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            <title>Brief von Ernst Seeberger an Paul Tillich vom 16. Juli 1947</title>
            <author ref="#tillich_person_id__3444">Ernst Seeberger</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
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            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
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               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
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                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
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                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 184(18)</idno>
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                  <p>Brief, eigenhändig</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
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            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
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         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
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               <persName ref="#tillich_person_id__3444">Ernst Seeberger</persName>
               <date when="1948-07-16">16.07.1948</date>
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               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__3444">Korrespondenz mit Ernst Seeberger</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCorrespondence" source="#corresp__tillich_person_id__3444" target="L10046.xml">Brief von Ernst Seeberger an Paul Tillich vom 28. Mai 1934</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11187.xml">Brief von Kathryn E. Wagner an Paul Tillich vom 14. Juli 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11192.xml">Brief von Christian Herrmann an Paul Tillichvom 17. Juli 1948</ref></correspContext></correspDesc>
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            <language ident="deu">Deutsch</language>
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         <change who="MI" when="2026-04-12">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Onkel Paul</rs>!</salute>
            </opener>
            <p>Lass Dir bitte noch einmal für Deinen Besuch und für alles das, was Du gesagt hast,
               von Herzen danken. Ich will nicht viel Worte davon machen – vielleicht ist es ja auch
               gar nicht gut, jemand zu sagen, wie sehr man ihn schätzt. Aber gegenüber so manchen
               Blödigkeiten, die auch gestern Abend über Euer und unser Verhältnis zueinander – Ihr,
               die Ihr so lange draussen wart und dort auch wirklich eine neue Heimat erworben habt,
               und wir, die wir aus irgendwelchen Gründen hier bleiben durften – gesagt worden ist,
               möchte ich es noch einmal aussprechen, was ich auch schon gestern zu Dir persönlich
               gesprochen wissen wollte: wir haben Euch wirklich nötig, nicht als Zurückkehrende,
               aber als Gäste und Freunde. Die Zeit der Kämpfe geht nicht spurlos an uns vorüber,
               und wir haben viel Engigkeit und Leidenschaftlichkeit zu überwinden. Es ist eine sehr
               große Belastung, schon wieder in solcher Not zu stehen, der wir entronnen zu sein
               glaubten, und die Verantwortung in ihr zu tragen. Ich habe gewiss von da her eine
               übertriebene <add place="superlinear">sentimentale</add> Sehnsucht nach
               Kameradschaft, und es fällt mir schwer einzusehen, wie allein man in dieser Situation
               ist. Ich bin dem gar nicht gut gewachsen, und manche Empfindlichkeit für den Verdacht
               der Unlauterkeit mag sich daraus erklären. So ist denn die Luft, die Du mitgebracht
               hast, die Luft der Unberührtheit <add place="left">Wie schwer sie errungen worden ist
                  und welche Überwindung sie gekostet hat, das kann ich nur ahnen.</add>, der
               Sauberkeit und noblen Haltung, die Luft des freien Denkens, so ausserordentlich
               heilsam, und ich habe sie – von allem Sachlichen abgesehen – in diesen Tagen
               getrunken wie nie zuvor. Sie war das eigentliche Geschenk Deines Daseins hier für
               mich und dafür lass Dir danken.</p>
            <closer>
               <salute>Herzliche Grüsse und Wünsche für Deine Arbeit von Deinem</salute>
               <signed><rs ref="#tillich_person_id__3444" type="person">Ernst</rs>.</signed>
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                  <persName>Tillich, Paul</persName>
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                     <date>1886-08-20</date>
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                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
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                     <date>1965-10-22</date>
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                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
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                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
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                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
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               </person>
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                  <persName>Seeberger, Ernst</persName>
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