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         <titleStmt>
            <title>Brief von Martin Niemöller an Paul Tillch vom 27. Dezember 1948</title>
            <author ref="#tillich_person_id__1392">Martin Niemöller</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
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         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
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               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
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            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
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                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 170(41)</idno>
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                  <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__1392">Martin Niemöller</persName>
               <date when="1949-01-10">10.01.1949</date>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__1392">Korrespondenz mit Martin Niemöller</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__1392" target="L11276.xml">Brief von Paul Tillich an Martin Niemöller vom 10. Januar 1949</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11275.xml">Brief von Don Meyer an Paul Tillich vom 3. Januar 1949</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11276.xml">Brief von Paul Tillich an Martin Niemöller vom 10. Januar 1949</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1949-01-10"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2026-05-16">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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            <opener>Kirchenpräsident<lb/>
               <rs ref="#tillich_person_id__1392" type="persom">D. Martin Niemöller</rs><lb/>
               (16) <rs ref="#tillich_place_id__1531" type="place">Büdingen (Hessen)</rs>, den <dateline><date when="1948-12-27">27.12.1948</date></dateline><lb/>
               Schloß<lb/>Schließfach 19- Telefon: Büdingen 368<lb/>
               Bankkonto: Büdinger Bank<lb/>
               aus techn. Gründen ev. Antwort erbeten<lb/>
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               <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herrn Prof. D. Paul Tillich</rs><lb/>Union Seminary<lb/>
               <hi rend="underline"><rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York, City, N.Y.</rs></hi>
               
               <salute>Sehr verehrter Herr <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Professor</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>Mit Interesse habe ich Ihren Artikel <q>Visit to Germany</q> in <q>Christianity and
                  Crisis</q>, vom 15. November 1948, gelesen. Ich habe ihm auch weitgehend zustimmen
               müssen, bis hin zu Ihrer etwas enthusiastischen Schilderung der heutigen Position der
               katholischen Kirche, die sich ja zweifellos beachtlicher Konversionen rühmen
               kann.</p>
            <p>Dagegen war ich einigermassen überrascht über Ihre Stellungnahme im letzten Teil des
               Aufsatzes, wo Sie sich über Bekennende Kirche und liberale Theologie auslassen und
               über die Gründung der Evangelischen Kirche in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>. Ich muss sagen, dass mir diese Stellungnahme
               ziemlich das genaue Gegenteil zu sein scheint von dem, was Tatsache ist. Sie werden
               doch gewiss <rs ref="#tillich_person_id__320" type="person">Bultmann</rs> als einen
                  <q>liberalen</q> Theologen in Anspruch nehmen; und er ist immer eine Säule der
               Bekennenden Kirche gewesen und ist es bis heute. Wenn von irgend einer Seite die alte
                  <q>Orthodoxie</q> wieder galvanisiert wird, dann sicherlich nicht von seiten der
               Bekennenden Kirche, sondern von denen, die die Schande ihrer Neutralität von gestern
               mit der Ehre ihrer orthodoxen Theologie von gestern und heute abwaschen möchten.</p>
            <p>Sie schreiben sogar von <q>Ketzergerichten</q>. Das eine Verfahren, das nach Ihrer
               Darstellung bereits stattgehabt hat, ist meiner Kenntnis entgangen, obgleich ich seit
               1945 der zweite Vorsitzende im Rat der Evangelischen Kirche in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> bin. Zwei Versuche,
                  <q>Ketzergerichte</q> zu arrangieren, kenne ich. Der eine richtet sich gegen einen
                  <rs ref="#tillich_person_id__2018" type="person">Pfarrer Weckerling</rs> in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs>, der sein <rs ref="#tillich_person_id__5071" type="person">Kind</rs> nicht taufen will oder
               wollte: dieser ist prononcierter BK-Pfarrer. Der andere Versuch richtet sich gegen
                  <rs ref="#tillich_person_id__320" type="person">Professor Bultmann</rs>, der
               gleichfalls in prononcierter Weise zur BK gehört.</p>
            <p>Und wo in aller Welt sind Sie nur jener <q>Kombination von Ignoranz und
                  Fanatismus</q> begegnet, die sich gegen die <q>Verteidiger der wissenschaftlichen
                  Methoden in der historischen Theologie und des Gebrauchs philosophischer
                  Konzeptionen in der systematischen Theologie</q> wendet?<pb n="2"/></p><p>
               <hi rend="underline">2. Bl. Schr. an <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Prof. D. Paul Tillich</rs>/Union Seminary <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> v. <date when="1948-12-27">27.12.1948</date></hi>
            </p><p>Nachdem ich Ihren Artikel gelesen haben, tut es mir doppelt leid, dass ich Ihnen während Ihres
               Deutschlandaufenthaltes nicht persönlich begegnet bin. Aber ich wäre Ihnen sehr
               dankbar, wenn Sie sich freundlichst die Mühe machten, meine Fragen zu beantworten und
               mir damit vielleicht Kenntnis zu verschaffen von Vorgängen, die sich für mich
               irgendwo hinter der Scene abgespielt haben möchten.</p>
            <closer>
               <salute>Mit verbindlichen Grüssen und herzlichen Segenswünschen für das Neue Jahr bin ich<lb/>Ihr sehr ergebener</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__1392" type="person"><hi rend="hand">D. Niemöller</hi><lb/>D. Niemöller</rs></signed>
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                  <persName>Weckerling, Rudolf</persName>
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                     <date>1911-05-03</date>
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                        <placeName>Biebrich (Wiesbaden)</placeName>
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                  <persName>Tillich, Paul</persName>
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                     <date>1886-08-20</date>
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                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
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                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
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                  <persName>Niemöller, Martin</persName>
                  <occupation>Deutscher evangelischer Theologe</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__320">
                  <persName>Bultmann, Rudolf</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Rudolf Karl Bultmann (20. August 1884 – 30. Juli 1976) war ein deutscher evangelischer Theologe und Professor für Neues Testament in Marburg. Mit seinem Programm der Entmythologisierung suchte er, die Botschaft des Neuen Testaments im existenziellen Sinn der Moderne verständlich zu machen. Bultmann verband historisch-kritische Exegese mit existentialistischer Hermeneutik und wurde zu einer der prägenden Gestalten der protestantischen Theologie des 20. Jahrhunderts.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson></back></text>
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