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         <titleStmt>
            <title>Brief von Paul Tillich an Martin Niemöller vom 10. Januar 1949</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
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                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 170(41)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
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         </sourceDesc>
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         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
               <date when="1949-01-10">10.01.1949</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1392">Martin Niemöller</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1392">Korrespondenz mit Martin Niemöller</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1392" target="L11272.xml">Brief von Martin Niemöller an Paul Tillch vom 27. Dezember 1948</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11272.xml">Brief von Martin Niemöller an Paul Tillch vom 27. Dezember 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11277.xml">Brief von Paul Collmer an Paul Tillich vom 13. Januar 1949</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1949-01-10"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2026-05-10">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
      <body>
         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><hi rend="underline">C O P Y</hi>
               <salute>Sehr verehrter Herr <rs ref="#tillich_person_id__1392" type="person">Kirchenpraesident</rs>, lieber Herr <rs ref="#tillich_person_id__1392" type="person">Niemoeller</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>Haben Sie herzlichen Dank fuer Ihren <rs ref="#L11272" type="letter">Brief</rs> vom 27. Dezember, 1948.
            Er gibt mir Gelegenheit, so offen wie ich es in einer persoenlichen Aussprache getan haette, zu Ihnen ueber
            meine Eindruecke in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> zu sprechen.</p>
            <p>Ich kam nach <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> unter den
               Auspizien des Church World Service und fuhr deswegen ueber <rs ref="#tillich_place_id__707" type="place">Genf</rs>, um mich dort ueber die
               Situation orientieren zu lassen. Ich hatte sehr freundschaftliche und instruktive
               Aussprachen mit den dortigen – besonders deutschen – Mitgliedern des World Council of
               Churches, die mich auf manches von dem vorbereiteten, was ich spaeter selbst sah.</p>
            <p>Ich wurde von den Genfern zu <rs ref="#tillich_person_id__1306" type="person">Pfarrer
                  Menn</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__143" type="place">Frankfurt</rs>
               geschickt, dem ich mich fuer jede gewuenschte Aufgabe in der Kirche – neben meinen
               akademischen Verpflichtungen – zu Verfuegung stellte. Ich habe nie wieder etwas von
               ihm darueber gehoert, auch nicht als ich ihn im August in <rs ref="#tillich_place_id__12" type="place">Amsterdam</rs> kurz traf. – Ich sprach
               ferner mit meinem alten Bekannten, <rs ref="#tillich_person_id__626" type="person">Oberkirchenrat Fricke</rs>, der mir etwas in Aussicht stellte, aber nicht mehr
               darauf zuruekkam. Die Fuelle der Aufforderungen, die ich erhielt, kamen alle von
               akademischen Gruppen. So nahm ich an, dass die Kirche in ihren leitenden
               Persoenlichkeiten kein Interesse an meinem Kommen hatte. Ich wurde am Ende meines
               Aufenthaltes darin bestaetigt durch zwei Unterhaltungen, die eine mit <rs ref="#tillich_person_id__626" type="person">Fricke</rs>, die andere mir <rs ref="#tillich_person_id__674" type="person">Gerstenmaier</rs>, den ich in <rs ref="#tillich_place_id__818" type="place">Holland</rs> traf. Als ich von <rs ref="#tillich_person_id__626" type="person">Fricke</rs> telephonisch Abschied
               nahm, und etwas in der gesagten Richtung andeutete, antwortete er, dass mich die
               Kirche <q>an ihrer Grenze</q> gebrauchen koennte. Als ich <rs ref="#tillich_person_id__674" type="person">Gerstenmaier</rs> das erzaehlte, sagte
               er, dass dies den Sachverhalt durchaus traefe, dass eine Theologie wie die meinige
               (die in <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">America</rs> als neo-orthodox
               gilt) von den kirchlichen Authoritaeten nicht mehr zugelassen wuerde, und dass die
               Stimme eines Mannes wie <rs ref="#tillich_person_id__1154" type="person">Leese</rs>,
               meines Schuelers und Freundes, in der Kirche vollstaendig unhoerbar gemacht worden
               waere. </p>
            <p>Es war mir darum nicht ueberraschend, als ich von <rs ref="#tillich_person_id__1154" type="person">Leese</rs> und anderen Mitgliedern des Frankfurter Kongresses fuer
                  <q>Freies Christentum</q> (ein graesslicher Name!) vor und nach dem Kongress
               muendlich und brieflich ueberzeugende Bestaetigungen dieses Bildes erhielt. – Die mir
               eindrucksvollste Bestaetigung aber war eine Rede con <rs ref="#tillich_person_id__5027" type="person">Mr. Frey</rs>, Praesident der
               Lutherischen Kirchen in <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs>,
               bald nach seiner und meiner Rueckkehr, in unserer Fakultaet. Er erklaerte, dass fuer
               beide Gruppen in der deutschen Kirche, die Lutheraner und die Barthianer, <hi rend="underline">eins</hi> unbestritten gaelte: Die Periode des
                  <q>Neuprotestantismus</q> (von <rs ref="#tillich_person_id__1717" type="person">Schleiermacher</rs> bis <rs ref="#tillich_person_id__1954" type="person">Troeltsch</rs>) ist tot und als Irrweg verworfen. Liebrale Ideen haetten nirgends
               mehr Boden; es handele sich um eine fundamentale Abwendung von der vorhergehenden
               Periode.</p>
            <p>Das fuehrt mich auf die mehr theologischen Erfahrungen in meinem Umgang mit Kollegen,
               Studenten und juengeren Pfarrern. Sehr wichtig waren fuer mich die Gespraeche mit <rs ref="#tillich_person_id__320" type="person">Bultman</rs>, von dessen
                  <q>heresy-trial</q> (ein vielleicht zu starker Ausdruck) ich von ihm selbst, von
                  <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs> und manchen anderen
               gehoert habe. Diese Vorgaenge, verbunden mit dem scharfen Widerspruch den seine
               Schrift ueber die Entmythologisierung des N.T. erfahren hat, haben ihm das Gefuehl
               der Vereinsamung in der <pb n="2"/> gegenwaertigen theologischen und kirchlichen
               Situation gegeben. Er fuehlte sich – und ich mit ihm – als Traeger einer grossen
               wissenschaftlich-theologischen Tradition, die im Schwinden begriffen ist. Dabei haben
               wir beide starke Einfluesse von <rs ref="#tillich_person_id__137" type="person">Barth</rs> erfahren und koennen keineswegs mit dem alten Liberalismus
               identifiziert werden. – In einer halboeffentlichen Diskussion mit <rs ref="#tillich_person_id__1720" type="person">Schlink</rs> und <rs ref="#tillich_person_id__301" type="person">Peter Brunner</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__203" type="place">Heidelberg</rs> war ich erschreckt ueber
               den biblischen Litteralismus, dem ich begegnete, und dessen Existenz mir von allen
               Seiten bestaetigt wurde.</p>
            <p>Der Satz ueber Unwissenheit und Fanatismus bezieht sich auf juengere Pfarrer und
               aeltere Studenten, die historische Kritik nicht mehr kennen, sie dafuer aber umso
               fanatischer ablehnen. In einer Pfarrerkonferenz, auf der ich sprach, wurde von einem
               Redner historische Kritik als Verrat an <rs ref="#tillich_person_id__981" type="person">Christus</rs> bezeichnet. In der Kirchlichen Hochschule von <rs ref="#tillich_place_id__52" type="place">Zehlendorf</rs>, in der ich mit grosser
               Freude vor wachsender Zuhoererschaft sprach, erntete ich das einzige Scharren, als
               ich von dem poetischen Charakter der Weihnachts- und Ostergeschichte sprach, Dinge,
               die fuer meine Generation von (schon damals von <rs ref="#tillich_person_id__1049" type="person">Kierkegaard</rs> beeinflussten) Studenten (1905-1910) ebenso
               selbstverstaendlich waren wie der mythisch-symbolische Charakter der
               Paradiesgeschichten. Fuer mich ist dieser Punkt so entscheidend, weil es sich hier um
               die Frage der wissenschaftlichen Ehrlichkeit handelt, die es ablehnen muss, aus
               dogmatischen Gruenden kritische Moeglichkeiten in der geschichtlichen Forschung
               auszuschalten. Die Unterdrueckung des methodischen Fragens fuehrt notwendig zu
               Fanatismus; und Spuren dieses Fanatismus unterdrueckter Fragen habe ich an manchen
               Stellen gefunden. Dagegen habe ich kaum <hi rend="underline">einen</hi> deutschen
               Beobachter Gefunden, der die Gefahr <hi rend="underline">dieser</hi> Entwicklung
               nicht sehr ernst genommen haette.</p>
            <p>Ich war begeistert von all meinen studentischen Hoererschaften, obgleich unter Ihnen
               ueberall Gruppen waren, auf die die obige Charakteristik passt. Zu meiner Freude
               hatte ich einen hohen Prozentsatz von Nichttheologen, besonders auch
               Naturwissenschaftlern selbst in meinen streng theologischen Vorlesungen. In
               Besprechungen mit diesen Nichttheologen er<supplied>g</supplied>ab sich nun die Klage, dass die
               biblicistisch-supranaturalistische Form der kirchlichen Predigt und Lehre ihnen den
               Zugang zur Kirche fast voellig versperrt – trotz ernst<del rend="s">z</del>esten Bemuehens. Sie beriefen
               sich zum Teil auf ihr wissenschaftliches Gewissen, das sich nicht ohne geistige
               Selbstzerstoerung opfern koennten. Gleichzeitig bekannten sie, dass ihnen der alte
               Liberalismus religioes nichts bieten koennte. Viele haben sich deshalb von der
               Kirche, die sie suchten, wieder abgewandt. In den Briefen, die ich erhalte, wird
               diese Situation immer und immer wieder beschrieben.</p>
            <p>Dies ist der Hintergrund meines Artikels. In den Bemerkungen ueber die B K. wollte
               ich das Tragisch-Unvermeidliche solcher Verengungen und die Berechtigung der
               Abstossung gewisser Elemente der liberalen Theologie den Amerikanern verstaendlich
               machen. – Ich habe es auch sehr bedauert, dass wir uns in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> nicht getroffen haben.
               Das hatte zum Teil aeussere Gruende. Ich war in <rs ref="#tillich_place_id__471" type="place">Wiesbaden</rs> nur zweimal 2 Stunden auf den amerikanischen Aemtern.
               Laenger konnet ich nicht bleiben, da ich kein eigenes Auto zur Verfuegung hatte.
               Einen ganzen Tag konnte ich fuer <rs ref="#tillich_place_id__471" type="place">Wiesbaden</rs> trotz der Bitten verschiedener Freunde nicht hergeben, da fast
               jede Stunde der 3 Monate besetzt war. Aber ich muss gestehen, dass ich zoegerte, mich
               um ein Treffen an einem <add place="right"><hi rend="hand">anderen</hi></add> Ort zu
               bemuehen, da ich weder direkt noch indirekt eine Aufforderung erhalten hatte, ein
               Zoegern, das sich nach unserer sehr freundschaftlichen Begegnung hier natuerlich
               nicht auf Sie persoenlich, aber auf Ihre Stellung als Kirchenpraesident bezog.<pb n="3"/></p>
            <p>Ich hoffe, dass dieser Brief Ihnen zeigt, dass ich die in meinem Artikel erwaehnten
               Dinge nicht ohne recht eindrueckliche Erfahrungen niedergeschrieben habe. Mein Urteil
               mag zu negativ sein: Mein Beobachtungsfeld war begrenzt. Aber Ihr Brief gab mir das
               Gefuehl, dass Ihr Urteil zu positiv ist, vielleicht weil Sie den Dingen zu nahe
               stehen. Jedenfalls wuenschte ich, dass die Fuehrer der deutschen Kirche eine Gefahr
               schaerfer sehen, die jede Neukonstituierung einer Gruppe in und nach einem Kampf auf
               Leben und Tod notwendig mit sich bringt.</p>
            <closer>
               <salute>In freundschaftlicher Verbundenheit,<lb/>Ihr,</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paul Tillich</rs></signed>
            </closer>
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                  <placeName>Frankfurt am Main</placeName>
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                  <placeName>Holland</placeName>
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                  <placeName>Amsterdam</placeName>
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               </listPlace><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__5027">
                  <persName>Fry, Franklin Clark</persName>
                  <birth>
                     <date>1900-08-30</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Bethlehem (Pennsylvania)</placeName>
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                  </birth>
                  <death>
                     <date>1968-06-06</date>
                     <settlement>
                        <placeName>New Rochelle, New York</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>US-amerikanischer lutherischer Theologe und eine Führungsgestalt der Ökumenischen Bewegung</occupation>
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               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__301">
                  <persName>Brunner, Peter</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118516175</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Emil Brunner (23. Dezember 1889 – 6. April 1966) war ein Schweizer reformierter Theologe, der ab 1924 als Professor in Zürich mit einer „missionarischen Theologie“ zwischen subjektivem Religionsgefühl und dogmatischer Objektivierung vermitteln wollte. In kritischer Kooperation und späterem Gegensatz zu Karl Barth betonte er den „Anknüpfungspunkt“ des göttlichen Wortes im trotz Sünde verantwortlichen Menschen (imago Dei) und entfaltete daraus einen dialogischen Personalismus (Der Mittler, 1927; Der Mensch im Widerspruch, 1937; Dogmatik, 3 Bde. 1946–60). International wirksam durch Gastvorlesungen und Lehrtätigkeit in Japan, blieb er für die Ethik (Das Gebot und die Ordnungen, 1932) und das ökumenische Gespräch prägend, auch wenn sich um ihn keine Schule bildete.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__137">
                  <persName>Barth, Karl</persName>
                  <occupation>Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118506803</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Karl Barth (10. Mai 1886 – 10. Dezember 1968) war ein Schweizer reformierter Theologe und einer der bedeutendsten evangelischen Dogmatiker des 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium arbeitete er als Pfarrer, später lehrte er als Professor in Deutschland und Basel. 1935 wies ihn das NS-Regime wegen seiner Gegnerschaft aus. Mit der Auslegung des Römerbriefs begründete er die Dialektische Theologie und wandte sich gegen den liberalen Protestantismus. Hauptwerk blieb die Kirchliche Dogmatik. Mit Paul Tillich verband ihn ein anhaltender theologischer Austausch, in dem beide gegensätzliche Positionen vertraten, etwa zur analogia entis.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1720">
                  <persName>Schlink, Edmund</persName>
                  <occupation>Systematischer Theologe</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__981">
                  <persName>Jesus von Nazaret</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118557513</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Jesus von Nazaret (Anfang des 1. Jhdts.) war ein Wanderprediger und Lehrer aus Galiläa, der mit seiner Verkündigung von Liebe, Umkehr, Gerechtigkeit und dem bevorstehenden Reich Gottes schnell Anhänger fand. Den neutestamentlichen Berichten zufolge durchwanderte er mit zwölf Jüngern Judäa und Galiläa, vollbrachte Heilungen und reizte die religiösen Autoritäten durch seine unkonventionelle Deutung der Tora. Unter dem römischen Präfekten Pontius Pilatus wurde er in Jerusalem unter dem Verdacht des Aufruhrs gekreuzigt. Seine Anhänger verkündeten daraufhin seine Auferstehung, woraus das frühe Christentum entstand. Seine Gestalt prägt bis heute Theologie, Kultur und Geschichte.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1306">
                  <persName>Menn, Wilhelm Gustav</persName>
                  <occupation>Evangelischer Theologe und Pfarrer</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Studium der Theologie in Halle und Berlin, 1913 Promotion zum lic. theol. Im Ersten Weltkrieg wirkte M. als Feldgeistlicher, 1921 wurde er durch die rheinische Kirche zum Leiter des neugegründeten Sozialpfarramts berufen. Gemeinsam mit Hans  Schönfeld baute er das Internationale Sozialwissenschaftliche Institut in Genf auf und beschäftigte sich innerhalb der Ökumenischen Bewegung im sozialethischen Bereich. Die Nationalsozialisten lösten das Sozialpfarramt auf, M. wurde 1934 Pfarrer in Andernach und konnte in den Folgejahren in ökumenischer Tätigkeit wiederholt ins Ausland reisen. Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete M. die Ökumenische Centrale in Frankfurt/Main ein, deren Leiter er auch bis zu seinem Tod war.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1154">
                  <persName>Leese, Kurt</persName>
                  <occupation>Deutscher Religionsphilosoph</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/116855266</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Kurt Leese (6. Juli 1887 – 6. Januar 1965) war ein deutscher Pastor und Religionsphilosoph. Er studierte Theologie und Philosophie in mehreren deutschen Universitäten, wurde 1912 promoviert und wirkte zunächst als Pastor, zuletzt in Hamburg. Neben seiner kirchlichen Tätigkeit habilitierte er sich 1928 und lehrte als Privatdozent in Hamburg. 1932 trat er aus inneren Glaubenskonflikten aus dem Pfarramt zurück, blieb jedoch wissenschaftlich tätig. Nach zwischenzeitlicher Einschränkung seiner Lehrtätigkeit während der NS-Zeit wirkte er nach 1945 wieder als Hochschullehrer und beschäftigte sich vor allem mit Religionsphilosophie und Idealismus.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1049">
                  <persName>Kierkegaard, Sören</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118562002</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Søren Aabye Kierkegaard (5. Mai 1813 – 11. November 1855) war ein dänischer Theologe, Philosoph und Schriftsteller. Geprägt von der strengen Frömmigkeit seines Vaters, studierte er Theologie in Kopenhagen, löste 1841 seine Verlobung mit Regine Olsen und legte 1843 mit Entweder – Oder sein erstes großes Werk vor. Unter zahlreichen Pseudonymen verband er ästhetische, psychologische und religiöse Betrachtungen, während er unter eigenem Namen den christlichen Anspruch radikalisierte. In Werken wie Der Begriff Angst, Die Krankheit zum Tode und Einübung im Christentum entfaltete er seine Existenzphilosophie, die den einzelnen Menschen vor Gott in den Mittelpunkt stellt. Bis zu seinem Tod führte er in heftiger Polemik einen Angriff auf die dänische Staatskirche. Postum wurde er zum einflussreichen Begründer von Existenzphilosophie und -theologie.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__626">
                  <persName>Fricke, Otto</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__674">
                  <persName>Gerstenmaier, Eugen</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1954">
                  <persName>Troeltsch, Ernst</persName>
                  <birth>
                     <date>1865-02-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Haunstetten</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1923-02-01</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__37">Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118624024</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Ernst Peter Wilhelm Troeltsch (17. Februar 1865 – 1. Februar 1923) war ein deutscher Gelehrter mit Schwerpunkten in Theologie, Religionsgeschichte und Kulturtheorie. Nach akademischer Ausbildung an mehreren deutschen Hochschulen erhielt er ab 1894 Lehrstühle zuerst in Heidelberg und dann in Berlin. Seine Forschungen behandelten das Christentum als historisches Phänomen unter anderen Glaubensgemeinschaften und forderten eine vergleichende wissenschaftliche Annäherung daran. Er verband religiöse Untersuchungen mit soziologischem und philosophischem Denken, um auf die Fragen der modernen Gegenwart zu antworten. In Berlin trat er auch als Redner auf zu Fragen der europäischen Neugründung nach 1918 und unterstützte das demokratische System. Sein umfangreiches Werk prägte die Religionswissenschaft und Kulturphilosophie seiner Epoche.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1392">
                  <persName>Niemöller, Martin</persName>
                  <occupation>Deutscher evangelischer Theologe</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1717">
                  <persName>Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst</persName>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118608045</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (21. November 1768 – 12. Februar 1834) war ein evangelischer Theologe, Philosoph und Pädagoge. Er übertrug Platon ins Deutsche, schuf die Grundlagen der modernen Hermeneutik und gilt als Kirchenvater des 19. Jahrhunderts. In seiner Schrift Über die Religion von 1799 bestimmte er Religion als Sinn und Geschmack fürs Unendliche, in der Glaubenslehre von 1821/22 als Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit. Sein Denken vermittelte zwischen Rationalismus, Romantik und Erweckungsbewegung.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__320">
                  <persName>Bultmann, Rudolf</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Rudolf Karl Bultmann (20. August 1884 – 30. Juli 1976) war ein deutscher evangelischer Theologe und Professor für Neues Testament in Marburg. Mit seinem Programm der Entmythologisierung suchte er, die Botschaft des Neuen Testaments im existenziellen Sinn der Moderne verständlich zu machen. Bultmann verband historisch-kritische Exegese mit existentialistischer Hermeneutik und wurde zu einer der prägenden Gestalten der protestantischen Theologie des 20. Jahrhunderts.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><list xml:id="mentioned_letters"><head>erwähnte Briefe</head><item xml:id="L11272">Brief von Martin Niemöller an Paul Tillch vom 27. Dezember 1948</item></list></back></text>
</TEI>