Der editierte Text

| Prof. Dr. G. KÜNTZEL

Lieber Herr Kollege (Details anzeigen)!

Mehrfache vergebliche Anrufe lassen mich vermuten, daß Sie nicht in Ffm (Details anzeigen) anwesend sind. So lassen Sie mich Ihnen wenigstens schriftlich sagen, wie tief ich bedaure, daß Sie beurlaubt wurden. Gerade weil ich sonst zu Entscheidendem, was geschieht, eine sehr positive Einstellung habe, ist mir Ihr Fall menschlich und sachlich sehr schmerzlich.1 Die Tatsache, daß hier zunächst eine Beurlaubung stattgefunden hat, schafft ja immerhin eine Frist, in der vielleicht doch noch manches sich verändern kann. Nach einer Rückfrage bei| dem stellvertretenden Rektor kann die Schanduniversität nichts tun. Also bleibt {das Schauerstück d. Zanonis}2 abzuwarten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Georg Küntzel (Details anzeigen)


Fußnoten, Anmerkungen

1Tillich war auf Grund des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7. April 1933 bis auf Weiteres beurlaubt worden, da er als "politisch unzuverlässig" galt.
2Verweist nach dieser – sehr unsicheren – Lesart auf Edward George Bulwer-Lyttons (Details anzeigen) fantastisch-okkulten Roman "Zanoni (Details anzeigen)", in dem die Rosenkreuzer zur Zeit der französischen Revolution thematisiert werden.

Register

aFrankfurt am Main
bTillich, Paul
cFrankfurt am Main
dBulwer-Lytton, Edward George
eBulwer-Lytton, Zanoni, 1842
fKüntzel, Georg

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 649/159(63)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
Frankfurt am Main - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Zitiervorschlag

Brief von Georg Küntzel an Paul Tillich vom 15. April 1933, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L01213.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L01213.pdf