Der editierte Text

|
Taunusstr 62II
Anruf: 28556 |: {?ch}Karla{Barmberwofal} am 12.7. in Frankfurt (Details anzeigen) treffen! {Warum}?={unsicher}:|

Lieber Paul Tillich (Details anzeigen)!

Zu meiner grossen Überraschung und Freude habe ich vor einigen Tagen gehört, dass Sie in Deutschland (Details anzeigen) sind und in Frankfurt (Details anzeigen) wöchentlich eine Vorlesung halten. Merkwürdig: Ich hatte gerade vor einiger Zeit einen früheren Konfirmanden, der nach Amerika (Details anzeigen) zurückging, Helmut Sanders (Details anzeigen), gebeten nach Ihrer Anschrift zu forschen, nachdem mir Otto Piper (Details anzeigen) (Princeton (Details anzeigen)) geschrieben hatte, dass Sie noch in New-York (Details anzeigen) wären. Gerade kürzlich schrieb mir Sanders (Details anzeigen), Sie seinen noch am Union Theoloogical Seminary und er wohne kurioserweise nur 5 Minuten davon entfernt. Und nun sind Sie „hier“ und der ganze Umweg war garnicht nötig. Ich wäre gleich nach Frankfurt (Details anzeigen) hinübergekommen und hätte Sie einmal nach der Vorlesung begrüsst. Aber nun ist die Währungsreform dazwischengekommen und verbietet solche „kühnen“ Fahrten zunächst. Trotzdem würde ich Sie sehr, sehr gern einmal wiedersehen. Ob Sie Zeit und Lust haben, einmal nach Wiesbaden (Details anzeigen) zu uns herüberzukommen? Auf alle Fälle bitte ich Sie herzlich mir zu schreiben, wo Sie wohnen, wie lange Sie noch in Frankfurt (Details anzeigen) sind und ob ich Sie telefonisch | erreichen kann? Es muss doch möglich sein, dass wir uns einmal sprechen.

Sie werden sicher erstaunt sein, mich nicht mehr in Hamburg (Details anzeigen), sondern in Wiesbaden (Details anzeigen) zu finden. Meine Frau ist mit den Kindern nach der Ausbombung 1941 hierher übergesiedelt, weil sie hier aufgewachsen ist. Ich war seit 1940 bis 1945 im Kriege als Soldat. Als ich zurückkam, war es nicht möglich, in Hamburg (Details anzeigen) eine Bleibe zu finden und so bin ich zunächst hier geblieben und nun seit 1. April 1947 Pfarrer an der Bergkirche. Ich bin sehr glücklich in meinem neuen Amt. Wir haben eine schöne Wohnung und eine sehr erfreuliche Gemeinde. Aber davon hoffentlich bald mündlich mehr. Überlegen Sie doch einmal, wie es möglich ist. Meine Frau würde sich mit mir herzlich freuen, Sie wiederzusehen. Sie haben noch manches Mal davon gesprochen, wie Sie damals von Hamburg (Details anzeigen) aus unserem Pastorat aus die Reise nach Amerika (Details anzeigen) angetreten haben. Seitdem sind nun schon mehr als 10 Jahre vergangen – und was für Jahre! Und wie weit liegt erst der schöne Spätsommer in Kampen (Details anzeigen) zurück. Wie geht es Ihrer Frau (Details anzeigen), Ihrer Tochter (Details anzeigen) und Stefan-René (Details anzeigen)? Sie müssen viel erzählen!

Also, ich erwarte eine Nachricht von Ihnen und grüsse Sie herzlich als Ihr

Walther Hunzinger (Details anzeigen)


Fußnoten, Anmerkungen

Register

aWiesbaden
bFrankfurt am Main
cTillich, Paul
dDeutschland
eFrankfurt am Main
fVereinigte Staaten von Amerika
gSanders, Helmut
hPiper, Otto
iPrinceton
jNew York City
kSanders, Helmut
lFrankfurt am Main
mWiesbaden
nFrankfurt am Main
oHamburg
pWiesbaden
qHamburg
rHamburg
sVereinigte Staaten von Amerika
tKampen
uTillich, Hannah
vFarris, Erdmuthe
wTillich, René Johannes Stefan
xHunzinger, Walther

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 153(76)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Walther Hunzinger an Paul Tillich vom 4. Oktober 1941, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L11162.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

{{Internetquelle |url=https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L11162.html |titel=Brief von Walther Hunzinger an Paul Tillich vom 4. Oktober 1941 |werk=Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition. |hrsg=Christian Danz, Friedrich Wilhelm Graf |sprache=de | datum=04.10.1941 |abruf=???? }}
L11162.pdf