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            <titleStmt>
                <title>Brief von Walther Braune an Paul Tillichvom 10. August 1948</title>
                <author ref="#tillich_person_id__278">Walther Braune</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
                        <postCode>1010</postCode>
                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
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                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/126 (17)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__278">Walther Braune</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__52">Berlin-Zehlendorf</placeName>
                    <date when="1948-08-10">10.08.1948</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__278">Korrespondenz mit Walther Braune</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__278" target="L11242.xml">Brief von Paul Tillich an Walther Braunevom 7. Oktober 1948</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11210.xml">Brief von Emil Blum an Paul Tillich vom 9. August 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11213.xml">Brief von Gisela Hasch an Paul Tillich vom 11. August 1948</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1948-08-10"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2026-06-25" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
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            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener>Walther Braune<dateline><rs>Berlin-Zehlendorf</rs>, <date when="1948-08-10">10.8.48</date>.<lb/>Am Heidehof 36<note type="ea">Über dem Datum ist
                            handschriftlich vermerkt:<lb/><q>angekommen 21.8.48<lb/>abgeschickt am
                                " " "</q>.</note></dateline><salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr Tillich</rs>,</salute>
                </opener>
                <p>soeben höre ich, dass Sie <rs ref="#tillich_person_id__5273" type="person">Redslob</rs> aufsuchen will, um mit Ihnen über die Universitätssache zu
                    sprechen. Er ist einer der Herausgeber des <q>Tagesspiegels</q> und der
                    Wortführer für die freie Universität. (Dass er ein <rs ref="#tillich_person_id__690" type="person">Goethe</rs>-Buch schreibt wird
                    er Ihnen wahrscheinlich in den ersten Minuten selbst erzählen!<note type="ea">Gemeint ist vermutlich: <rs ref="#tillich_person_id__5273" type="person">Edwin Redslob</rs>: <rs ref="#tillich__739KF4IW" type="work">Goethes
                            Leben</rs>, das 1948 in zweiter veränderter Auflage erschien.</note>)
                    Seine Vorstellungen über eine neue Gestalt einer Universität sind sehr vage. Ich
                    versuchte ihm gerade zu erklären, dass uns <rs ref="#tillich_person_id__1833" type="person">Spranger</rs>
                    <supplied>–</supplied> dessen Ausführungen zu Ihrem Entwurf in der Frankfurter
                    Zeitung mich damals sehr geärgert haben – nicht viel helfen kann. Ich schreibe
                    Ihnen in Eile, weil ich besorgt bin, Sie könnten an sich und vielleicht auch
                    unter dem Eindruck von <rs ref="#tillich_person_id__5273" type="person">Redslob</rs> das Interesse an der Sache verlieren. Neulich im Gespräch habe
                    ich mir Mühe gegeben, Sie nicht zu drängen. Aber dazu muss ich mir Mühe geben.
                    Denn wenn ich auch versuche, die Bindungen, die Sie zu <rs ref="#tillich_place_id__684" type="place">Amerika</rs> haben zu
                    berücksichtigen, so überfällt mich zugleich immer wieder die schreckliche
                    Vorstellung, dass wir hier auf lange Zeit hin mit unserer Situation nicht fertig
                    werden, wenn Sie uns nicht, und zwar durch Ihr Hiersein, helfen. Das sehen Leute
                    wie <rs ref="#tillich_person_id__5273" type="person">Redslob</rs> oder <rs ref="#tillich_person_id__1919" type="person">Tiburtius</rs>, die uns auf
                    Grund Ihrer äusseren Stellung im Vorsprung sind, nicht so. Der Gedanke, dass
                    deren Interesse an Ihrer Person oder ein ungeschicktes Gespräch oder die
                    schleppende Behandlung der Sache Sie in Ihrer Entscheidung negativ bestimmen
                    könnte, macht mich<pb n="2"/> nervös. Ich bitte Sie sehr, uns, wenn wir diese
                    Leute vorsichtig umschiffen müssen, von der anderen Seite entgegenzukommen. Die
                    äusseren Schwierigkeiten (Beurlaubung vom Seminary usw.) werden durch
                    amerikanische Hilfe zu überwinden sein. Darüber liesse sich wahrscheinlich schon
                    viel ausmachen, wenn Sie, wie ich hoffe, jetzt noch mal nach <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> kommen.</p>
                <p>Also doch ein Drängen! Gerade so wie in dem nicht abgeschickten Geburtstagsbrief
                    vor genau zwei Jahren!</p>
                <closer><salute><hi rend="hand">Mit herzlichen Wünschen und
                            Grüssen</hi></salute><signed><rs ref="#tillich_person_id__278" type="person">Walther Braune</rs>.</signed></closer>
                <postscript>
                    <p>Ich dürfte Sie daran erinnern, dass ich an Ihren Leitsätzen zur Dogmatik sehr
                        interessiert bin.</p>
                </postscript>
            </div>
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    <back><listBibl><biblStruct type="book" xml:id="tillich__739KF4IW" corresp="http://zotero.org/groups/5701116/items/739KF4IW" n="Redslob, Goethes Leben, 1948">
          <monogr>
            <title level="m">Goethes Leben</title>
            <author>
              <forename>Edwin</forename>
              <surname>Redslob</surname>
            </author>
            <edition>2. Auflage</edition>
            <imprint>
              <pubPlace>Stuttgart</pubPlace>
              <publisher>Reclam</publisher>
              <date>1948</date>
            </imprint>
          </monogr>
        </biblStruct>
        </listBibl><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__1833">
                  <persName>Spranger, Eduard</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Der Philosoph und Pädagoge Eduard Spranger (1882–1963) hatte sich 1909 in Berlin habilitiert, war 1911 als außerordentlicher Professor an die Universität Leipzig berufen worden und kehrte schon 1912 als Ordinarius an die Berliner Universität zurück.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__278">
                  <persName>Braune, Walther</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
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                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1919">
                  <persName>Tiburtius, Joachim</persName>
                  <birth>
                     <date>1889-08-11</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Liegnitz</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1967-05-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Berlin (West)</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
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               <person xml:id="tillich_person_id__5273">
                  <persName>Redslob, Edwin</persName>
                  <birth>
                     <date>1884-09-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__543">Weimar</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1973-01-24</date>
                     <settlement>
                        <placeName>West-Berlin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Kunsthistoriker, Kulturpolitiker, Publizist und Universitätsrektor</occupation>
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               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__690">
                  <persName>Goethe, Johann Wolfgang von</persName>
                  <note type="bio">
                     <p>Johann Wolfgang von Goethe (28. August 1749 – 22. März 1832) gilt als der herausragendste deutsche Dichter und Verkörperung einer kosmopolitischen europäischen Geisteshaltung. Nach seiner frühen Sturm-und-Drang-Periode mit den Werken Götz von Berlichingen und Die Leiden des jungen Werther formte er in Weimar – angeregt durch eine Reise nach Italien und die enge Verbindung mit Schiller – die klassische Epoche durch Theaterstücke, naturkundliche Forschungen und den Entwicklungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre. In seinem Spätwerk schuf er den West-östlichen Divan, umfassende lebensgeschichtliche Aufzeichnungen sowie Wilhelm Meisters Wanderjahre und stellte unmittelbar vor seinem Tod den zweiten Teil des Faust fertig. Damit beeinflusst er Dichtung, Forschung und Kunst bis in die Gegenwart.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__684">
                  <placeName>Vereinigte Staaten von Amerika</placeName>
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