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                <title>Brief von Walter Dittmann an Paul Tillichvom 5. Juli 1948</title>
                <author ref="#tillich_person_id__5312">Walter Dittmann</author>
                <respStmt>
                    <resp>Editor</resp>
                    <name key="https://orcid.org/0009-0000-1606-0460">Cem Ölmez</name>
                </respStmt>
            </titleStmt>
            <editionStmt>
                <edition>
                    <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                        1933–1951</title>
                </edition>
            </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>
                    <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
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                        <street>Schenkenstraße 8–10</street>
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                            <settlement>Wien</settlement>
                            <country>Österreich</country>
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                    <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative
                        Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
                </availability>
            </publicationStmt>
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                <msDesc type="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <country>USA</country>
                        <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                        <institution>Harvard University</institution>
                        <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                        <collection>Tillich, Paul, 1886–1965. Papers, 1894–1974.</collection>
                        <idno>bMS 649/136 (49)</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Brief, maschinenschriftlich; Unterschrift eigenhändig</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
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                <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933–1951.</p>
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            <editorialDecl>
                <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
                    https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
            </editorialDecl>
        </encodingDesc>
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                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="#tillich_person_id__5312">Walter Dittmann</persName>
                    <placeName ref="#tillich_place_id__198">Hamburg</placeName>
                    <date when="1948-07-05">05.07.1948</date>
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                <correspAction type="received">
                    <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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            <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__5312">Korrespondenz mit Walter Dittmann</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11179.xml">Brief von Paul Tillich an Fedor Stepun vom 2. Juli 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11183.xml">Brief von Hedda Jacobsen-Wirth an Paul Tillichvom 7. Juli 1948</ref></correspContext></correspDesc>
            <langUsage>
                <language ident="deu">Deutsch</language>
            </langUsage>
        <creation><date type="sort" when="1948-07-05"/></creation></profileDesc>
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            <change when="2026-06-05" who="CO">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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    </teiHeader>
    <text type="letter">
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                <pb n="1"/>
                <opener><rs ref="#tillich_person_id__5312" type="person">Pastor Walter
                        Dittmann</rs><lb/><rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hamburg</rs>
                    13<lb/>Heimhuderstraße 92<dateline><rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hamburg</rs>, den <date when="1948-07-05">5. Juli
                        1948</date></dateline><salute>Sehr verehrter <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Herr
                        Professor</rs>!</salute>
                </opener>
                <p>Am Freitag, dem <date when="1948-07-02">2. Juli</date>, hielt <rs ref="#tillich_person_id__846" type="person">Herr Prof. Eduard Heimann</rs>
                    in unserem überfüllten Gemeindesaal einen Vortrag über <q>Christentum und
                        Demokratie</q>. Bei der Gelegenheit erfuhr ich erst von ihm, daß Sie kurze
                    Zeit in <rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hamburg</rs> gewesen sind
                    und hier zwei Vorträge gehalten haben.<note type="ea">Informationen über die
                        erwähnten Vorträge sind nicht bekannt.</note> Mir war diese Nachricht völlig
                    neu, ebenso wie sämtlichen anderen Teilnehmern unseres Gespräches. Die
                    Organisation der notwendigen Nachrichtenübermittlung ist in Universität und
                    Landeskirche so schlecht, daß Sie in <rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hamburg</rs> sprechen konnten, ohne daß diejenigen Menschen,
                    die den brennenden Wunsch gehabt hätten, Sie nach so langen Jahren wieder einmal
                    zu hören, auch nur die leiseste Ahnung davon hatten. Wäre Ihr Vortrag
                    bekanntgemacht worden, so hätte zweifellos das Auditorium maximum nicht
                    ausgereicht.</p>
                <p><rs ref="#tillich_person_id__846" type="person">Professor Heimann</rs> hat mich
                    jedoch gleichzeitig ermutigt, Ihnen eine Bitte vorzutragen. Wäre es nicht
                    möglich, daß Sie während Ihres <rs ref="#tillich_place_id__279" type="place">Marburger</rs> Aufenthaltes bzw. am Ende desselben noch einmal nach <rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hamburg</rs> kämen? Wir würden
                    Ihnen dafür garantieren, daß Sie vor einem vollen Hause sprechen würden. Es ist
                    nicht schwer, dies Versprechen abzugeben. Die Wahl des Themas möchte ich Ihnen
                    vollkommen freistellen. Sie kennen wohl die deutsche Situation in kirchlicher,
                    religiöser und politischer Hinsicht schon soweit, daß Sie selber wissen, wo ein
                    Wort von Ihrer Sicht der Dinge aus weiterführend wäre. Als Vortragsraum würde
                    ich gerne unseren Gemeindesaal vorschlagen, der 250 Personen faßt. Wenn es Ihnen
                    lieber wäre, könnten wir auch das Auditorium maximum der Universität nehmen.</p>
                <p>Ich spreche diese Bitte persönlich mit großer Dringlichkeit aus. In den Jahren
                    vor 1933 habe ich durch Ihre Bücher und Vorträge viel gelernt, auch dort, wo ich
                    Ihnen nicht ganz folgen konnte. Ich habe es mit vielen anderen oft bedauert, daß
                    uns in den späteren Jahren der Einschlag Ihres klaren, sauberen und
                    leidenschaftlichen Denkens fehlte. Sie selber werden sich meiner nicht erinnern,
                    obwohl ich ein- oder zweimal nach einem Vortrage mit Ihnen sprach. Dagegen
                    kennen Sie die beiden hamburgischen Pfarrer, mit denen ich damals am meisten
                    befreundet war, <rs ref="#tillich_person_id__944" type="person">Walther
                        Hunzinger</rs>, der jetzt in Wiesbaden ist, und <rs ref="#tillich_person_id__175" type="person">Max Behrmann</rs>.</p>
                <p>Sie werden diese persönliche Bitte aber nicht dahin mißverstehen, als ob ich nur
                    mein eigenes Anliegen, das allerdings dringlich genug ist, vorzubringen hätte.
                    Ich kenne eine Menge von Menschen, die unendlich dankbar wären, wenn Sie die
                    Möglichkeit hätten, meine Bitte zu erfüllen.</p>
                <closer><salute>Mit einem herzlichen Dank für alles das, was Ihr Denken mir bisher
                        bedeutet hat,</salute><signed>Ihr sehr ergebener<lb/><hi rend="hand"><rs ref="#tillich_person_id__5312" type="person">Dittmann</rs></hi></signed></closer>
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    <back><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__5312">
                  <persName>Dittmann, Walter</persName>
                  <occupation>evangelischer Theologe und Pastor</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/1161151966</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__944">
                  <persName>Hunzinger, Walther</persName>
                  <birth>
                     <date>1905-02-16</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__370">Rostock</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1972-04-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName key="#tillich_place_id__471">Wiesbaden</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>evangelischer Theologe</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/126545855</idno>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__175">
                  <persName>Behrmann, Max</persName>
                  <occupation>Pfarrer</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__846">
                  <persName>Heimann, Eduard</persName>
                  <occupation>Deutscher Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler</occupation>
                  <note type="bio">
                     <p>Eduard Heimann (11. Juli 1889 – 31. Mai 1967) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Gesellschaftstheoretiker. Nach Studien an mehreren europäischen Universitäten wurde er Anfang der 1920er Jahre in Kommissionen zu Verstaatlichungsfragen tätig. Ab 1925 lehrte er in Hamburg, verließ Deutschland jedoch 1933 und wirkte danach bis 1963 an einer New Yorker Hochschule. Sein theoretisches Werk konzentrierte sich auf die Analyse von Arbeitnehmerschutz, Versicherungssystemen und Tarifverträgen als Mechanismen zur Einkommensumverteilung und Innovation, die zugleich kapitalistische Strukturen stabilisieren, ohne sie zu zerstören. Er deutete Sozialpolitik nicht als Armenfürsorge, sondern als freiheitliche Gestaltung der Arbeitswelt mit paradoxer Doppelfunktion. Heimann entwickelte zudem ein Konzept der freiheitlichen Vergesellschaftung als Gegenmodell zu sowjetischen Systemen. Religionssoziologisch interpretierte er Glaubenssysteme als gesellschaftlich integrierende Kraft und rationalistisches Denken als desintegrierend.</p>
                  </note>
               </person>
               </listPerson><listPlace><place xml:id="tillich_place_id__279">
                  <placeName>Marburg an der Lahn</placeName>
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