Der editierte Text

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Dec. 31. 41

Verehrter Herr und Freund (Details anzeigen)!

|: Ich bin doch sehr froh, dass Sie einmal auf meinem Balkon in Genf (Details anzeigen) waren & wir zusammen auf den blauen See hinabschauten, von dem ich nun abgeschnitten bin.:| Ihr Buch über Interpretation of History (Details anzeigen) war mein Reisebegleiter auf der Reise nach Californien (Details anzeigen), wo ich eine lectureship habe. Es war eine Entdeckung für mich, die frühere Eindrücke bestätigte. Ich war wieder überrascht von einer Parallelität der Lebenserfahrung, psychologischen Einstellung, Theolog. Verarbeitung – zu meinem eigenen Leben & Denken, sodass ich während des Lesens oft an Sätze und sogar Ausdrücke dachte, die ich während meiner Vorträge dies Jahr gebrauchte oder in früheren Artikeln {zb} über „Geist & Dämonie in der Geschichte“ ohne Ihre so viel tieferen Ausführungen darüber gekannt zu haben. {Oder} über die Psychologie der „Grenze“, über die ich so oft spreche; (ein Buch von mir mit Meditationen heisst „Auf der Schwelle“), oder die Kritik an Barth (Details anzeigen), dessen {letzter} Entwicklung ich nicht mehr folgen kann und dessen Wirkung auf unsere {Sch???g.} Kirche störend & gefährlich ist. Im Grund sehe ich erst jetzt, a posteriori ein, dass mir Barth (Details anzeigen), solange ich von ihm lernen konnte, den Weg zu Ihren Gedanken verbaut hatte, denen ich meiner| Natur & Lebensführung nach so viel näher stehe, |:war auch Mitglied des Berliner Wingolf also Br.:| auch in Ihrer Stellung zur Psychologie, zur Kunst (was für Tage verlebte ich in Ravenna (Details anzeigen)!) zu einer Philosophie des Lebens – ich schrieb eine Schrift über Bergson, „Philos. des Lebens“ – ohne hier die Grenzen zu übersehen), zur alten Kirche, zur Kultur, zum „fellowship“, zu Heimat & Freunde. So ist dann also ein Kairos für mein Verständnis Ihrer Gedanken gekommen, die ich bisher nicht in dieser Ausweitung gekannt habe abgesehen von „Relig Lage“, „Relig Verwirklichung“ und kleiner Schriften |:Prot. als Krit. & Gestaltung:|. Ich bin froh darüber, weil ich mich hier so viel freier & weiter fühle als bei Barth (Details anzeigen), dessen {Intoleranz}, & Liebesarmut mich oft erkältete – so sehr er Notwendiges zu sagen hatte. Ich bedaure nur, dies Buch von Ihnen nicht schon vor der Fertigstellung meines Manuskripts zu einem neuen Buch Church of faith in a time of Chaos gelesen zu haben – sowohl wegen der natürlichen Parallelen die sich zeigen, als wegen der tiefen Begründung die Sie für manches geben, das ich nun streichen kann. Neben Differenzen wollen wir einander viel {rechtes}. Heute nur Dank für viele fruchtbare lange Abende, die |:ich auf der Reise mit Ihnen verbracht habe & beste Wünsche zum neuen Jahr für Sie & die Ihrigen.:|

|:Ihr in Freundschaft ergebener:|

|:Adolf Keller (Details anzeigen):|


|:{Co}Bishop, office, Cathedral House 615 Figueroa Street Los Angeles (Details anzeigen). Ich bin {könnte} schwer zurück. Meine Daueradresse ist immer Federal Council 297. 4th {corner} New York (Details anzeigen) wo mein Sekretärin Miss {Joanne} M. Mitchell (Details anzeigen) 8th Floor TelGram 5-3475-e?tens 44 stets Bescheid weiss-:|

Fußnoten, Anmerkungen

Register

aTillich, Paul
bGenf
c
dKalifornien
eBarth, Karl
fBarth, Karl
gRavenna
hBarth, Karl
iKeller, Adolf
jLos Angeles (CA)
kNew York City
lMitchell, ?

Überlieferung

Signatur
Deutschland, Marburg, Philipps-Universität Marburg, Deutsches Paul-Tillich-Archiv, ?
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Adolf Keller an Paul Tillich vom 7. September 1948

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Adolf Keller an Paul Tillich vom 31. Dezember 1941, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10544.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L10544.pdf