Brief des Kuratoriums zur Vergabe des Säkularstipendiums an Paul Tillich vom 7. Juni 1910

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Der editierte Text

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Kuratorium Berlin (Details anzeigen), d. 7. Juni 1910
des Evangelischen
Säkularstipendiums1 . . .

Auf die Eingabe vom 2. Dezember v. Js. teilen wir Ihnen ergebenst mit, daß wir beabsichtigen, Ihnen das Evangelische Säkular-Stipendium von jährlich 900 M auf zwei Jahre vom 2. November 1910 bis dahin 1912 unter den statutenmäßigen Bedingungen zu verleihen, daß Sie bis zum 1. August 1910 die philosophische Doktorwürde bei einer preußischen Universität erwerben.

Die philosophischen Fakultäten zu Berlin (Details anzeigen), Breslau (Details anzeigen) und Königsberg (Details anzeigen), nicht aber diejenigen zu Greifswald (Details anzeigen) haben sich s. Zt. bereit erklärt, den von uns zur Verleihung des Evangelischen Säkular-Stipendiums in Aussicht genommenen Kandidaten der Theologie den bei ihnen zu erwerbenden Doktorgrad unter den im § 9 des Statuts angegebenen Bedingungen kostenfrei zu erteilen.

Wir ersuchen Sie uns umgehend, spätestens aber innerhalb 8 Tagen nach Empfang dieses Schreibens anzuzeigen, ob Sie den obengedachten statutenmäßigen Bedingungen genüge leisten und bei welcher preußischen philosophischen Fakultät Sie sich um die Doktorwürde bewerben wollen.

Demnächst wollen Sie, sobald Ihre Promotion erfolgt, und zwar spätestens bis zum 1. August des Jahres das Ihnen von der betreffenden Fakultät ausgefertigte Diplom über die von Ihnen derhalben rite erlangte Doktorwürde im Original und in einem Abdruck, sowie auch einen Abdruck Ihrer Dissertation an uns einreichen.

Abschrift beglaubigt Berlin (Details anzeigen), den 11. Juni 1910. Tillich (Details anzeigen), Pfarrer.


Fußnoten, Anmerkungen

1Das „von der hiesigen Stadtgemeinde zum bleibenden Gedächtnis der Einführung der Kirchenreformation in der Stadt Berlin (Details anzeigen) gestiftete evangelische Säkularstipendium“, deren Gründung Wilhelm I. (Details anzeigen) 1842 zugestimmt hatte, sollte „auf 2 Jahre mit 900 M jährlich an einen im preußischen Staate geborenen oder zur Zeit seiner Bewerbung demselben angehörenden Kandidaten der Theologie verliehen werden, der das triennium academicum bereits vollendet [...] hat.“ Derselbe müsse „sich neben einer gründlichen philosophischen und humanistischen Bildung eine vorzügliche theologische Ausbildung erworben haben und letztere durch ein Zeugnis über die von ihm bestandene Prüfung pro licentia concionandi oder durch ein Zeugnis der evangelisch-theologischen Fakultät einer preußischen Universität, erstere aber durch Erlangung des Doktorgrades in der Philosophie [...] nachzuweisen vermögen.“ Weiter heißt es: „Hat der Kandidat die philosophische Doktorwürde noch nicht erlangt [...], so ist derselbe gehalten, zuvor die Promotion bei einer preußischen philosophischen Fakultät nachzusuchen, wobei wir bemerken, daß die philosophischen Fakultäten zu Berlin, Breslau (Details anzeigen) und Königsberg (Details anzeigen) [vormals auch Greifswald (Details anzeigen)] sich bereit erklärt haben, [...] die Promotionsgebühren [...] für das evangelische Säkularstipendium [...] zu erlassen. Der Stipendiat ist demnächst verpflichtet, im Laufe der beiden Stipendienjahre den Lizentiatengrad in der Theologie [...] zu erwerben und haben sich die [oben genannten] Fakultäten [...] bereit erklärt, [...] dem Stipendiaten nach wohlbestandenem Examen den Lizentiatengrad der Theologie kostenfrei zu erteilen.“ (Gemeinde-Blatt der Haupt- und Residenzstadt Berlin No. 45 vom 7. November 1909, S. 480 f.) Im „Gemeinde-Blatt der Haupt- und Residenzstadt Berlin“ No. 43 vom 23. Oktober 1910 heißt es auf S. 456: „Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 2. [sic!] November 1909 bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß das [...] Evangelische Säkularstipendium [...] dem cand. theol. Dr. Paul Tillich verliehen worden ist.“ Tillichs Vorgänger bei der Verleihung des Stipendiums war Günther Jacoby (Details anzeigen) (1906-1908) gewesen, sein Nachfolger Ernst Amling (Details anzeigen) (1914-1916).

Register

aBerlin
bBerlin
cWilhelm I.
dBreslau
eKönigsberg/Neumark (Chojna)
fGreifswald
gJacoby, Günther
hAmling, Ernst
iBerlin
jBreslau
kKönigsberg/Neumark (Chojna)
lGreifswald
mKirschner, Martin
nBerlin
oTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
Polen, Breslau, Uniwersytet Wrocławski Archiwum, Uniwersytet Wrocławski Archiwum, Sygn. F 215
Erstpublikation
Georg Neugebauer: Tillichs frühe Christologie: Eine Untersuchung zu Offenbarung und Geschichte bei Tillich vor dem Hintergrund seiner Schellingrezeption. Berlin Boston: De Gruyter, 2007, 394–395.
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - Berlin

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief des Kuratoriums zur Vergabe des Säkularstipendiums an Paul Tillich vom 7. Juni 1910, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00276.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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