Der editierte Text

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Hochverehrter lieber Herr Professor (Details anzeigen)!

Als prot. Felddivisionspfarrer bin ich seit 11 Okt. hier an der Aisne (Details anzeigen). Es geht in all diesen Gegenden weder {vorwärts} noch rückwärts! Hoffentlich bald endgültig vorwärts! Ich habe viel zu tun. Die Arbeit ist also wieder voll; besonders Weihnachten und Sylvester hatten wir herrliche Gottesdienste.1 Hier gibt es sehr viele und grosse Kalksteinhöhlen. In diesen feiern wir, wenn irgend möglich, um gegen feindliches Feuer sicher zu sein.2 Sie können sich gar nicht denken, was für eine Begierde nach Religion in den Leuten wachgeworden ist und wie wirksam sich doch die substantielle Religiosität der Jugendzeit erweist, jetzt wo ein Anlaß da ist, sie aktuell | werden zu lassen. Man hat nur die echt evangelische Aufgabe, auszudrücken, was alle erleben. Man predigt nicht andern, wie so oft im Frieden. Was würde Fichte (Details anzeigen) zu unserer Zeit sagen! Unverdienter Weise habe ich auch das eiserne Kreuz3 bekommen.

Es grüsst Sie herzlich Ihr dankbar ergebener

P. Tillich (Details anzeigen).


Fußnoten, Anmerkungen

2Vgl. Tillichs (Details anzeigen) Bericht an den Feldpropst „Meine Tätigkeit im IV. Reserve-Korps im Oktober 1914“, in: ders.: Impressionen und Reflexionen. Ein Lebensbild in Aufsätzen, Reden und Stellungnahmen (Details anzeigen) (1972), S. 71–76; hier 72: Große Steinhöhlen seien vorhanden gewesen, „in denen ganze Regimenter leicht Unterkunft finden würden“. Tillich (Details anzeigen) kommentiert: „‚Wie die ersten Christen’, sagte ein Offizier, der besonders gut mit einem weißen Altar, Kruzifix und Kerzen für die ästhetisch-kultische Seite des Gottesdienstes gesorgt hatte. [...] [D]as von seltenen Kerzen durchbrochene Halbdunkel holt die Leute in die Sphäre des Ungewöhnlichen.“

Register

aBieuxy
bAisne (Fluss)
cMedicus, Fritz
dAisne (Fluss)
eTillich, Paul
fTillich, Band 7 Frühe Predigten 1909–1918, 1994
gTillich, Paul
hTillich, Impressionen und Reflexionen, 1972
iTillich, Paul
jFichte, Johann Gottlieb
kTillich, Paul
lTelegramm von Paul Tillich an Johannes Tillich vom 2. Dezember 1914
mFeldpostbrief von Heinrich Meinhof an Paul Tillich vom 8. September 1918
nPauck, Wilhelm
oPauck, Marion
pPauck, Paul Tillich. Sein Leben und Denken, Bd. 1: Leben, 1978
qTillich, Paul

Überlieferung

Signatur
Schweiz, Zürich, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Hochschularchiv, Katalogeinträge Nachlassgut, handschr. Bde/ Schriftstücke, Hs 1377:698
Erstpublikation
Paul Tillich: Ein Lebensbild in Dokumenten. Briefe, Tagebuch-Auszüge, Berichte. 1. Auflage. Stuttgart: Renate Albrecht und Margot Hahl, 1980, 86f. (Gesammelte Werke. Ergänzungs- und Nachlaßbände, Band 5)
Weitere Publikationen
  • Hrsg. Friedrich Wilhelm Graf und Alf Christophersen: „Die Korrespondenz zwischen Fritz Medicus und Paul Tillich“ . In: Zeitschrift für neuere Theologiegeschichte 11 (2004), 128f.
Typ

Feldpostkarte, eigenhändig

Postweg
Bieuxy-Aisne - Rüschlikon bei Zürich
nächster Brief in der Korrespondenz
Brief von Paul Tillich an Fritz Medicus vom 8. Dezember 1920

Entitäten

Personen

Orte

Literatur

Erwähnte Briefe

Zitiervorschlag

Feldpostkarte von Paul Tillich an Fritz Medicus vom 4. Januar 1915, in: Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition, hg. von Christian Danz und Friedrich Wilhelm Graf. https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00417.html, Zugriff am ????.

Für Belege in der Wikipedia

{{Internetquelle |url=https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00417.html |titel=Feldpostkarte von Paul Tillich an Fritz Medicus vom 4. Januar 1915 |werk=Paul Tillich, Korrespondenz. Digitale Edition. |hrsg=Christian Danz, Friedrich Wilhelm Graf |sprache=de | datum=04.01.1915 |abruf=???? }}
L00417.pdf
erwähnte Briefe