Der editierte Text

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Lieber Herr Lowith (Details anzeigen):

Ihr Brief1 zeigt mir, dass Sie auf einem völlig falschen Geleis sind. Es gibt 2 Methoden nach Deutschland (Details anzeigen) zu kommen. Die eine ist die private, die im allgemeinen nur genehmigt wird, wenn man Alte und Kranke in Deutschland (Details anzeigen) besucht. Man muss dann alle A{us}gaben selbst bestreiten und hat 30 Tage als Höchstgrenze.

Der andere Weg ist der, den Richter (Details anzeigen), die Chicagoer und ich gegangen sind und der folgendermassen läuft: Eine deutsche Universität beantragt bei dem Military Government ihres Landes (Marburg (Details anzeigen) z. b. in Wiesbaden (Details anzeigen)) dass Sie als lecturer für ein Semester eingeladen werden. Wenn das Military Government des Landes einverstanden ist, geht die Sache über Berlin (Details anzeigen) nach Washington (Details anzeigen), wo entschieden wird, ob es im Interesse des Military Government ist, dass Sie in Deutschland (Details anzeigen) Vorlesungen halten. Wenn das anerkannt wird, erhalten Sie 3 Monate mindestens und alle „facilities“, d. h. Wohnung, Essen, Post Exchange (amerikanischer Kaufladen) Eisenbahn mit amerikanschem Geld (lächerlich billig) etc. Die Überfahrt müssen Sie allerdings entweder selbst bezahlen oder wie ich durch Rockefeller (oder jemand anderes) erhalten. Für das amerikanische Quartier zahlen Sie gar nichts, für das Essen einen lächerlichen Betrag. Die Universität, die Sie einlädt, muss Ihnen einen kleinen Betrag deutschen Geldes geben für Briefmarken, Trambahn u. s. w.

Es ist meine Meinung, dass Sie nur auf die zweite Weise fahren können, wenn es wirklich für Sie und die Deutschen von Wert sein soll. Sonst ist es ein privater Besuch, der Sie viel Geld und viel Kraft und Gesundheit kostet.

Über Krüger (Details anzeigen) und Gadamer (Details anzeigen) würde ich gerne mit Ihnen reden.

Herzliche Grüsse und bald auf Wiedersehen,

Ihr,
Prof. [P]aul Tillich (Details anzeigen).


Fußnoten, Anmerkungen

1Liegt nicht vor.

Register

aLöwith, Karl
bDeutschland
cDeutschland
dRichter, Werner
eMarburg an der Lahn
fWiesbaden
gDeutschland
hWashington, D.C.
iDeutschland
jKrüger, Gerhard
kGadamer, Hans-Georg
lTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 649/162 (43)
Typ

Brief, maschinenschriftlich

Postweg
unbekannt - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Karl Löwith vom 05. April 1946

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Paul Tillich an Karl Löwithvom 23. November 1948, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L11261.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L11261.pdf