) beginnt soeben ein neues großes philosophisches Unternehmen unter dem Titel „Philosophische Reihe“, herausgegeben von Werner (Details anzeigen), zu erscheinen, das zwar ganz anders angelegt ist, aber uns doch hie und da erhebliche Konkurrenz bereiten kann. Und auch bei Felix Meiner soll ein neues Unternehmen im Gange sein, bei dem die führenden lebenden Philosophen ihre Philosophien kurz darlegen.2 Natorp (Details anzeigen) soll auch dabei sein und wird hoffentlich seinem Hefte, das uns die Veranlassung zu der Nebenreihe war, nicht Konkurrenz bereiten.3

Hochachtungsvoll und ergebenst


Fußnoten, Anmerkungen

1Gemeint ist der Philosoph und Schriftsteller Oswald Spengler (Details anzeigen).
2Gemeint ist die von Raymund Schmidt (Details anzeigen) herausgegebene Reihe „Die deutsche Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen“, die ab 1921 erschien.
3Ein Beitrag von Paul Natorp (Details anzeigen) findet sich im ersten Band dieser Reihe. Siehe: Paul Natorp (Details anzeigen): Paul Natorp (Details anzeigen) (1921).

Register

aTillich, Paul
bSpengler, Oswald
cMünchen
dWerner, Alfred
eSchmidt, Raymund
fNatorp, Paul
gNatorp, Paul
hNatorp, Paul
iNatorp, Paul Natorp, 1921

Überlieferung

Signatur
Deutschland, Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Handschriftenabteilung, Nachlass 494 (Archiv des Verlages Vandenhoeck & Ruprecht), Nachl. 494, G 1888–1936. G 1920. 126; Blatt 350–395
Erstpublikation
Friedrich Wilhelm Graf: „Ein unbekannter Systementwurf Paul Tillichs. Zur Entstehungsgeschichte von Tillichs Das System der Wissenschaften nach Gegenständen und Methoden“ . In: Zeitschrift für Neuere Theologiegeschichte 27/1 (2020), S. 26–170, hier: 94.
Typ

Brief, maschinenschriftlicher Durchschlag
Adressiert: „25. September 1920. Herrn Privatdozent Dr. Tillich, Berlin-Friedenau.“

Postweg
unbekannt - Berlin-Friedenau

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Zitiervorschlag

Brief von Wilhelm Ruprecht an Paul Tillich vom 25. September 1920, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00680.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L00680.pdf