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         <titleStmt>
            <title>Brief von Hugo Simons an Paul Tillich vom 11. September 1948</title>
            <author ref="#tillich_person_id__4916">Hugo Simons</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
                  <postCode>1010</postCode>
                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 186(31)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, maschinenschriftlich mit handschriflichen Einfügungen</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
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      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__4916">Hugo Simons</persName>
               <date when="1948-09-11">11.09.1948</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__4916">Korrespondenz mit Hugo Simons</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__4916" target="L11044.xml">Brief von Paul Tillich an Hugo Simonsvom 5. Februar 1947</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11224.xml">Brief von Adolf Keller an Paul Tillich vom 7. September 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11146.xml">Brief von Paul Tillich an Kurt Leese vom 5. Juni 1948</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <creation><date type="sort" when="1948-09-11"/></creation></profileDesc>
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         <change who="MI" when="2026-04-30">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
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            <opener><dateline>den <date when="1948-09-11">11. Sept. 1948.</date><lb/>
                  <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Professor Paulus
                  Tillich.</rs><lb/> 99 Clermont Avenue.<lb/> Apt. 602.<lb/>
                  <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York. N.Y.</rs></dateline>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr
                  Tillich</rs>,</salute>
            </opener>
            <p>Es ist lange her, seitdem wir voneinander gehört haben, obschon das eigentlich
               insofern nicht stimmt, als ich viel über ihr Buch gehört und gelesen habe. Bis jetzt
               habe ich nicht die Zeit gefunden, es zu lesen, hoffe aber, dass ich noch dazu kommen
               werde.</p>
            <p>Seitdem ich Sie besucht habe, bin ich nicht wieder in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> gewesen. Sie werden sich
               erinnern, dass ich Ihnen von meinem Jungen <rs ref="#tillich_person_id__4917" type="person">Jan</rs>(22) gesprochen habe, der in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> bei <rs ref="#tillich_person_id__5011" type="person">De Gogorza</rs> Singen studiert. Er
               war während des Sommers drei Monate hier und wird heute Nacht nach <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> zurückfahren.</p>
            <p>Da ich gewöhnt bin, mit Ihnen Probleme des täglichen Lebens zu wälzen, obschon wir,
               oder wenigstens ich, damals in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> noch nicht so weise ware, als wir es jetzt sind, muss ich dort
               fortfahren, wo wir ungefähr vor 25 Jahren stehen geblieben sind. Das letzte Jahr war
               für mich und uns nicht einfach: ich verlor mit der Schliessung der Rationing hier
               meine Stellung und habe nichts Neues gefunden, was ja bei meinen 55 Jahren nicht so
               verwunderlich ist, weil ja in diesen Zeiten die <q>Überalterung</q> mit 22 beginnt.
               Wenn ich auch Blumen, die ich zog, und Honig, den ich gewann, verkaufte, so genügt
               das ja nicht um zwei Kindern eine höhere Erziehung zu geben. Glücklicher Weise hatten
               wir noch etwas Reserven, und inzwischen hat ein Freund von mir eine Fabrik gebaut,
               dich nun mit leiten werde: Sie werden lachen: eine Reinigung und Wäscherei hier in
                  <rs ref="#tillich_place_id__1489" type="place">St. Rose</rs>, ein sehr modernes
               Gebäude, das ich zu bauen geholfen habe. Sie werden verstehen, dass das Waschen
               schmutziger Wäsche ja eigentlich schon mein Beruf in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> war.– </p>
            <p>Wir kamen vorgestern in Produktion, aber natürlich muss die Sache zunächst aufgebaut
            werden, und so ist mein Einkommen immer noch nicht genügend, um z.B. den teilweisen Unterhalt
            meines Sohnes <rs ref="#tillich_person_id__4917" type="person">Jan</rs> zu bestreiten. Er hatte bis jetzt einen half time
            job als Chauffeur, sucht sich nun aber einen full time job, der es ihm ermöglicht, seine Studien
            fortzusetzen. Wenn er seinen Unterhalt noicht völlig bestreiten kann, <add place="left"><hi rend="hand">+(incl. Stunden)</hi></add>
            bin ich bereit, ihm noch einen Zuschuss zu geben.–<lb/><hi rend="underline">b.w.</hi><pb n="2"/>
            </p>
            <p>Die erste Bitte, oder vielmehr Frage, die ich habe, ist also, ob Sie ihm irgendwie
               behülflich sein können, einen <q>job</q> zu finden.</p>
            <p>Die zweite Frage ist, ob Sie irgend Jemanden wissen, der ihn als boarder aufnehmen
               würde. Er hatte eine sehr nette Unterkunft gefunden, aber die Leute, früher
               Frankfurter Zeitung, benötigen das Zimmer nun selbst. Natürlich würde er bezahlen,
               ich würde es aber sehr gerne sehen, wenn er eine Art <q>Heim</q> finden würde, wo er
               auch abends, wenigstens im Allgemeinen, essen könnte. Und dann ist es so sehr
               wichtig, das da ein Klavier ist, sodass er üben könnte, ohne endlose Strecken dafür
               fahren zu brauchen. Es würde auch schon wundervoll sein, wenn er überhaupt eine
               Ueben-Möglichkeit in der Nähe hätte.</p>
            <p>Giebt es in <rs ref="#tillich_place_id__319" type="place">New York</rs> keine Tante
               Tonis??</p>
            <p>Natürlich erwarte ich auf diesen Brief keine Antwort, bevor Sie <rs ref="#tillich_person_id__4917" type="person">Jan</rs> gesprochen haben. Ich glaube
               nicht, dass ich als Vater un-objektiv bin, wenn ich sage, dass er ein ganz besonders
               feiner Junge ist. Seine Stimme ist sehr vielversprechend für klassischen und auch
               natürlich Kirchengesang. Vielleicht haben Sie einmal Gelegenheit, ihm eine Chance zum
               Singen zu geben, bei sich oder Freunden, Sie werden es bestimmt geniessen.</p>
            <p>Es kommt mir ein wenig komisch vor, dass <hi rend="underline">ich</hi> <hi rend="underline">Ihren</hi>
            Rat in <hi rend="underline">praktischen</hi> Dingen erbitte. Ich weiss wie beschäftigt Sie sind und bitte
            Sie, dieses nur als eine Anregung anzusehen und nicht das Gefühl zu haben, dass ich Ihnen lästig fallen will.
            Irgend ein Zufall, wenn man so sagen will, mag sich ergeben, und deshalb wollte ich dass Sie unterrichtet
            sind, wenn der Junge Sie besucht.</p>
            <p>Wir sind alle wohl. <rs ref="#tillich_person_id__5012" type="person">George</rs>, der Aelteste ist nun auch mit seiner
            Frau in <rs ref="#tillich_place_id__1490" type="place">Montreal</rs>, wo sie im März meinen ersten Enkel bekamen, einen
            goldigen Jungen, <rs ref="#tillich_person_id__5013" type="person">Christopher John</rs>. Merkwürdig wie die Lebenswege verschlungen
            sind, auf denen sich die Kuh Bellona bestimmt nicht mehr zurecht finden würde.</p>
            <closer>
               <salute>Mit herzlichen Grüssen für <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Ihre Frau</rs> und Sie,<lb/>Ihr</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__4916" type="person"><hi rend="hand">Hugo Simons</hi></rs></signed>
            </closer>
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                  <persName>De Gogorza, Emilio Eduardo</persName>
                  <birth>
                     <date>1872-05-29</date>
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                        <placeName>New York</placeName>
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                     <date>1949-05-10</date>
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                        <placeName>New York</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Sänger</occupation>
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                  <persName>Simons, George</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5013">
                  <persName>Simons, Christopher John</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__4916">
                  <persName>Simons, Hugo</persName>
                  <occupation>Rechtsanwalt</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1261904826</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__4917">
                  <persName>Simons, Jan Hugo</persName>
                  <occupation>Sänger und Gesangspädagoge</occupation>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__122">
                  <placeName>Deutschland</placeName>
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