Der editierte Text

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Sehr geehrter Herr Kollege (Details anzeigen)!

Ich bin wohl bereit, meinen Vortrag am kommenden Sonnabend zu halten. Die Aussichten aber, dass bis dahin der akademische Betrieb wieder in geordnetem Gang ist, scheint mir ziemlich gering. Der Telefon Verkehr [sic!] nach dem Zentrum ist ja wieder gesperrt, und man hört {überall} von neuen Unruhen und Anschlägen.1 {Rastlose} Zeit! Ich werde am Freitag Post zustellen {lassen}, ob am Sonnabend Nachmittag der Vortrag steigen kann.


Fußnoten, Anmerkungen

1Die erwähnten Unruhen beziehen sich auf die politisch äußerst instabile Lage in Berlin im März 1919. Nach der Niederschlagung des Spartakusaufstands im Januar 1919 kam es Anfang März zu weiteren gewaltsamen Auseinandersetzungen, dem sogenannten Märzaufstand oder "Märzkämpfen" (ca. 3.–12. März 1919). Generalstreiks und bewaffnete Kämpfe zwischen linksradikalen Kräften und Regierungstruppen bzw. Freikorps führten zu über 1200 Toten. Die Sperrung des Telefonverkehrs zum Stadtzentrum und die Einstellung des akademischen Betriebs waren Folgen dieser Unruhen, die Berlin zeitweise in bürgerkriegsähnliche Zustände versetzten.

Register

aTillich, Paul
bRichter, Julius
cBerlin, Steglitz

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886‒1965. Papers, 1894‒1974, bMS 649/178
Typ

Postkarte, eigenhändig

Postweg
Steglitz - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Postkarte von Julius Richter an Paul Tillich vom 11. März 1919, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00600.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L00600.pdf