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         <titleStmt>
            <title>Brief von Adolf Keller an Paul Tillich vom 31. Dezember 1941</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1038">Adolf Keller</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>Deutschland</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__279">Marburg</settlement>
                  <institution>Philipps-Universität Marburg</institution>
                  <repository>Deutsches Paul-Tillich-Archiv</repository>
                  <idno>?</idno>
               </msIdentifier>
               
               <physDesc>
                  <p>Brief, eigenhändig</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
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         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1038">Adolf Keller</persName>
               <date when="1941-12-31">31.12.1941</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1038">Korrespondenz mit Adolf Keller</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1038" target="L11224.xml">Brief von Adolf Keller an Paul Tillich vom 7. September 1948</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L10543.xml">Brief von Paul und Hannah Tillich an Max und Maidon Horkheimer vom 21. Dezember 1941</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L10546.xml">Brief von Max Horkheimer an Paul Tillich vom 05. Januar 1942</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1941-12-31"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="MI" when="2025-10-09">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
      </revisionDesc>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><date when="1941-12-31">Dec. 31. 41</date></dateline>
               <salute>Verehrter <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr
                  und Freund</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>
               <add place="above"> Ich bin doch sehr froh, dass Sie einmal auf meinem Balkon in <rs ref="#tillich_place_id__707" type="place">Genf</rs> waren &amp; wir zusammen
                  auf den blauen See hinabschauten, von dem ich nun abgeschnitten bin.</add> Ihr <rs ref="#" type="bibls">Buch über Interpretation of History</rs> war mein
               Reisebegleiter auf der Reise nach <rs ref="#tillich_place_id__848" type="place">Californien</rs>, wo ich eine lectureship habe. Es war eine Entdeckung für mich,
               die frühere Eindrücke bestätigte. Ich war wieder überrascht von einer Parallelität
               der Lebenserfahrung, psychologischen Einstellung, Theolog. Verarbeitung – zu meinem
               eigenen Leben &amp; Denken, sodass ich während des Lesens oft an Sätze und sogar
               Ausdrücke dachte, die ich während meiner Vorträge dies Jahr gebrauchte oder in
               früheren Artikeln <unclear>zb</unclear> über <q>Geist &amp; Dämonie in der
                  Geschichte</q> ohne Ihre so viel tieferen Ausführungen darüber gekannt zu haben.
                  <unclear>Oder</unclear> über die Psychologie der <q>Grenze</q>, über die ich so
               oft spreche; (ein Buch von mir mit Meditationen heisst <q>Auf der Schwelle</q>), oder
               die Kritik an <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs>, dessen
                  <unclear>letzter</unclear> Entwicklung ich nicht mehr folgen kann und dessen
               Wirkung auf unsere <unclear>Sch???g.</unclear> Kirche störend &amp; gefährlich ist.
               Im Grund sehe ich erst jetzt, a posteriori ein, dass mir <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs>, solange ich von ihm lernen
               konnte, den Weg zu Ihren Gedanken verbaut hatte, denen ich meiner<pb n="2"/> Natur
               &amp; Lebensführung nach so viel näher stehe, <add place="superlinear">war auch
                  Mitglied des Berliner Wingolf also Br.</add> auch in Ihrer Stellung zur
               Psychologie, zur Kunst (was für Tage verlebte ich in <rs ref="#tillich_place_id__825" type="place">Ravenna</rs>!) zu einer Philosophie des Lebens – ich schrieb eine
               Schrift über Bergson, <q>Philos. des Lebens</q> – ohne hier die Grenzen zu
               übersehen), zur alten Kirche, zur Kultur, zum <q>fellowship</q>, zu Heimat &amp;
               Freunde. So ist dann also ein Kairos für mein Verständnis Ihrer Gedanken gekommen,
               die ich bisher nicht in dieser Ausweitung gekannt habe abgesehen von <q>Relig
                  Lage</q>, <q>Relig Verwirklichung</q> und kleiner Schriften <add place="superlinear">Prot. als Krit. &amp; Gestaltung</add>. Ich bin froh darüber,
               weil ich mich hier so viel freier &amp; weiter fühle als bei <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs>, dessen
                  <unclear>Intoleranz</unclear>, &amp; Liebesarmut mich oft erkältete – so sehr er
               Notwendiges zu sagen hatte. Ich bedaure nur, dies Buch von Ihnen nicht schon vor der
               Fertigstellung meines Manuskripts zu einem neuen Buch Church of faith in a time of
               Chaos gelesen zu haben – sowohl wegen der natürlichen Parallelen die sich zeigen, als
               wegen der tiefen Begründung die Sie für manches geben, das ich nun streichen kann.
               Neben Differenzen wollen wir einander viel <unclear>rechtes</unclear>. Heute nur Dank
               für viele fruchtbare lange Abende, die <add place="left">ich auf der Reise mit Ihnen
                  verbracht habe &amp; beste Wünsche zum neuen Jahr für Sie &amp; die
               Ihrigen.</add></p>
            <closer>
               <salute><add place="left">Ihr in Freundschaft ergebener</add></salute>
               <signed><add place="superlinear"><rs ref="#tillich_person_id__1038" type="person">Adolf Keller</rs></add></signed><lb/>
               <add place="left"><unclear>Co</unclear>Bishop, office, Cathedral House 615 Figueroa
                  Street <rs ref="#tillich_place_id__942" type="place">Los Angeles</rs>. Ich bin <unclear>könnte</unclear>
                  schwer zurück. Meine Daueradresse ist immer Federal Council 297. 4th
                     <unclear>corner</unclear>
                  <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> wo mein Sekretärin
                  Miss <rs ref="#tillich_person_id__4018" type="person">
                     <unclear>Joanne</unclear> M. Mitchell</rs> 8th Floor TelGram 5-3475-e?tens 44
                  stets Bescheid weiss-</add></closer>
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   <back><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__942">
                  <placeName>Los Angeles (CA)</placeName>
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               </listPlace><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__137">
                  <persName>Barth, Karl</persName>
                  <occupation>Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118506803</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Barth (10. Mai 1886 – 10. Dezember 1968) war ein Schweizer reformierter Theologe und einer der bedeutendsten evangelischen Dogmatiker des 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium arbeitete er als Pfarrer, später lehrte er als Professor in Deutschland und Basel. 1935 wies ihn das NS-Regime wegen seiner Gegnerschaft aus. Mit der Auslegung des Römerbriefs begründete er die Dialektische Theologie und wandte sich gegen den liberalen Protestantismus. Hauptwerk blieb die Kirchliche Dogmatik. Mit Paul Tillich verband ihn ein anhaltender theologischer Austausch, in dem beide gegensätzliche Positionen vertraten, etwa zur analogia entis.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__4018">
                  <persName>Mitchell, ?</persName>
                  <occupation>Sekretärin</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1038">
                  <persName>Keller, Adolf</persName>
                  <occupation>Schweizer reformierter Theologe</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Studium der Theologie in Basel und Berlin, daneben belegte er Philosophie, Kunstgeschichte und, in Genf, Psychologie. Ab 1896 arbeitete er in der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Kairo, ab 1899 bei Stein am Rhein, dann ab 1904 in Genf und schließlich 1909-1923 in Zürich (St. Peter). K. wurde eine zentrale Figur der ökumenischen Bewegung, zweiter Generalsekretär von ‚Life and Work‘, und zeitweise Leiter des Internationalen Sozialwissenschaftlichen Instituts in Genf. 1920-1941 Sekretär des Schweizer Evangelischen Kirchenbundes und bis 1945 Generalsekretär der Europäischen Zentralstelle für kirchliche Hilfsaktionen. 1934 gründete er das Ökumenische Institut, den Vorläufer des Institut œcuménique de Bossey. Nebenher Lehrtätigkeit an den Universitäten Genf und Zürich. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Kalifornien.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson></back></text>
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