Der editierte Text

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Sehr verehrter, lieber Herr Tillich (Details anzeigen)!

Ich denke Sie werden inzwischen in Marburg (Details anzeigen) einpassiert sein, und [ich] wollte nun einmal vorfühlen, wie es mit Ihrem Reiseprogramm stehen mag. Wenn ich einmal persönlich wünschen könnte, wäre es mir das liebste, Sie kämen auf irgend einer Reise hier durch Soest (Details anzeigen), das alte nette Städtchen Westfalens durch, hielten hier einen Vortrag mehr populärer Art und ich hätte dann Gelegenheit, mit Ihnen in Ruhe einmal über die uns gemeinsam bewegenden theologischen Probleme sprechen zu können. Soest (Details anzeigen) ist kulturell und theologisch durchaus aufgeschlossen und ich könnte hier für die nötige Vorbereitung gut sorgen. Die zweite Möglichkeit eines Zusammenkommens, die die erste übrigens nicht ausschließt, wäre die, daß Sie in Münster (Details anzeigen) vor unseren Studenten sprechen. Nur ist Münster (Details anzeigen) eine hochgradig zerstörte Stadt, die Studenten mit Auslandsvorträgen etwas überfüttert und räumlich und zeitlich alles schrecklich beengt. Ich bin immer nur Dienstag u. Mittwoch in Münster (Details anzeigen), dann muß ich für die anderen Wochentage mein Zimmer, das ich mit dem Holl (Details anzeigen)schüler Stupperich (Details anzeigen) teile, an Rengtsdorf (Details anzeigen) abtreten. Vor allem fürchte ich persönlich, wenn es bloß bei einem Münsterer Vortrag Ihrerseits bleibt, zu kurz wegzukommen. Auf alle Fälle wäre ich Ihnen für baldige Rückäußerung dankbar, damit erforderliche Vorbereitungen getroffen werden können. Unser Semester in Münster (Details anzeigen) ist am 15. Juli zuende.

Ich darf Ihnen versichern, wie sehr ich mich auf |:ein:| Wiedersehen freue. Ich habe zwar damals nur ein Semester 1924 bei Ihnen hören können, habe mich aber Ihrer Problemstellung und Auffassung immer so verbunden gefühlt, daß ich mit großer Spannung einer Begegnung entgegensehe, vor allem auch im Hinblick auf die Auseinanderset[z]ung über den mir immer bedenklicher werdenden Bart|:h:| (Details anzeigen)ianismus.

Seien Sie herzlichst be- und gegrüßt
von Ihrem sehr ergebenen

27. Mai 48.

F. Konrad (Details anzeigen).


Fußnoten, Anmerkungen

Register

aTillich, Paul
bMarburg an der Lahn
cSoest
dSoest
eMünster
fMünster
gMünster
hHoll, Karl
iStupperich, Robert
jRengtsdorf, Karl Heinrich
kMünster
lBarth, Karl
m

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974., bMS 649/159 (21)
Typ

Brief, maschinenschriftlich; Unterschrift eigenhändig; Stempel am oberen linken Blattrand: „Prof. Lic. Dr. Konrad, ¿¿¿ Soest i. Westf., Ro¿¿¿gasse 1“

Postweg
Soest in Westfalen - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von J. Konrad an Paul Tillichvom 27. Mai 1948, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L11140.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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