Der editierte Text

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New York City (Details anzeigen) 606 West, 122nd Street February, 1, 1934

Liebste Elisabeth (Details anzeigen)!

Hab herzlichen Dank für Dein beruhigend-beunruhigendes Telegramm über den Zustand unseres Freundes Ehrhard (Details anzeigen). Bitte telegrafiere, falls eine negative Wendung eintritt. Diese wie auch eventuelle andere Auslagen schicke |:gib:| mir bitte im nächsten Brief an, ich lasse sie Dir dann durch meine Bank überweisen. (Oder ist von der letzten Ueberweisung noch etwas übrig?) Jedenfalls sollst Du keinerlei Auslagen haben.

Was ich Euch über die Kosten zur Durchführung der Operation telegrafierte, wurde schon am nächsten Tag conkret [sic!] . Operationsbeihilfen für Ehrhard (Details anzeigen), sowie Eure Dahlemer kranken Bekannten sind gesichert. Ueberhaupt könnt Ihr Euch keine Vorstellung machen, wie stark die religiöse Wirkung der Erzählungen ist, die von Euch kommen. Auch Menschen, die an sich unreligiös sind, werden dadurch in ihrer negativen Haltung irre gemacht und erleben die Kraft des Religiösen.

Uebrigens ergab sich in einer Besprechung, die ich mit den Herren vom federal council of evangelic churches hatte, Uebereinstimmung über die theologische Lage bzgl. Säcuralismus und Paganismus, und entsprechende Actionen, unter anderem ein Telegramm, das gegen die neuen Attaken der Emanuelsekte und ihres Häuptlings gerichtet war. Dasselbe ging auch an die englischen und schwedischen Leute, und wird, denke ich, nicht ohne Wirkung sein.

Nächste Woche beginnen meine Vorlesungen und ich bin ganz in Arbeiten versenkt. Das Studium der Stadt und der Umgebung hat fast völlig aufgehört, zumal wir im Januar infolge der Klimaschwankungen (binnen weniger Stunden) alle, besonders Hannah mit Husten zu kämpfen hatten. Heute hatten wir eine wichtige Besprechung mit unserem hiesigen | Freund Niebuhr (Details anzeigen), der uns mitteilte,dass das Duggan-comittee und das Union-Seminary bereit sind, mich noch auf ein weiteres Jahr also, von Juli 34-35 Juli zu behalten. Wir müssten unsere Wohnung am 1. Juni räumen, da der Seminararzt hier einziehen muss. Wir würden dann im Sommer eine neue moderne Vierzimmerwohnung in dem Gebäude gegenüber bekommen, worüber Hannah (Details anzeigen) ausserordentlich froh wäre. In der Zwischenzeit könnten wir bei Niebuhrs (Details anzeigen) (Details anzeigen) wohnen. Wir denken aber daran, falls wir überhaupt in den Ferien (Mai bis Oktober) hier bleiben, mit einer deutschen Familie einen Autotrip durch ganz Amerika mit Zelt und Kochapparat zu machen. Freilich ist das ganze noch abhängig von der Stellungnahme von Columbia, die wahrscheinlich erst im April zur Entscheidung kommen wird.

Herzlichste Grüsse Dir, Ehrhart (Details anzeigen), M. L. (Details anzeigen) Vaterchen (Details anzeigen) und Frede (Details anzeigen) ein ausführlicher Rundbrief liegt bei oder kommt nach.

Dein Paul (Details anzeigen)

Herzlichen Dank für Hans Jürgen (Details anzeigen)s Brief1! Antwort später!


Fußnoten, Anmerkungen

1Nicht überliefert.

Register

aNew York City
bSeeberger, Elisabeth
c???, Ehrhard
d???, Ehrhard
eNiebuhr, Reinhold
fTillich, Hannah
gNiebuhr, Reinhold
hNiebuhr, Ursula M.
i???, Ehrhard
jWerner, Marie Luise
kTillich, Johannes Oskar
l
mTillich, Paul
n???, Hans Jürgen

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 649/184(7)
Typ

Brief, maschinenschriftlich

Postweg
New York City - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger und ihre Familie von Weihnachten 1933
nächster Brief in der Korrespondenz
Undatierter Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger vermutlich von Frühjahr 1934

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Paul Tillich an Elisabeth Seeberger vom 1. Februar 1934, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10029.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L10029.pdf