Der editierte Text

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Sehr geehrter Herr (Details anzeigen)!

Ihr Brief vom 5. März (Details anzeigen) ist merkwürdigerweise erst am 12. in unsere Hände gelangt. Am 13. haben wir Ihnen gern ein Freiexemplar der sämtlichen Hefte der „Wege zur Philosophie“ zugesandt, damit Sie sich zunächst über das Unternehmen näher informieren können. Inzwischen war die Post gesperrt.

Wir freuen uns sehr, daß Sie unsern Vorschlag aufgreifen und sich zunächst über ein von Ihnen zu schreibendes Heft klar werden wollen. Von den vorhandenen Heften ist nach unserer Ueberzeugung das gelungenste wohl das von Messer (Details anzeigen) über die Willensfreiheit,1 nächst diesem das von König (Details anzeigen).2 Auch das von Kinkel (Details anzeigen) erfreut sich einiger Beliebtheit.3 Natorps (Details anzeigen) Heft4 fällt ja ganz aus dem Rahmen heraus, sodaß wir ihm zuliebe eine Ergänzungsreihe einrichten mußten, die von Ferd. Jakob Schmidt (Details anzeigen) nicht ganz glücklich fortgesetzt worden ist.5

Wenn wir uns, wie wir hoffen, nicht nur über ein weiteres Heft, sondern die Herausgabe der ganzen Sammlung einigen, so wird es besonders darauf ankommen, daß ein wirklicher Plan festgestellt wird und nicht wie bisher eine Anzahl von Thematen, wie es kommt, herausgegriffen wird. Urheber des ganzen Planes ist Herr A. Albers (Details anzeigen) in München (Details anzeigen), Römerstraße 15 I. welcher längere Jahre, bis 1915, bei uns tätig war. Er hat uns dann nach freundschaftlicher Uebereinkunft verlassen, um mit unserer Hilfe einen Posten zu finden, auf dem sich ihm eine größere Selbständigkeit bot. Er ist philosophischer Autodidakt, aber von ganz außerordentlichem Wissen, und hatte am eigenen Leibe das Bedürfnis einer solchen Sammlung erfahren. Er interessiert sich nach wie vor für die Sammlung, und ich werde ihn bitten, Ihnen seine Gedanken zu schreiben. Das wird für Sie unter allen Umständen eine wertvolle Anregung sein, auch wenn Sie nachher selbständig den Weg für die „Wege“ vorschlagen wollen.

Daß Ihr Interesse weniger dem Formal-Philosophischen im Gegensatz zum Weltanschauungsmäßigen gilt, ist uns sehr willkommen, da wir dieses Gebiet für unseren Verlag noch mehr ausbauen wollen, umsomehr als mit dem reinwissenschaftlichen Verlag sich erhebliche Beschränkungen aufzuerlegen man gezwungen ist. Mit Heußners (Details anzeigen) populärem Buch über die „Philosophischen Weltanschauungen und ihre Hauptvertreter (Details anzeigen)“ haben wir einen ausgezeichneten Griff getan.

In der Hoffnung, in nicht zu ferner Zeit von Ihnen zu hören, hochachtungsvoll und ergebenst


Register

aTillich, Paul
bBrief von Paul Tillich an den Verlag Vandenhoeck & Ruprecht vom 5. März 1920
cMesser, August
dMesser, August
eMesser, Das Problem der Willensfreiheit, 1911
fKönig, Edmund
gKönig, Edmund
hKönig, Die Materie, 1911
iKinkel, Walter
jKinkel, Walter
kKinkel, Idealismus und Realismus. Eine Einführung in ihr Wesen und in ihre kulturge..., 1911
lNatorp, Paul
mNatorp, Paul
nNatorp, Philosophie. Ihr Problem und ihre Probleme. Einführung in den kritischen Id..., 1911
oSchmidt, Ferdinand Jakob
pSchmidt, Ferdinand Jakob
qSchmidt, Der philosophische Sinn. Programm des energetischen Idealismus, 1912
rAlbers, August
sMünchen
tHeußner, Alfred
uStrunz, Heußner, Alfred, Die philosophischen Weltanschauungen und ihre Hauptvertret..., 1918

Überlieferung

Signatur
Deutschland, Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Handschriftenabteilung, Nachlass 494 (Archiv des Verlages Vandenhoeck & Ruprecht), Nachl. 494, G 1888–1936. G 1920. 126; Blatt 350–395
Erstpublikation
Friedrich Wilhelm Graf: „Ein unbekannter Systementwurf Paul Tillichs. Zur Entstehungsgeschichte von Tillichs Das System der Wissenschaften nach Gegenständen und Methoden“ . In: Zeitschrift für Neuere Theologiegeschichte 27/1 (2020), S. 26–170, hier: 63f..
Typ

Brief, maschinenschriftlicher Durchschlag
Adressiert: „20. März 1920. Herrn Dr.Tillich, Berlin-Friedenau.“

Postweg
unbekannt - Berlin-Friedenau

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Briefe

Zitiervorschlag

Brief von Wilhelm Ruprecht an Paul Tillich vom 20. März 1920, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00660.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

{{Internetquelle |url=https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00660.html |titel=Brief von Wilhelm Ruprecht an Paul Tillich vom 20. März 1920 |werk=Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition. |hrsg=Christian Danz, Friedrich Wilhelm Graf |sprache=de | datum=20.03.1920 |abruf=???? }}
L00660.pdf