Brief von Jean Otto Nikolaus Werner an Paul Tillich vom 7. August 1937

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Der editierte Text

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Kassel (Details anzeigen), den 7. August 1937

Lieber Paulus (Details anzeigen)!

Durch Deine Schwester Elisabeth (Details anzeigen) erhielten wir die Nachricht von dem Tode Deines Vater (Details anzeigen)s. Nach Deiner und auch Marie-Luise (Details anzeigen)ns Äußerungen war ja erst? in der letzten Zeit eine oft {schon ?} Erregung bemerkbar gewesen, von der man auf ein schnelles Ende schließen konnte. Nun ist Dein lieber Vater (Details anzeigen) heimgegangen nach einem langen segensreichen Wirken. Sei versichert, daß wir mit Dir den schweren Verlust fühlen und Dein Leid, in der letzten Stunde nicht bei ihm sein zu können, teilen. Die Tragik unseres Lebens habe auch ich bei dem Tode meines Vaters erleben müssen, der im 80. Jahre von uns schied. In der Sorge um mich mit Frau und fünf 5 kleinen Kindern hatte er sich aufgerieben. Und nun kommt das Tragische. Morgens um 6 Uhr tat er den letzen Atemzug, und um 9 Uhr hatte ich meine Bestellung als Pfarrer, auf die er so sehr gewartet hatte. Dreimal hatte das Konsistorium andere Bestellungen zurückgenommen, das sich im letzten Augenblicke Ältere beworben hatten. Aber, wir müssen das Leben meistern, wie ich es auch versucht habe. Du aber wirst nach zwei Jahren es freier {?}an dem Grabe Deines lieben Vaters stehen,–

Marie-Luise (Details anzeigen) hat uns viel von Euch erzählt. Es war zu schön, daß Ihr noch einmal zusammen sein konntet. Nun seid Ihr in den Bergen mit lieben Verwandten und werdet Euch hoffentlich noch vom Geschehen erholen.|

Wir haben die Absicht, am 14. nach {Lanzenkirchen} zu fahren, dort bis Anfang September zu bleiben und dann bei Walther (Details anzeigen) noch 2 Wochen zu verbringen. Mutter (Details anzeigen)s Geburtstag am 21.8. werden wir bei Liesel (Details anzeigen) und Erich (Details anzeigen) feiern. Heute ist Roland (Details anzeigen)s Geburtstag. Wir erwarten ihn nachmittags. Von Marie-Luise (Details anzeigen) haben wir gute Nachricht. Ihr Besuch hat uns große Freude gemacht.

Helmuth (Details anzeigen)s Söhnchen entwickelt sich nach meiner Arznei recht gut. Er sitzt jetzt meist aufrecht in seinem Wagen und fängt an zu schreien. Elfriede (Details anzeigen) geht es auch gut.

Mutter (Details anzeigen) und ich grüßen Euch alle herzlich.
In Liebe

Vater (Details anzeigen).


Fußnoten, Anmerkungen

Register

aKassel
bTillich, Paul
cTillich, Elisabeth
dTillich, Johannes Oskar
eWerner, Marie Luise
fTillich, Johannes Oskar
gWerner, Marie Luise
hWerner, Walther
i
jWerner, Elisabeth
k?, Erich
lWerner, Roland
mWerner, Marie Luise
nWerner, Hellmuth
o?, Elfriede
pWerner, Marie Luise
qWerner, Jean Otto Nikolaus

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 203(8)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Jean Otto Nikolaus Werner an Paul Tillich vom 7. August 1937, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10368.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L10368.pdf