Der editierte Text

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Lieber Herr Professor (Details anzeigen),

Ich habe ein schrecklich schlechtes Gewissen, weil ich so lange nichts von mir hören liess u. nicht einmal auf die freundliche Karte Ihrer Sekretärin (Details anzeigen)1 antwortete. Der Grund war, dass ich sehr viel ausserhalb Roms (Details anzeigen) war u. eine Zeit lang Mama (Details anzeigen) gesundheitlich nicht gut beisammen war. Dieser {¿¿¿}, den einen langen Brief schrieb hat nie geantwortet, so hat er halt in {¿¿¿} mir Sprüche gerissen. Ich hatte schon die Hoffnung gehabt, in April in New York (Details anzeigen) zu sein, da Mama (Details anzeigen) u. ich im Dezember hier einem älteren Herrn vorgestellt wurden von guten Bekannten, der mir bis spätestens Ende Januar versprach den Affidevit [sic!] für mich zu senden. Er sagte, wenn es nach ihm ginge, wäre Ende Januar schon in U. S. A. (Details anzeigen) u. es hänge sobald ich die Dokumente von Amerika (Details anzeigen) hätte, nur von mir ab, die Abreise zu beschleunigen. Von London (Details anzeigen)| hatten wir noch einen sehr netten Brief von dem Herrn u. dann nichts mehr. Dieser Herr ist gebürtiger Russe jetzt Amerikaner u. sein Onkel soll der grösste Antiquitätenhändler in New York (Details anzeigen) sein. Ich kann mir nur vorstellen, dass dieser Herr schwer erkrankt oder etwas passiert ist. Er ist Vice Präsident des Opera Films – New York (Details anzeigen) 19, 140 West 57th Street. Lieber Herr Professor (Details anzeigen) diese Ausreisehoffnung bedeutet gar alles für mich, wie Sie sicher verstehen können u. ich bitte Sie von ganzen Herzen, wenn Sie eine freie Minute haben, die Opera Film Company anzurufen u. nach Herrn Kipuis (Details anzeigen) zu verlangen u. ihm zu sagen[,] dass Sie gute Freunde von uns sind u. ich schrieb sich zu erkundigen da Mama (Details anzeigen) u. ich so lange keine Nachrichten hatten. Wollen Sie bitte so lieb sein u. mir nochmals einen grossen Gefallen erweisen. Hier ist nichts mehr für mich zu erhoffen in Arbeit u. jeder Beziehung, seit die Amerikaner weg sind ist es| wie ausgestorben u. das Leben hoffnungslos geworden. Für Italiener als Künstlerin unmöglich zu arbeiten, Künstler werden hier als Zigeuner angesehen in dieser Beziehung ist man ein paar hundert Jahre zurück. Ausser Sonnenschein, der sehr schön ist[,] ist hier nichts zu machen aber von Sonnenschein u. blauem Himmel allein lebt man nicht. Ich seh mich hier schon eine alte Jungfer werden u. mit 80 werde immer noch Briefe nach New York (Details anzeigen) schreiben – Wie geht es Ihnen lieber Herr Professor (Details anzeigen) u. Ihrer Frau (Details anzeigen)? Wie gerne würde ich Sie nach so langen Jahren wiedersehen. Mama (Details anzeigen) sendet viele herzliche Grüsse. Seien Sie bitte nicht böse[,] dass so lange nicht schrieb u. lassen Sie bald von sich hören.

Nochmals herzlichen Dank für Ihre Bemühungen u. viele liebe Grüsse

Ihre
Elena Beaucour (Details anzeigen)


Fußnoten, Anmerkungen

1Liegt nicht vor.

Register

aRom
bTillich, Paul
cSecretary of Paul Tillich (UTS)
dRom
eGutsch Nauman, Nimi Jeanne
fNew York City
gGutsch Nauman, Nimi Jeanne
hVereinigte Staaten von Amerika
iVereinigte Staaten von Amerika
jLondon
kNew York City
lNew York City
mTillich, Paul
nKipuis, ???
oGutsch Nauman, Nimi Jeanne
pNew York City
qTillich, Paul
rTillich, Hannah
sGutsch Nauman, Nimi Jeanne
tBeaucour, Elena

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974., bMS 649/123(37)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
Rom - New York
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Elena Beaucour vom 17. Februar 1946

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Elena Beaucour an Paul Tillich vom 18. oder 19. März 1947, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L11058.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L11058.pdf