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         <titleStmt>
            <title>Brief von Paul Tillich an Rundbrief (Nina Baring) vom März 1949</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
            <respStmt>
               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
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               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 122(57)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich und eigenhändig</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
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         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date when="1949-03-01">03.1949</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__133">Nina Baring</persName>
            </correspAction>
         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__133">Korrespondenz mit Nina Baring</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__133" target="L11263.xml">Rundbrief von Paul Tillich mit Zusatz an Nina Baringvon Dezember 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__133" target="L11295.xml">Brief von Paul Tillich an Nina Baring vom 17. Juni 1949</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11283.xml">Brief von Paul Tillich an Renate Albrecht vom 14. Februar 1949</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11285.xml">Brief von Paul H. Hoch an Paul Tillich vom 4. März 1949</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1949-03-01"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2026-05-20">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSessionRundbrief">
            <pb n="1"/>
            <opener><dateline><date when="1949-03-01">March 1949</date></dateline><lb/>Zwischen zwei
               Vortrags-Fahrten <salute>Lieber Freunde:</salute>
            </opener>
            <p>Dies ist weder ein Rundbrief noch ein persoenlicher Brief sondern nur eine Mitteilung
               ueber mein Ergehen und eine Begruendung warum selbst kuerzestes Schreiben unmoeglich
               ist. Durch das Zusammentreffen vieler Umstaende habe ich in diesem Semester (1.
               Februar bis Anfang Mai) jede Woche 14-16 Std. Vorlesungen, darunter 3 Seminare und
               eine Vorlesung, die Vorbereitung verlangen. Ferner habe ich in dem gleichen Semester
               etwa ein Dutzend auswaertiger Vortraege, die vorbereitet werden muessen und lange
               Eisenbahnfahrten beanspruchen. Gleichzeitig musste und muss ich mehrere Artikel
               schreiben und Predigten vorbereiten. Das Ganze geht ueber alles hinaus was ich je,
               selbst in diesem Sommer in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>, erlebt habe, und es geht weit ueber meine Kraefte. Alle
               menschliche Dinge muessen voellig zuruecktreten – nicht nur drueben, sondern auch
               fuer hier. Wie ich durchkommen soll, weiss ich heute noch nicht. Ich werde, wenn ich
               es durchhalte und im Mai frei bin, wieder an Euch schreiben.</p>
            <p>Ich bin fuer jeden Brief unendlich dankbar. Es bringt mich zurueck in die grossen
            drei Monate des vorigen Sommers.</p>
            <p>Wir machen uns hier viel Sorgen ueber die politische Entwicklung in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>. Manchmal sieht es so
               aus als ob sich wenig oder gar nichts in der Grundhaltung geaendert haette. Die
               Wiederkehr aller Kraefte, die das Unheil gebracht haben, scheint unaufhaltsam zu
               sein. Bitte, schreibt mir darueber.</p>
            <closer>
               <salute>In Freundschaft und Verbundenheit,<lb/>Euer</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul Tillich</rs></signed>
            </closer>
         </div>
         <div type="writingSessionBrief">
            <pb n="1"/>
            <opener>
            <salute>Liebste <rs ref="#tillich_person_id__133" type="person">Nina</rs>!</salute>
               </opener>
            <p>Am Hudson, dem deutschen Rhein, entlang sausend, denke ich an Dich und das Schwere,
               was Du erlebst. Eins hast Du vor mir voraus: Du kannst Dir selbst begegnen. Und ich
               weiss, dass Du vielen und guten Gebrauch davon machen wirst und <pb n="2"/> mehr in
               Dir finden als nur Dich selbst. Ich arbeite an einer Predigt über das <q>Sehen</q>,
               einer der schillerndsten Begriffe des N.T., besonders bei <rs ref="#tillich_person_id__985" rend="person">Johannes</rs>. Es gibt ein Sehen, das
               dem Glauben entgegengesetzt ist, und sein Sehen, dass der Glaube selbst ausübt, und
               ein Sehen, das den Glauben überschreitet und <q>Schauen</q> ist. Interessant ist,
               dass für <rs ref="#tillich_person_id__1468" type="person">Paulus</rs>, das
               Spätmittelalter, die Reformation und die Barthianer das Hören entscheidend ist...</p>
            <closer>
               <salute>In Liebe</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">P.</rs></signed>
            </closer>
         </div>
        
      </body>
   <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__133">
                  <persName>Baring, Nina</persName>
                  <occupation>Dozentin, Lehrerin, Fürsorgerin</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/116057122</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Nina Baring (1899–1972) war eine deutsche Übersetzerin, Dozentin und Fürsorgerin. Sie studierte Philosophie und hörte dabei unter anderem Heidegger sowie, in Dresden, Paul Tillich. Beruflich war sie in der Fürsorge tätig und unterrichtete an mehreren Volkshochschulen. 1936 erschien ihre Arbeit über Wilhelm Diltheys Geschichtsphilosophie. In den 1930er Jahren trat sie zum Katholizismus über; zu ihren Kontakten zählte Edith Stein. Nach dem Zweiten Weltkrieg übertrug sie zeitweilig englischsprachige Schriften Tillichs ins Deutsche.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1468">
                  <persName>Paulus</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118641549</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paulus von Tarsus (1. Jhdt.) gilt als wichtigster Missionar des frühen Christentums und als einer der ersten christlichen Theologen. Aus jüdisch-pharisäischer Tradition stammend und im Besitz des römischen Bürgerrechts, wandelte er sich nach einem Bekehrungserlebnis vom Verfolger der Christen zum Apostel der nichtjüdischen Völker. Er durchreiste den Mittelmeerraum, gründete Gemeinden und blieb mit diesen über Briefe in Verbindung, die als älteste Texte des Neuen Testaments gelten. Im Zentrum seiner Theologie standen Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi, woraus er die Rechtfertigung des Menschen allein aus Gnade ableitete. Seine Lehre prägte die christliche Theologie nachhaltig und wirkte tief in die europäische Geistesgeschichte hinein.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__985">
                  <persName>Johannes</persName>
                  <occupation>Evangelist</occupation>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__122">
                  <placeName>Deutschland</placeName>
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                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q183</idno>
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