Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich vermutlich aus dem Jahr 1935

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Der editierte Text

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Liebste Hannah (Details anzeigen)!

Nun ist auch dieses erfolgreichste und anstrengendste aller meiner Vortragsfahrten vorbei: 4 Vorträge und 5 Diskussionen in 2 Tagen und dazwischen 5 Einladungen, Receptions, {Lunches} etc. Jetzt total erschöpft. Heute eine kleine Spazierfahrt, mit dem Leiter der ökonomischen Fakultät zu Mittag, in einer halben Stunde mit Werners (Details anzeigen) (Details anzeigen) und dem türkischen Professor nach Detroit (Details anzeigen) zu Sterns (Details anzeigen) (Details anzeigen), da Frau Stern (Details anzeigen) erst später operiert wird. Sie muss wegen einer Rückratverkrümmung immer liegen. Werners (Details anzeigen) (Details anzeigen) sind rührend zu mir; vor allem kann ich morgens so lange schlafen wie ich will. Er ist nur ein halbes Jahr verlängert, weiss aber | nicht, was nachher werden soll. – Die Leute hier haben in einer Weise reagiert, wie ich es in Amerika (Details anzeigen) noch nicht erlebt habe. Der Hauptveranstalter hat mich sofort gefragt, ob ich den Sommerkurs geben soll, auch dass sie mich gleich wieder zu Vorträgen haben wollen. Am ersten Mittag hatte ich über 30 Professoren einen After-{Lunchen}-Speech über Geschichtsphilosophie zu geben, dann einen öffentlichen Vortrag über die deutsche Lage vor Hunderten, am Abend in der philosophischen Gesellschaft über die deutsche Philosophie u.s.w. –– Sonntag gehts über Detroit (Details anzeigen), Canada (Details anzeigen), Buffalo (Details anzeigen) nach Hartford (Connecticent) (Details anzeigen). Am 11ten bin ich in New-Haven (Details anzeigen) in Wolfers (Details anzeigen) Haus, auch wenn sie nicht da sind; am Abend spreche ich zu seinen Studenten. Bitte schicke alle Post, die bis zum 10ten Abends kommt, % Wolfers (Details anzeigen), Pierson College, New-Haven (Conn) (Details anzeigen) Yale University.

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Sonntag früh
Liebstes Hannahchen (Details anzeigen)!

Seit heut früh bin ich „gleichzeitig“ mit Euch, denn die Uhr ist nun eine Stunde vorgestellt, damit die Geschäfte mit New York (Details anzeigen) besser gemacht werden können. Ich fürchte es wird viel Verwirrungen geben.

Ich arbeite fast ununterbrochen. Vorträge und Briefe. Freitag Abend war hier im Seminar Tanz der Studenten und Studentinnen unseres Seminary Steif und langweilig trotz netter Mädchen, meistens verheirateter Studentinnen. Gestern Mittag mit Pauck (Details anzeigen) und Lande (Details anzeigen) geluncht. Lande (Details anzeigen) ist wirklich furchtbar nett. Ich habe ihm gesagt, dass er sich nicht immer für seine Existenz entschuldigen soll. Heut Abend werden er und Paucks (Details anzeigen) (Details anzeigen) zu {Prude Schoop} gehen und nachher werden wir uns mit den beiden Mädchen treffen und irgendwo hingehen. Ich habe am Abend eien Diskussion. Freitag Mittag habe ich mit den Philosophen geluncht, Montag mit | den Soziologen; denen ich meinen Vortrag über 'Protestantismus und Weltlage (Details anzeigen)' gegeben habe. Morgen Abend rede ich ausserhalb meines Programms in der philosophischen Gesellschaft. Es ist nicht ganz unmöglich, dass dabei ein zweites Semester hier herausspringt im nächsten Jahr, wenn auch nicht wahrscheinlich. Heut Mittag esse ich mit Polgi (Details anzeigen), dessen nette Frau (Details anzeigen) seit Monaten in England (Details anzeigen) ist. Dienstag ist der letzte Tag hier, ein Vortrag in einem entfernten Vorort. Mittwoch Mittag Abfahrt. Aus Detroit (Details anzeigen) wird nichts, da Frau Stern (Details anzeigen) krank in der Klinik liegt.

Am wichtigsten war gestern Abend, wo ich mit Pauck (Details anzeigen) in einer fabelhaften Arbeitsgemeinschaft den Gedankengang des 'Programms' entworfen habe. Alle Erfahrungen meiner Vortragsreise haben mir gezeigt, wie nötig es ist. Bei Pauck (Details anzeigen) lagen Deine Gedichte. Ich habe schnell zwischendurch 'Erdmuthe (Details anzeigen)' gelesen udn war überrascht und entzückt, Du liebe süsse Dichterin und Näherin.


Fußnoten, Anmerkungen

Register

aAnn Arbor
bTillich, Hannah
cWerner, Heinz
dWerner, Frau
e
fAnders (geb. Stern), Günther
gArendt, Hannah
hArendt, Hannah
iWerner, Heinz
jWerner, Frau
kVereinigte Staaten von Amerika
lDetroit, USA
mCanada
nBuffalo
oHartford, Connecticut
pNew Haven (CT)
qWolfers, Arnold
rWolfers, Arnold
sNew Haven (CT)
tTillich, Hannah
uNew York City
vPauck, Wilhelm
wLande, ???
xLande, ???
yPauck, Wilhelm
zPauck, Marion
aa
abPolgi, Herr
acPolgi, Frau
adEngland
aeDetroit, USA
afAnders (geb. Stern), Günther
agPauck, Wilhelm
ahPauck, Wilhelm
aiFarris, Erdmuthe
ajTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
USA, Cambridge, MA, Harvard University, Harvard Divinity School Library, Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974., bMS 721/3(6)
Typ

Brief, eigenhändig

Postweg
Ann Arbor - unbekannt
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Entitäten

Personen

Orte

Zitiervorschlag

Undatierter Brief von Paul Tillich an Hannah Tillich vermutlich aus dem Jahr 1935, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L10154.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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