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         <titleStmt>
            <title>Brief von Paul Tillich an Rundbrief (Nina Baring) vom September 1949</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 122(57)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich mit handschriflichen Einfügungen</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
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      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date when="1949-09-01">9.1949</date>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__133">Nina Baring</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__133">Korrespondenz mit Nina Baring</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__133" target="L11295.xml">Brief von Paul Tillich an Nina Baring vom 17. Juni 1949</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11295.xml">Brief von Paul Tillich an Nina Baring vom 17. Juni 1949</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11297.xml">Rundbrief von Paul Tillich mit Zusatz an Anneliese von September 1949</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1949-09-01"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="MI" when="2026-05-27">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
      </revisionDesc>
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   <text type="letter">
      
      <body>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><date when="1949-09-01">September, 1949</date></dateline>
               <salute>Liebe Freunde:</salute>
            </opener>
            <p>Wenn ich nicht schreibe werde ich beschimpft, dass ich keinen Rundbrief schreibe.
               Wenn ich einen Rundbrief schreibe, werde ich beschimpft, dass ich keine privaten
               Briefe schreibe, und wenn ich private Briefe schreibe werde ich beschimpft, dass
               meine Systematische Theologie nicht fertig wird. Ich ertrage diese Beschimpfungen
               gern, da ich weiss, dass sie aus Freundschaft und Liebe kommen, aber ich weiss keine
               Loesung, und das macht mich oft verzweifelt, manchmal mehr als solch ein Anlass zu
               rechtfertigen scheint. Dieser Rundbrief ist eine der drei falschen Moeglichkeiten,
               denen gegenueber es keine richtige gibt.</p>
            <p>Seit ich im September 1948 hierher zurueckkam, hat mich das Leben in einer Weise
               gepackt wie kaum je zuvor. Ich habe noch nie so viele Vorlesungen und Vortraege
               gehalten wie im letzten Winter und Fruehling. Dann kam der Sommerkurs in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> mit einer alten und einer
               neuen Vorlesung (ueber <q>Geschichte der Protestantischen Theologie seit der
                  Aufklaerung</q>) 6 Wochen, 10 Stunden woechentlich (eine Woche lang 15) bei
               tropischer Hitze, Tag fuer Tag. Von Mitte August an eine Mischung von Ruhe und
               wissenschaftlicher Arbeit in meinem Haeuschen in <rs ref="#tillich_place_id__769" type="place">East Hampton, Long Island, New York</rs>, am Atlantischen Ozean. In
               den naechsten Tagen Rueckkehr nach <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New
                  York</rs> mit allem, was das bedeutet. Viele menschliche Probleme nehmen Zeit und
               Kraft neben all den andern Dingen, und das Problem des Geldverdienens fuer ein
               grosses Haus, den Alterssitz in <rs ref="#tillich_place_id__769" type="place">East
                  Hampton</rs>, Kinder in unvermeidlichen Private Schools und an der Universitaet,
               Altersversicherung anstelle der deutschen Pension fuegt ein Element der Sorge zu
               allem andern.</p>
            <p>Die wissenschaftliche Arbeit ist in den letzten Wochen gut gegangen. Im letzten
               Sommer in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> sagte ich
               oft, dass das Englische meine Sprache vereinfacht und geklaert habe. Und nun hat es
               sich ereignet, dass aus der Vereinfachung, die sich in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> zeigte, rueckwirkend
               eine Vereinfachung meines Englisch hier erwuchs: Ein <q>circulus benignus.</q></p>
            <p>Einige von Euch haben gelesen, dass mein Name auf einer schwarzen Liste der Armee als
                  <q>unanstellbar fuer <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs></q> staende. Die Tatsache ist richtig, aber sie bedeutet
               nichts. Es ist eine Liste, die im Jahr 1945 von aengstlichen Offizieren aufgemacht
               ist, und die, als sie bekannt wurde (mit manchen politisch wichtigen Namen) von <rs ref="#tillich_person_id__1957" type="person">President Truman</rs> aergerlich
               verboten wurde. Bedeutung hatte sie schon laengst nicht mehr, wie meine Reise nach
                  <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> mit Untersuetzung
               der Armee beweist. Anlass war wohl der <q>Council for a Democratic Germany</q> dessen
               Vorsitzender ich war, und der im Krieg entweder als zu deutsch-national oder als zu
               kommunistisch angegriffen wurde. Beides war natuerlich Unsinn, aber wir konnten
               nichts dagegen tun. Heute versucht das State Department ungefaehr alle unsere
               damaligen Forderungen durchzudruecken – zu spaet. Vielleicht wuerden unsere damals
               veroeffentlichten Erklaerungen heute ein nicht unerhebliches Interesse haben. Der
               Council loeste sich auf nach der Potsdamer Deklaration, etwas frueher, als die
               Amerikanisch- Russische Zusammenarbeit, aber aus aehnlichen Gruenden.</p>
            <p>Wir verfolgen hier die deutsche politische Entwicklung mit grossem Interesse und fast
               durchweg tiefem Pessimismus. Die Analogien mit 1919-29 erschrecken jeden, der damals
               bewusst gelebt hat. Wir wissen, dass es eine Jugend gibt, die mindestens so gut ist
               wie die 1919. Aber wir haben erlebt, dass sie in den 10 darauffolgenden Jahren bis
               auf kleine Gruppen ins nationalistisch-faszistische Lager heruebergezogen <pb n="2"/>
               wurde. Und diese Gefahr besteht heute infolge der Ost-West-Spannung mindestens so wie
               damals. Wir wissen, dass aus der gleichen Ursache viele wichtige Positionen wieder
               von Leuten besetzt sind, deren historische Schuld es ist, dass sie die Nazis zur
               Macht brachten; und wir wissen, dass dafuer die Deutschen keineswegs allein
               verantwortlich sind, was die Sache nur noch tragischer macht. Wir wissen, dass es in
                  <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> heute
               Persoenlichkeiten von hoechster sittlich-religioeser Reife gibt– aber es gab sie auch
               zwischen den Kriegen, und sie sind zertreten worden. Wir hoeren mehr und mehr von
               neuen geistigen Ansaetzen oder ausgezeichneter Fortfuehrung alter Ansaetze. Aber was
               fuer eine ueberwaeltigende Fuelle gab es in der Zeit der Republik, und sie wurden zum
               Verdorren gebracht! Sind die Chancen jetzt besser? Das ist unsere staendige
               Frage.</p>
            <p>Ich bin willens einer Einladung der Freien Universitaet <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs>
            zu folgen und naechsten Sommer von Mitte Mai bis Ende August in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>
            zu sein, falls die aeusseren Bedingungen es erlauben. Ich habe Sehnsucht Euch alle
            wiederzusehen nach dem grossen, ersten Wiedersehen vom vorigen Jahr.</p>
            <p><rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs> und den <rs ref="#tillich_person_id__570" type="person"><rs ref="#tillich_person_id__1927" type="person">Kindern</rs></rs> geht es gut. Die Frankfurter Hefte haben einige
               deutsche Gedichte von <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Hannah</rs>
               angenommen. <rs ref="#tillich_person_id__570" type="person">Erdmuthe</rs> studiert
                  <q>Dramatics</q> an Columbia University und will im Winter oder Fruehling ihren
                  <q>Master of Arts</q> machen. Sie kann dann dramatische Lehrerin an High Schools
               oder Colleges werden, Literatur des Dramas unterrichten und Auffuehrungen leiten,
               auch selber spielen. <rs ref="#tillich_person_id__1927" type="person">René</rs>
               faengt in diesen Tagen seine 4 Jahre High School in <rs ref="#tillich_place_id__1614" type="place">Exeter, New Hampshire</rs>, an. Es ist ein grosses Privileg, dass er
               dort eine teilweise Freistelle bekommen hat. <rs ref="#tillich_place_id__1614" type="place">Exeter</rs> ist eine der beruehmtesten Boarding-Schools im Lande;
               aber die Lats fuer uns ist nicht klein und der Abschied von ihm war nicht leicht.</p>
            <p>Es werden jetzt verschiedene meiner englischen Arbeiten ins Deutsche uebersetzt.
               Leider bin ich in dieser Beziehung <hi rend="underline">nicht sehr hilfreich</hi>.
               Abgesehen von dem Zeitmangel wird es mir schwer, mich auf meine alten Sachen zu
               konzentrieren. Selbst wenn ich sie nicht schlecht finde, sind sie fuer mich wie ein
               Fremdkoerper, ein Ding fuer sich selbst, nicht mehr ein Teil meines Lebens. Zu <rs ref="#tillich_person_id__1562" type="person">August Rathmann</rs>, dem Verwalter
               dieser Dinge und den andern, die dafuer interessiert sind oder daran mitarbeiten kann
               ich nur sagen: <q>Habt Geduld mit mir, ich will Euch alles bezahlen.</q> Und um viel
               Geduld muss ich Euch alle bitten. Es ist schwer, zwischen zwei Welten zu leben <q>Auf
                  der Grenze</q> wie ich meine <rs ref="#tillich_work_id__780" type="work">Autobiographie</rs> ueberschrieben habe.</p>
            <closer>
               <salute>In der Hoffnung auf Wiedersehen,<lb/>Euer</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person"><hi rend="hand">Paulus</hi><lb/>Paul Tillich</rs></signed>
            </closer>
            <postscript><p><hi rend="hand">Dank für Brief<!-- unklar welcher Brief --> und Übersetzung! Bald mehr!
               <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">P.</rs></hi></p></postscript>
         </div>
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1957">
                  <persName>Truman, Harry S.</persName>
                  <birth>
                     <date>1884-05-08</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Lamar, Mo.</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1972-12-26</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Kansas City, Mo.</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118624210</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1927">
                  <persName>Tillich, René Johannes Stefan</persName>
                  <birth>
                     <date>1935</date>
                  </birth>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1168631653</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__570">
                  <persName>Farris, Erdmuthe</persName>
                  <birth>
                     <date>1926-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__126">Dresden</placeName>
                     </settlement>
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                     <p>Erdmuthe Farris (17. Februar 1926 – 26. März 2016), geborene Tillich, war die Tochter des evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich. Ihr familiärer Rufname lautete Mutie.</p>
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                  <persName>Rathmann, August</persName>
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                        <placeName>Mönkeberg</placeName>
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                  <occupation>Sozialistischer Politiker</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>August Rathmann (3. Januar 1895 – 5. Januar 1995) war ein Jugendfunktionär, Autor und Politiker aus Deutschland. Nach einer Tischlerlehre und dem Ersten Weltkrieg engagierte er sich in der sozialdemokratischen Arbeiterjugend und im Hofgeismarer Kreis und studierte ab 1926 Rechts-, Volks- und Sozialwissenschaften. Gemeinsam mit dem Theologen Paul Tillich gab er ab 1931 die Neuen Blätter für den Sozialismus heraus und suchte die national gesinnten Sozialisten mit den religiösen Sozialisten um Tillich zu verbinden. Später edierte er auch ein Werk Tillichs. Nach 1945 war er in der Sozialarbeit von Wirtschaftsverbänden tätig und blieb der SPD verbunden.</p>
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