Brief von Paul Tillich an die Theologische Fakultät der Universität Halle vom 17. Dezember 1918

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Der editierte Text

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Dr. P. Tillich (Details anzeigen) lic. theol. Berlin-Friedenau (Details anzeigen), d. 17. Dez. 1918 Privatdozent Taunusstr. 1

An die Hochwürdige Theologische Fakultät zu Halle a. S. (Details anzeigen)

Der Hochwürdigen Theologischen Fakultät erlaube ich mir, folgendes zu unterbreiten: Nachdem ich am 15ten dieses Monats aus dem Heeresdienst entlassen bin, ist die Frage an mich herangetreten, wie ich mir weiterhin eine finanzielle Basis schaffen könnte. Die Voraussetzungen, die vor dem Krieg bestanden, sind durch die Teuerung und Entwertung des Geldes hinfällig geworden. Ich hätte einige Jahre von elterlichen Zuschüssen zur Not leben können; das ist jetzt nicht mehr möglich, zumal ich seit Sept. 1914 verheiratet bin. Um eine Konviktsstelle in Halle (Details anzeigen) wollte ich mich nicht bewerben, da, wie mir Herr Geheimrat Lütgert (Details anzeigen) mitteilte, sie nicht mehr für verheiratete Inspektoren eingerichtet sind. Sehr viel günstiger liegen nun die Verhältnisse in Berlin (Details anzeigen). Hier wohnen meine Schwiegereltern, die uns weitgehend (täglich) wirtschaftlich unterstützen (Bedienung, Essen etc.). Außerdem hat mich das Konsistorium zum „Stadtvikar“ ernannt, eine Stelle, die infolge geringer Arbeitsbelastung für die Privatdozentur sehr geeignet ist. Ich habe mich infolgedessen nach brieflicher Rücksprache mit Herrn Geheimrat Lütgert (Details anzeigen) bei der Berliner (Details anzeigen) Fakultät erkundigt, ob sie mit einer Umhabilitation einverstanden wäre. Die Fakultät hat meiner Bitte entsprochen und eine Umhabilitation von Halle (Details anzeigen) nach Berlin (Details anzeigen) genehmigt.

Ich bitte nun die Hochwürdige Theologische Fakultät ganz ergebenst, auch ihrerseits ihr Einverständnis mit meiner Umhabilitation zu erklären. Es sind lediglich wirtschaftliche Gründe, die mich zu der Bitte zwingen, die mir aus Studium und Promotion so lieb gewordene Hallenser (Details anzeigen) Universität zu verlassen, und ich möchte nicht versäumen, auch an dieser Stelle meinen tiefsten Dank für alle Hülfe und Förderung auszusprechen, die ich der Hallenser (Details anzeigen) Fakultät verdanke.

Verehrter College!

Ich konnte gleich gestern abend der versammelten Facultät Ihr Schreiben vom 17. vorlegen u. theile Ihnen mit, dass die Theologische Facultät Halle (Details anzeigen) in voller Würdigung der Gründe, die Sie dazu veranlasst haben, ihr Einverständniß mit Ihrer Umhabilitierung in die Theologische Facultät der Berliner (Details anzeigen) Universität erklärt und Ihnen ihre besten Wünsche in die neue Stellung mitgiebt.


Fußnoten, Anmerkungen

Register

aTillich, Paul
bBerlin-Friedenau
cHalle (Saale)
dHalle (Saale)
eLütgert, Wilhelm
fBerlin
gLütgert, Wilhelm
hBerlin
iHalle (Saale)
jBerlin
kHalle (Saale)
lHalle (Saale)
mTillich, Paul
nHalle (Saale)
oBerlin
pCornill, Carl Heinrich

Überlieferung

Signatur
Deutschland, Halle (Saale), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsarchiv Halle, Rep. 27 Nr. 876 (38-40)
Erstpublikation
Erdmann Sturm: „An der engen Pforte der historischen Methode vorbei. Paul Tillichs Habilitation in Halle (1916) und seine Umhabilitierungen nach Berlin (1919) und Marburg (1924).“ . In: International Yearbook for Tillich Research Bd. 10/1 (2015), 314 f..
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
Berlin-Friedenau - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Paul Tillich an die Theologische Fakultät der Universität Halle vom 17. Dezember 1918, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00585.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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