Der editierte Text

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Liebe Elisabeth (Details anzeigen),

Vielen herzlichen Dank für Deinen und Heidis (Details anzeigen) Brief 1. Ich möchte nun gleich auf das Zentrum der Dinge kommen. Dass wir uns sehen müssen, ist klar, und zwar liegt mir vor allem daran, dass Du Hannah (Details anzeigen) und die Kinder (Details anzeigen) (Details anzeigen) siehst, und Vaterchen einen mündlichen Bericht über seinen Enkel (Details anzeigen) gibst. Er ist wirklich eine sehenswerte Erscheinung.

Und nun den Ort: Die Dinge sind in diesem Jahr anders als im vorigen. Ich bin nicht frei, herumzureisen, denn wir sind mit der ganzen Familie da. Auch verdiene ich in Europa (Details anzeigen) kein Geld, und muss infolgedessen mit sehr wenig auskommen. Die Reise nach Turin (Details anzeigen) ist nicht willkürlich von uns gewählt, sondern beruht darauf, dass die French Line, |:mit:| der wir fahren, uns auf Grund bestimmter Abmachungen der Schiffahrtsgesellschaften für ein Billet nach Turin (Details anzeigen) von Le Havre (Details anzeigen), hin und zurück, umsonst zur Verfügung gestellt hat. Das bedeutet, dass wir an diese Linie vollkommen gebunden sind. Der zweite Grund, warum Abweichungen nicht in Frage kommen, ist die Tatsache, dass diese Reise (soweit es sich nicht um die Oxford (Details anzeigen)-Konferenz handelt) ganz um Hannah (Details anzeigen)s Willen gemacht ist, und Hannah (Details anzeigen) auf keinen Fall in eine kühlere Gegend will, auch die ganzen Westalpen (Details anzeigen) noch nicht kennt, und bei dieser vielleicht für lange letzten Möglichkeit, nach Europa (Details anzeigen) zu kommen, kennen lernen möchte. Ein dritter Grund ist, dass ich, aus metaphysischen Gesichtspunkten keinesfalls in die von Dir genannte Landschaft gehen möchte. Das bedeutet also, dass wir unsere Route nicht wesentliche ändern können.

Um es Dir nun aber zu erleichtern, uns zu sehen, haben wir folgendes gedacht: erstens gehen wir selbst an keinen teuren Ort, sondern an einen billigen, wo wir selber wirtschaften, und zwar Anfang August. Ich hoffe dass wir etwa am 1. oder 2. dort eintreffen werden. Zweitens haben wir gedacht, dass, wenn Du zum Beispiel über Verona (Details anzeigen)-Turin (Details anzeigen) dorthin fährst, es in Folge des italienischen Zonentarifs sehr billig ist. Aber auch die Fahrt durch die Schweiz (Details anzeigen) ist nicht teuer, da die Schweizer Bahnen sich für durchfahrende Reisende den internationalen Preisen angepasst haben. Endlich wollen wir Dich falls Du kommst, bei uns einladen, so dass Du überhaupt nichts zu | bezahlen hast, als die Reise. Das traurige dabei wäre allerdings, dass Du dann auf 8 bis 14 Tage Dich von Erhard (Details anzeigen) und Waltraut (Details anzeigen) loslöse [sic!] müsstest, und dass wir die Beiden nicht sehen werden. Aber ich fürc [sic!] te, es wird uns nicht möglich sein, die Beiden auch noch einzuladen, selbst wenn ihr die Fahrt für beide bezahlen könntet. Im Übrigen ist es in Italien (Details anzeigen) ausserordentlich billig, wir haben genaue Nachrichten darüber, man kann Hilfskräfte zum Kochen etc. für ein Minimum haben. Jedenfalls bin ich der Meinung, dass es besser ist, dass Du kommst und uns siehst, selbst wenn ihr Euch trennen müsst, als dass wir Euch überhaupt nicht sehen. Wer weiß für wie lange es das letzte Mal ist. Also besorge Dir sofort etwas italienische Valuta und vor allem ein Billet nach Aosta (Details anzeigen) auf dem billigsten Wege. Da Du vorher nach Tirol (Details anzeigen) fährst, nehme ich an, dass die Fahrt Brenner (Details anzeigen)-Verona (Details anzeigen)-Turin (Details anzeigen) weitaus das beste sein wird. Im übrigen gilt das ganze, was ich Dir geschrieben habe, samt Einladung auch für M.L.chen (Details anzeigen).

Unsere europäische Zentraladresse, die ich Dich bitte, sofort auch Frede (Details anzeigen) und M.L.chen (Details anzeigen) mitzuteilen und auch Papa (Details anzeigen) für eventuelle Briefe zu sagen, ist: American Express Co., 11 Rue Scribe, Paris (Details anzeigen).

Viele herzliche Grüße, aufs Wiedersehen freut sich,

Dein Paul (Details anzeigen)


Fußnoten, Anmerkungen

1liegt nicht vor

Register

aSeeberger, Elisabeth
bSeeberger, Adelheid
cTillich, Hannah
dFarris, Erdmuthe
eTillich, René Johannes Stefan
fTillich, René Johannes Stefan
gEuropa
hTurin
iTurin
jLe Havre
kOxford
lTillich, Hannah
mTillich, Hannah
nAlpen
oEuropa
pVerona
qTurin
rSchweiz
sSeeberger, Erhard
tSeeberger, Waltraud
uItalien
vAosta
wTirol
xBrenner
yVerona
zTurin
aaWerner, Marie Luise
abFritz, Alfred
acWerner, Marie Luise
adTillich, Johannes Oskar
aeRue Scribe (Paris)
afTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 649/184(10)
Typ

Brief, maschinenschriftlich

Postweg
unbekannt - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Elisabeth Tillich vom 15. Februar 1937
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Elisabeth Tillich vom 6. Juni 1937

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Brief von Paul Tillich an Elisabeth Tillich vom 15. April 1937, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10341.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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L10341.pdf