<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="L11183.xml" xml:base="https://tillich-briefe.acdh.oeaw.ac.at" prev="L11181.xml" next="L11185.xml">
    <teiHeader>
        <fileDesc>
            <titleStmt>
                <title>Brief von Hedda Jacobsen-Wirth an Paul Tillichvom 7. Juli 1948</title>
                <author ref="#tillich_person_id__5313">Hedda Jacobsen-Wirth</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
                    <address>
                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
                        <postCode>1010</postCode>
                        <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
                        </placeName>
                    </address>
                </publisher>
                <availability>
                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/155 (15)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich; Unterschrift eigenhändig</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <encodingDesc>
            <projectDesc>
                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
            </projectDesc>
            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__5313">Hedda Jacobsen-Wirth</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__504">Berlin-Charlottenburg</placeName>
                    <date when="1948-07-07">07.07.1948</date>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
                </correspAction>
            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__5313">Korrespondenz mit Hedda Jacobsen-Wirth</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11181.xml">Brief von Walter Dittmann an Paul Tillichvom 5. Juli 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11185.xml">Brief von Arno Hennig an Paul Tillichvom 13. Juli 1948</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1948-07-07"/></creation></profileDesc>
        <revisionDesc status="approved">
            <change when="2026-06-05" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
        </revisionDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <pb n="1"/>
                <opener><rs ref="#tillich_place_id__504" type="place">Charlottenburg</rs>
                    9<lb/>Reichsstrasse 95<lb/>Tel: 97 93 03<dateline><date when="1948-07-07">7.
                        Juli 48</date></dateline><salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus</rs>,</salute>
                </opener>
                <p>Seit zwei Jahren schon will ich immer an Sie schreiben und komme nicht dazu.
                    Jetzt lese ich soeben zu meiner grenzenlosen Freude, dass Sie in <rs ref="#tillich_place_id__37" type="place">Berlin</rs> sind und morgen in <rs ref="#tillich_place_id__52" type="place">Zehlendorf</rs> sprechen.</p>
                <p>Leider kann ich morgen nicht zu Ihrer Vorlesung kommen, werde aber an einem der
                    kommenden Tage versuchen dorthin zu gelangen, Sie zu hören und hoffentlich auch
                    Gelegenheit zu haben, ein paar Worte mit Ihnen zu wechseln und evtl. ein
                    Zusammensein zu vereinbaren.</p>
                <p>Viel ist geschehen, seit wir uns zuletzt sahen, im allgemeinen und im besondren.
                    Ich habe zwei meiner Kinder verloren und mein schönes Heim, dafür aber auch
                    manches gefunden an neuen Werten und Erkenntnissen – es gäbe viel zu berichten,
                    wohl von beiden Seiten.</p>
                <p>Unser gemeinsamer Freund <rs ref="#tillich_person_id__2020" type="person">Dox</rs> ist mir, obwohl wir brieflich immer in Verbindung standen,
                    menschlich eigentlich ganz abhanden gekommen und immer rätselhafter geworden.
                    Vielleicht ists Ihnen ebenso gegangen.</p>
                <p>Dies nur am Rande, denn diese Zeilen sollten Sie zunächst einmal nur vor mir
                    grüssen, wieder eine Brücke von Mensch zu Mensch schlagen und<pb n="2"/> Sie
                    ausserdem bitten, evtl. bei mir anzurufen, da ich ja nicht weiss, wo Sie zu
                    erreichen sind. Es meldet sich hier <rs ref="#tillich_person_id__5314" type="person">Prof. Quasebart</rs>, mein alter, leider schwerkranker Freund,
                    dessen Betreuung und Pflege jetzt meine Lebensaufgabe ist.</p>
                <closer><salute>Herzlichst und in der Hoffnung auf ein baldiges
                    Wiedersehen,</salute><signed>Ihre<lb/><hi rend="hand"><rs ref="#tillich_person_id__5313" type="person">Hedda
                        Jacobsen-Wirth.</rs></hi></signed></closer>
            </div>
        </body>
    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__2020">
                  <persName>Wegener, Carl Richard</persName>
                  <birth>
                     <date>1883-08-03</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__370">Rostock</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1967-07-11</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Neuruppin</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Jugendpastor und Oberstudiendirektor</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1169900925</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Carl Richard Wegener (3. August 1883 – 11. Juli 1967) war ein deutscher Pädagoge und Pfarrer. Er wirkte zunächst als Jugendpastor in Berlin-Lichterfelde, trat jedoch 1921 aus der Kirche aus und wechselte in den Schuldienst. Ab 1926 war er Studienrat in Naumburg und leitete von 1933 bis 1948 eine Schule in Kyritz. Seine Tätigkeit verband kirchliche und pädagogische Arbeitsfelder.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5313">
                  <persName>Jacobsen-Wirth, Hedda</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__5314">
                  <persName>Quasebart, ???</persName>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__52">
                  <placeName>Berlin-Zehlendorf</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>52.43333 13.25000</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2805059/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q324402</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__37">
                  <placeName>Berlin</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>52.52437 13.41053</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2950159/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q64</idno>
               </place>
               <place xml:id="tillich_place_id__504">
                  <placeName>Berlin-Charlottenburg</placeName>
                  <location type="coords">
                     <geo>52.51667 13.28333</geo>
                  </location>
                  <idno type="geonames">https://sws.geonames.org/2940187/</idno>
                  <idno type="wikidata">http://www.wikidata.org/entity/Q162049</idno>
               </place>
               </listPlace></back></text>
</TEI>