Brief von Paul Tillich an den Regierungsrat im Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 10. Juli 1923

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Der editierte Text

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Berlin-Friedenau (Details anzeigen), Taunusstr. 1 den 10. Juli 1923.

Sehr verehrter Herr Regierungsrat!1

Auf Grund unserer Unterhaltung über meine eventuelle Umhabilitierung nach Marburg (Details anzeigen) habe ich mich nach den Umzugskosten erkundigt.2 Sie betragen nach den Julisätzen 8.700.000 M ohne Versicherung und Packerkosten in Marburg (Details anzeigen), insgesamt also etwa 10 Millionen Mark.

Inzwischen habe ich nach Marburg (Details anzeigen) meine grundsätzliche Zustimmung zu einer Umhabilitierung geäussert und die Voraussetzungen ausgesprochen,3 die auch nach Meinung von Herrn Professor Richter (Details anzeigen), den ich am Freitag im Sprechzimmer der Universität sprach, nicht zu umgehen sind. Ich nehme an, dass die Fakultät, falls sie die Voraussetzungen überhaupt für erfüllbar hält, sich bald mit Ihnen in Verbindung setzen wird, und hoffe, dass es möglich sein wird sich ein Weg finden wird, der es mir möglich macht, dem Wunsch der Marburger Folge zu leisten.

Ihr sehr ergebener

P. Tillich (Details anzeigen)
Privatdozent der Theologie an der Universität Berlin (Details anzeigen)

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Fußnoten, Anmerkungen

1Die Identität des adressierten Regierungsrates konnte nicht ermittelt werden.
2Die Initiative, von Berlin (Details anzeigen) nach Marburg (Details anzeigen) umzuhabilitieren ging wahrscheinlich vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung sowie vom Dekan der Marburger theologischen Fakultät Martin Rade (Details anzeigen) aus. Letzterer setzte sich bereits 1921 dafür ein, Tillich (Details anzeigen) nach Marburg (Details anzeigen) zu holen (vgl. Erdmann Sturm (Details anzeigen): An der engen Pforte der historischen Methode vorbei ... (Details anzeigen) (2015), 286f.
3Die Korrespondenz mit dem Dekan der theologischen Fakultät der Universität Marburg Martin Rade (Details anzeigen) liegt nicht vor. In einem Brief vom 23. Juli 1923 an das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung bat Rade (Details anzeigen) um Hilfe, Tillich (Details anzeigen) als Nachfolger von Hermann Faber (Details anzeigen) nach Marburg (Details anzeigen) zu holen und nennt dabei Tillichs (Details anzeigen) Bedingungen für die Umhabilitierung, nämlich 1) die Ernennung zum außerordentlichen Professor, 2) die Versetzung in Gehaltsklasse 10 und 3) die Übernahme der Umzugskosten. Für diese Bedingungen trat die Marburger Fakultät ein und bat den Minister (Details anzeigen), sie zu erfüllen (Archivsignatur: GStA PK, HA Rep. 76 Va Sekt. 12 Tit IV Nr. 5 Bd. 6, Bl. 174).
4Darunter die handschriftliche Notiz des Ministeriums: „ZdA/ Tillich (Details anzeigen) will nicht mehr“.

Register

aBerlin-Friedenau
bMarburg an der Lahn
cBerlin
dMarburg an der Lahn
eRade, Paul Martin
fTillich, Paul
gMarburg an der Lahn
hSturm, Erdmann
iSturm, An der engen Pforte der historischen Methode vorbei... Paul Tillichs Habili..., 2015
jMarburg an der Lahn
kMarburg an der Lahn
lRade, Paul Martin
mRade, Paul Martin
nTillich, Paul
oFaber, Hermann
pMarburg an der Lahn
qTillich, Paul
rBoelitz, Otto
sRichter, Werner
tTillich, Paul
uBerlin
vTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
Deutschland, Berlin, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Sekt. 12 Tit IV Nr. 5 Bd. 2
Erstpublikation
Erdmann Sturm: „An der engen Pforte der historischen Methodevorbei ...: Paul Tillichs Habilitation in Halle (1916) und seine Umhabilitierungen nach Berlin (1919) und Marburg (1924)“ . In: International Yearbook for Tillich Research 10/1 (2015), S. 273–332, hier: 325.
Typ

Brief, maschinenschriftlich

Postweg
Berlin-Friedenau - Berlin
voriger Brief in der Korrespondenz
Brief vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an Paul Tillich vom 15. Juni 1923
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an Paul Tillich vom 24. April 1924

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Zitiervorschlag

Brief von Paul Tillich an den Regierungsrat im Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 10. Juli 1923, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00797.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

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