Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich vermutlich von 1935

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Liebste Hannah (Details anzeigen)!

Nur herzlichen Dank für Deine beiden Briefe1, den über Schneider (Details anzeigen) und den über uns beide. Es ist hier nicht viel anders als in Columbia (Details anzeigen) mit der Philosophie: Ein skeptischer Positivismus, gegen den sehr schwer anzukämpfen ist, der aber bei den Jüngeren ins Wanken gerät! – Anbei Peters (Details anzeigen) Brief, der aus Versehen an mich gekommen ist und mir doof und eingeschnappt vorkommt. – Die Rechnung lass liegen oder besser: frage Niebuhr (Details anzeigen), was Sie [sic!] bedeutet. Du kannst aber immer Checks auf die Bank ziehen; wir haben noch genug drauf.|

Erdmuthe (Details anzeigen)s Wunsch verstehe ich nicht ganz. Ich dachte, es ist abgemacht, dass Du ihr ein Rad schenkst und ich ein Buch. Das ist doch mehr als wenn ich bloss Geld für das Rad schicke.

Schreibe doch schnell darüber! – M.L. (Details anzeigen) soll auf alle Fälle kommen, es sei denn, dass Du es psychisch lieber hast, allein zu sein. Bitte mach Dir keine Geldsorgen; das ist höchst überflüssig neben all den ernsten Dingen! –– Das Autobus-Billet von New Orleans (Details anzeigen) über Jacksonville (Details anzeigen), Charleston (Details anzeigen), Savannah (Details anzeigen), Washington (Details anzeigen), also den ganzen Süden und Südosten, kostet 24 Dollars, also so viel wie eine Eisenbahnfahrt von Chicago (Details anzeigen) nach New York (Details anzeigen) mit Clergy-Ticket!!! Ich | denke nun doch sehr daran, es zu machen. An Mehrkosten würden also nur die Hotels entstehen (in 10 Tagen etwa 30 Dollar). Natürlich müsste ich dann bis 14. April März hierbleiben und würde erst am 1-3. April zurückkommen; also einen ganzen Monat länger! Was denkst Du darüber? Es ist sehr verlockend, beste Jahreszeit, sehr billig, ich frei, was sonst in dieser Zeit nicht der Fall ist, billigste Gelegenheit? Dagegen spricht ausser den Hotelkosten nur die Zeit, nämlich die Vorbereitung der Vorträge in Yale, die am 8.-12. April stattfinden. Pauck (Details anzeigen) findet, dass auch die Anstrengung sehr gross ist; aber Du weisst ja, dass mich so etwas nur frisch macht. Veranstaltung natürlich: Nachts immer im Hotel! – Meine Arbeitslast wird immer grösser. Gestern und heute Vorträge mit Diskussion im kleinen Kreis. – Für Erdmuthe (Details anzeigen): Sonntag bin ich am See, auf Packeis herumgerklettert. Gestern kam ein grosser Sturm und jede Welle brach einen Eisblock los. Es war ein tolles und eisiges Schauspiel wie bei den Eskimos.

Viele Küsse Euch beiden

Euer Paul (Details anzeigen)


Fußnoten, Anmerkungen

1Nicht überliefert.

Register

aTallahassee
bTillich, Hannah
cSchneider
dColumbia, USA
eHeimann, Eduard
fNiebuhr, Reinhold
gFarris, Erdmuthe
hWerner, Marie Luise
iNew Orleans, Louisiana
jJacksonville, Florida
kCharleston, South Carolina
lSavannah, USA
mWashington, D.C.
nChicago, Illinois
oNew York City
pPauck, Wilhelm
qFarris, Erdmuthe
rTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 721/3(6)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
unbekannt - unbekannt
voriger Brief in der Korrespondenz
Februar 1935
nächster Brief in der Korrespondenz
Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich vermutlich von 1935

Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich vermutlich von 1935, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10146.html, Zugriff am ????.

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