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         <titleStmt>
            <title>Brief von Paul Tillich an August Rathmann vom 1. November 1949</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 117(14)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschineschriftlich mit handschriftlichen Einfügungen</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
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         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date when="1949-11-01">01.11.1949</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1562">August Rathmann</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1562">Korrespondenz mit August Rathmann</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1562" target="L11294.xml">Brief von Paul Tillich an August Rathmann vom 20. Mai 1949</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11529.xml">Brief von Paul Tillich an Margot Hahl vom 13 Oktober 1949</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11303.xml">Brief von Karl Bernhard Ritter an Paul Tillich vom 4. Nobember 1949</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1949-11-01"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2026-06-05">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
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            <opener><dateline><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Tillich</rs>
               <lb/>3041 Broadway
               <date when="1949-11-01">November 1, 1949</date></dateline><lb/>
               <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York 27, N.Y.</rs>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1562" type="person">Rathmann</rs>:</salute>
            </opener>
            <p>Ich beantworte Ihren heutigen Brief <note type="ea">liegt nicht vor</note> umgehend.
               Die Tatsache, dass nun aus den Neuen Blaettern doch etwas werden soll, bewegt mich
               sehr. Ich hatte gedacht, dass der Plan wenig Aussicht auf Verwirklichung haette und
                  <rs ref="#tillich_person_id__846" type="person">Heimann</rs> war noch
               pessimistischer als ich. Ich habe in der letzten Zeit kaum etwas in der
               politisch-religioesen Linie geschrieben. Meine letzte Veroeffentlichung, die gerade
               erschienen ist und von der ich Ihnen einen Sonderdruck schicken werde, sobald er da
               ist heisst: <rs ref="#tillich_work_id__746" type="bibl">THE PRESENT THEOLOGICAL
                  SITUATION IN THE LIGHT OF THE CONTINENTAL EUROPEAN DEVELOPMENT</rs>. Ich weiss
               nicht, ob er fuer die Zeitschrift geeignet sein wuerde.</p>
            <p>Die <rs ref="#tillich_work_id__747" type="bibl">PROTESTANT ERA</rs> ist vor langer Zeit
            an <rs ref="#tillich_person_id__29" type="person">Frau Albrecht</rs> geschickt worden.
            Das Buch muss laengst angekommen sein.</p>
            <p>Die Uebersetzungen, die ich habe, sind ausgezeichnet so weit ich sie angesehen habe.
               Es ist aber voellig ausgeschlossen, dass ich sie Wort fuer Wort durchsehe. Wenn <hi rend="underline"><rs ref="#tillich_person_id__278" type="person">Herr
                  Braune</rs></hi>
               <!-- Zuordnung unklar -->, der meine Theologie gut kennt, die endgueltige Redaktion
               der Uebersetzungen zu uebernehmen bereit waere, waere ich voellig beruhigt, dass kein
               ernsthafter Fehler vorkommen wuerde. Ich schicke Ihnen infolgedessen die 3
               Manuscripte zurueck und bitte, mir keine weiteren zu schicken. Wenn die Uebersetzung
               auf dem gleichen Niveau bleibt, ist alles in Ordnung. Ich schicke einen Durchschlag
               dieses Briefes an <rs ref="#tillich_person_id__29" type="person">Frau Albrecht</rs>.
               Ich habe auch eine Uebersetzung unter dem Titel MENSCH UND GESELLSCHAFT IM
               RELIGIOESEN SOZIALISMUS, von <rs ref="#tillich_person_id__5333" type="person">Dr.
                  Mosse</rs>, dem Schwager von <rs ref="#tillich_person_id__5332" type="person">Panofsky</rs>, der hier im Union Theological Seminary arbeitet. Sie ist im ganzen
               und grossen ordentlich, nur am Anfang muesste der Text etwas fuer Ihre Zwecke zurecht
               gestutzt werden. Ich wuerde das Ihnen oder einem Ihrer Mitarbeiter ueberlassen.</p>
            <p>Mir liegt vor allen Dingen am meisten daran, dass die <rs ref="#tillich_work_id__747" type="bibl">PROTESTANT ERA</rs> herauskommt. Ueber die Predigtsammlung hatte ich
               irgendwann eine Verhandlung, weiss aber nicht mehr mit wem. Und da ich seit einem
               Jahr nichts mehr darueber gehoert habe, nehme ich an, dass das Buch frei ist.</p>
            <p>Mit <rs ref="#tillich_person_id__393" type="person">Collmer</rs>s Vorschlag, der auch
               mit mir frueher korrespondiert hat, bin ich sehr einverstanden. Was die andern
               Veroeffentlichungen betrifft, so ueberlasse ich Ihnen Auswahl und Organisation
               voellig. Ich habe in dem Jahr meinerv Rueckkehr aus <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> erlebt, dass ich von hier aus einfach nichts tun und
               nichts entscheiden kann. Und um das zu begruenden, moechte ich Ihnen jetzt dazu meine
               Situation deutlich schildern. Ich habe einen Vertrag mit der University of <rs ref="#tillich_place_id__105" type="place">Chicago</rs> Press, dass der erste Band
               meiner Systematischen Theologie in diesem Oktober im Manuscript<pb n="2"/>
               abgeliefert werden soll. Vor naechsten Januar ist gar nicht daran zu denken und auch
               das ist nur moeglich, wenn ich jede halbe Stunde dafuer ausnutze. An der
               Fertigstellung haengt nun noch etwas anderes, sehr wichtiges. Ein Unternehmen,
               genannt <q>Library of Living Theology</q> will ihren ersten Band ueber mich bringen.
               Er wird geschrieben von <hi rend="underline">12 Autoren</hi>, die ueber <hi rend="underline">verschiedene Gebiete meines Denkens referrieren</hi> und sich
               kritisch aeussern. Ich antworte dann in einem kritischen Schlussteil. Das ist fuer
               meine Situation hier von groesster Bedeutung und koennte natuerlich auch in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> von grossem Interesse
               sein. Aber die Autoren, die dieses Buch schreiben, koennen erst an ihre Arbeit gehen,
               nachdem der erste Band meiner Systematischen Theologie in Druckbogen vorliegt. Das
               bedeutet natuerlich eine ausserordentliche Verschaerfung des Druckes auf mich den
               ersten Band fertig zu stellen. Ich gebe Ihnen darum die Vollmacht, mit Ihnen und
               meinen theologico-politischen Freunden alles mit meinem <q>Nachlass</q> zu machen,
               was Sie wollen. Ich kann einfach nicht helfen und ich weiss, dass ich bei Euch Allen
               in guten Haenden bin. Ich weiss das besonders, seit ich die Uebersetzungen gesehen
               habe.</p>
            <p>Ich habe von <rs ref="#tillich_person_id__5334" type="person">Steinrath</rs>'s
               Tod nichts gewusst und bin aufs Tiefste erschuettert. Woran ist er gestorben? Ich
               hoffe, dass <rs ref="#tillich_person_id__2506" type="person">Gertie Siemsen</rs> mir
               Naeheres schreiben wird.</p>
            <p>Wegen meiner Reise nach <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> habe ich vor einigen Wochen einen Brief an <rs ref="#tillich_person_id__278" type="person">Braune</rs><note type="ea">liegt nicht
                  vor</note> geschrieben, den er offenbar noch nicht beantworten konnte, da die
               Frage der Finanzierung noch nicht erledigt ist. Bis das geschehen ist, kann ich
               nichts Definitives ueber mein Kommen sagen. Im uebrigen haengt das Problem auch recht
               eng zusammen mit der Frage meiner Systematischen Theologie. Sagen Sie doch <rs ref="#tillich_person_id__278" type="person">Braune</rs>, dass ich fuer eine
               vorlaeufige Antwort auf die anderen Fragen (Fakultaet etc.) sehr dankbar waere. </p><closer>
               <salute>Mit herzlichem Gruss,</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Prof. Paul Tillich</rs></signed>
            </closer>
            <postscript><p>P.S. ich finde einen Aufsatz, den mir <rs ref="#tillich_person_id__846" type="person">Heimann</rs> gegeben hat unter dem Titel <q>Sozialismus.</q> Ich weiss nicht
                  wo er herkam und was Sie mit ihm machen koennen.<add place="below"><hi rend="hand">1000 Dank! Und Gruss Ihnen dreien! <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus T.</rs></hi></add></p></postscript>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__393">
                  <persName>Collmer, Paul</persName>
                  <occupation>Leiter des evangelisches Verlagswerk</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__278">
                  <persName>Braune, Walther</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__29">
                  <persName>Albrecht, Renate</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/116284161</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5333">
                  <persName>Mosse, Dr.</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5332">
                  <persName>Panofsky</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__846">
                  <persName>Heimann, Eduard</persName>
                  <occupation>Deutscher Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Eduard Heimann (11. Juli 1889 – 31. Mai 1967) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Gesellschaftstheoretiker. Nach Studien an mehreren europäischen Universitäten wurde er Anfang der 1920er Jahre in Kommissionen zu Verstaatlichungsfragen tätig. Ab 1925 lehrte er in Hamburg, verließ Deutschland jedoch 1933 und wirkte danach bis 1963 an einer New Yorker Hochschule. Sein theoretisches Werk konzentrierte sich auf die Analyse von Arbeitnehmerschutz, Versicherungssystemen und Tarifverträgen als Mechanismen zur Einkommensumverteilung und Innovation, die zugleich kapitalistische Strukturen stabilisieren, ohne sie zu zerstören. Er deutete Sozialpolitik nicht als Armenfürsorge, sondern als freiheitliche Gestaltung der Arbeitswelt mit paradoxer Doppelfunktion. Heimann entwickelte zudem ein Konzept der freiheitlichen Vergesellschaftung als Gegenmodell zu sowjetischen Systemen. Religionssoziologisch interpretierte er Glaubenssysteme als gesellschaftlich integrierende Kraft und rationalistisches Denken als desintegrierend.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5334">
                  <persName>Steinrath, Franz</persName>
                  <death>
                     <date>vor 1.11.1949</date>
                  </death>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__2506">
                  <persName>Siemsen, Gertrud</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/12587913X</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1562">
                  <persName>Rathmann, August</persName>
                  <birth>
                     <date>1895-01-03</date>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1995-01-05</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Mönkeberg</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Sozialistischer Politiker</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118749196</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>August Rathmann (3. Januar 1895 – 5. Januar 1995) war ein Jugendfunktionär, Autor und Politiker aus Deutschland. Nach einer Tischlerlehre und dem Ersten Weltkrieg engagierte er sich in der sozialdemokratischen Arbeiterjugend und im Hofgeismarer Kreis und studierte ab 1926 Rechts-, Volks- und Sozialwissenschaften. Gemeinsam mit dem Theologen Paul Tillich gab er ab 1931 die Neuen Blätter für den Sozialismus heraus und suchte die national gesinnten Sozialisten mit den religiösen Sozialisten um Tillich zu verbinden. Später edierte er auch ein Werk Tillichs. Nach 1945 war er in der Sozialarbeit von Wirtschaftsverbänden tätig und blieb der SPD verbunden.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__122">
                  <placeName>Deutschland</placeName>
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                  <placeName>Chicago, Illinois</placeName>
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