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         <titleStmt>
            <title>Brief von Leonie Dotzler-Möllering an Paul Tillich vom 29. Juni 1948</title>
            <author ref="#tillich_person_id__486">Leonie Dotzler-Möllering</author>
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               <resp>Editor</resp>
               <name key="https://orcid.org/0009-0000-3962-1240">Manuel Inselmann</name>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <editionStmt>
            <edition>
               <title type="editionstitel">Edition der Korrespondenz von Paul Tillich
                  1933-1951</title>
            </edition>
         </editionStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>
               <name>Institut für Systematische Theologie und Religionswissenschaft</name>
               <address>
                  <street>Schenkenstraße 8-10</street>
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                  <placeName ref="#tillich_place_id__470">
                     <settlement>Wien</settlement>
                     <country>Österreich</country>
                  </placeName>
               </address>
            </publisher>
            <availability>
               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons
                  Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
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            <msDesc type="typescript">
               <msIdentifier>
                  <country>USA</country>
                  <settlement ref="#tillich_place_id__82">Cambridge, MA</settlement>
                  <institution>Harvard University</institution>
                  <repository>Harvard Divinity School Library</repository>
                  <collection>Tillich, Paul, 1886-1965. Papers, 1894-1974.</collection>
                  <idno>bMS 137(20)</idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Brief, eigenhändig</p>
                  <!-- SIEHE DAZU PHYSDECS-DOKUMENT AUF SERVER -->
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <encodingDesc>
         <projectDesc>
            <p>online-Edition: Edition der Korrespondenz von Paul Tillich 1933-1951.</p>
         </projectDesc>
         <editorialDecl>
            <p>Die Ausgabe folgt folgenden Editorischen Richtlinien des DTA-Basisformats. Vgl.
               https://www.deutschestextarchiv.de/doku/basisformat/</p>
         </editorialDecl>
      </encodingDesc>
      <profileDesc>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="#tillich_person_id__486">Leonie Dotzler-Möllering</persName>
               <date when="1948-06-29">29.06.1948</date>
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            <correspAction type="received">
               <persName ref="#tillich_person_id__1928">Paul Tillich</persName>
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         <correspContext><ref type="belongsToCorrespondence" target="#corresp__tillich_person_id__486">Korrespondenz mit Leonie Dotzler-Möllering</ref><ref subtype="previous_letter" type="withinCollection" target="L11175.xml">Brief von Walther Werner an Paul Tillichvom 28. Juni 1948</ref><ref subtype="next_letter" type="withinCollection" target="L11178.xml">Brief von Wim P. J. Wesseldijk (Nederlandse Christen-Studenten Vereinigung) an Paul Tillichvom 1. Juli 1948</ref></correspContext></correspDesc>
         <langUsage>
            <language ident="deu">Deutsch</language>
         </langUsage>
      <creation><date type="sort" when="1948-06-29"/></creation></profileDesc>
      <revisionDesc status="approved">
         <change who="MI" when="2026-04-05">Initiale Auszeichnung des Transkripts</change>
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   <text type="letter">
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         <div type="writingSession">
            <pb n="1"/>
            <opener><rs ref="#tillich_person_id__486" type="persom">LEONIE
               DOTZLER-MÖLLERING</rs><lb/> gesch. Krüger.<lb/>(Zu Ihrer
                     Orientierung.)<dateline><date when="1948-06-29">29. VI. 48</date></dateline>
               <salute>Lieber <rs ref="#tillich_person_id__1928" type="person">Paulus
                  Tillich</rs>,</salute>
            </opener>
            <p>schon die ganzen letzten Jahre habe ich gehofft, daß Sie wieder in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs> auftauchen würden.
               Heute nun las ich in der <q>Welt</q> von Ihrer Gastvorlesung in <rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hamburg</rs>, und ich schreibe Ihnen
               diese Zeilen um Ihnen zu sagen, wie sehr ich mich freue, indirekt wieder von Ihnen zu
               hören. Ich hoffe sehr, daß Sie dieser Brief noch in <rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hamburg</rs> erreicht; ohne Währungsreform wäre ich rübergewirbelt
               und hätte mich im Kolleg vor Ihnen in <unclear>alter</unclear> Länge aufgepflanzt.
               Ohne Währungsreform hätte ich auch das Telefon spielen lassen, aber so... Wie geht es
               Ihnen und Ihrer Familie, wie vor allem Ihrer <rs ref="#tillich_person_id__1923" type="person">Frau</rs>? – Sie werden über mich lächeln,
               wenn ich Sie bitte: bleiben Sie doch in <rs ref="#tillich_place_id__122" type="place">Deutschland</rs>. Wir brauchen solche Männer wie Sie. Schauen Sie sich doch um,
               was Sie sehen! Alles Kreaturen, kein freier Geist! – Von mir ist nicht viel zu sagen.
               Ich änderte meine Anschrift – wie Sie aus dem Briefkopf entnehmen in doppelter
               Hinsicht – wurde in <rs ref="#tillich_place_id__126" type="place">Dresden</rs> total
               ausgebombt, kam mit Mühe mit dem Leben davon, war aber bis 43 noch <q>rasende
                  Reporterin</q> in den Neuesten Nachrichten". Die schöne Zeichnung von dem
               einen Fest bei Ihnen, als Sie jeden Ihrer Gäste mit einem <unclear>Poem</unclear>
               begrüßten, hatte ich mir aufgehoben, und wenn ich sie ansah, mußte ich immer wieder
               an jene bezaubernde Atmosphäre Ihrer und der Ihres<pb n="2"/> Kreises damals in <rs ref="#tillich_place_id__126" type="place">Dresden</rs> denken. Ich suche seit
               Kriegsende etwas über <unclear>Krauses</unclear> Schicksal zu erfahren, bisher ohne
               Ergebnis. Ich schrieb an <unclear><rs ref="#tillich_person_id__1040" type="person">Kempner</rs></unclear><!-- Zuordnung unklar, Kempner war auch Journalist und war 1948 in Nürnberg -->
               nach <rs ref="#tillich_place_id__327" type="place">Nürnberg</rs> erhielt aber nie
               eine Antwort. Es hat ihn anscheinend <unclear>verdrießt</unclear>, daß ich ihn auf
               eine gemeinsam verlebte mondbeglänzte Zaubernacht im <unclear>Thranertdner</unclear>
               Garten hinzuweisen wagte. Ich hoffe, Sie nehmen mir das weniger übel. Unter den
               wenigen geretteten Photos befindet sich auch ein kleinen Bildchen von einem
               gemeinsamen Badebesuch bei <q><unclear>Antons</unclear></q> an der Elbe. Das muß etwa
               1927 od 28 gewesen sein. Ja, 20 Jahre sind eine lange Zeit! – Haben Sie <rs ref="#tillich_place_id__126" type="place">Dresden</rs> nach der Schreckensnacht
               wiedergesehen? Wenn nicht, so können Sie sich keinen Begriff von dieser restlosen
               Zerstörung machen. Alte Hochschule, Elias Str. 11, alles dem Erdboden gleich. Vom
               Reichsplatz bis zur Elbe steht kein Haus mehr. – Was ich tue und treibe? Ich komme
               mir wie Iphigenie vor, das Land der Griechen mit der Seele suchend. Ansonsten: <q>...
                  schon einem <unclear>rauhen</unclear> Gatten zu gehorchen, ist Pflicht und
                     <unclear>Trost</unclear> zugleich...</q> Des weiteren suche ich meine
               Feuilletons an den Mann zu kriegen. Meine Tochter, <rs ref="#tillich_person_id__4908" type="person"> Anke Sybille Krüger</rs>, ist jetzt 18 Jahre alt. Sie ist jetzt zu
               einem Internationalen Jugendkongreß in die <rs ref="#tillich_place_id__397" type="place">Schweiz</rs> eingeladen worden, worauf sie mächtig stolz ist. – Aber
               ich langweile Sie mit all den Einzelheiten. Wenn sie fünf Minuten Zeit haben und mir
               eine große Freude machen wollen – vorausgesetzt, daß Sie noch in <rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hamburg</rs> sind – rufen Sie mich doch
               einmal an. <unclear>Schnellverbinder</unclear> Hamburg-Lübeck. Unsere Nummer 20955 –
               Oder – um das Maß unseres Glückes voll zu machen: Besuchen Sie mich, Sie sind
               herzlich eingeladen, und auch mein Mann würde sich riesig freuen, Sie zu sehen.
               <rs ref="#tillich_place_id__274" type="place">Lübeck</rs> – <unclear>od km</unclear> v. <rs ref="#tillich_place_id__198" type="place">Hbg</rs> entfernt– der Zug fährt eine Stunde.<add place="left">Aber das
                  ist wohl zu vermessen – aber schön wär's! </add>
            </p>
           <closer>
               <salute><add place="left">Ihnen allerherzlichste Grüße und Wünsche von Ihrer
                  </add></salute>
              <signed><add place="left"><rs ref="#tillich_person_id__486" type="person">Leonie
                        Dotzler-Möllering</rs>.</add></signed>
            </closer>
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               </listPlace><listPerson><person xml:id="tillich_person_id__486">
                  <persName>Dotzler-Möllering, Leonie</persName>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1928">
                  <persName>Tillich, Paul</persName>
                  <birth>
                     <date>1886-08-20</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Starzeddel, Niederschlesien (heute Polen)</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1965-10-22</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Chicago, Illinois, USA</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <occupation>Theologe, Religionsphilosoph und Pfarrer</occupation>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/118622692</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Paul Tillich (20. August 1886 – 22. Oktober 1965) war ein deutscher evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach seiner Tätigkeit als Feldprediger im Ersten Weltkrieg lehrte er an verschiedenen Universitäten in Deutschland, bis er 1933 emigrieren musste und in den USA wirkte, unter anderem in New York, Harvard und Chicago. Tillich entwickelte eine Theologie der Kultur und verstand Religion als das „was uns unbedingt angeht“. In seiner „Systematic Theology“ formulierte er die Methode der Korrelation und deutete Gott als „Macht des Seins“. Seine Arbeiten verbinden Theologie, Philosophie und Existenzdenken und hatten großen Einfluss auf das religiöse Denken der Moderne.</p>
                  </note>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1040">
                  <persName>Kempner, Robert Max Wassilli</persName>
                  <occupation>Jurist und Journalist</occupation>
               </person>
               <person xml:id="tillich_person_id__1923">
                  <persName>Tillich, Hannah</persName>
                  <birth>
                     <date>1896-05-17</date>
                     <settlement>
                        <placeName>Rotenburg a. d. Fulda</placeName>
                     </settlement>
                  </birth>
                  <death>
                     <date>1988-10-27</date>
                     <settlement>
                        <placeName>East Hampton, NY</placeName>
                     </settlement>
                  </death>
                  <idno type="gnd">https://d-nb.info/gnd/119096102</idno>
                  <note type="bio">
                     <p>Hannah Tillich (17. Mai 1896 – 27. Oktober 1988) war eine deutsche und später US-amerikanische Zeichenlehrerin, Malerin, Schriftstellerin und Modell. Aufgewachsen im Pfarrhaus ihrer Eltern in Rotenburg an der Fulda, absolvierte sie von 1912 bis 1916 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstschule zu Berlin und arbeitete ab 1919 als Zeichenlehrerin in Berlin-Neukölln. 1920 heiratete sie den Maler Albert Gottschow, von dem sie sich nach kurzer Ehe und einem persönlichen Schicksalsschlag wieder trennte. 1924 ging sie die Ehe mit Paul Tillich ein, mit dem sie in Marburg, Dresden und Frankfurt lebte und 1933 in die USA emigrierte. Nach der Geburt zweier Kinder nahm sie Mitte der 1930er Jahre ihre künstlerische und schriftstellerische Tätigkeit wieder auf. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihrer autobiographischen Schrift From Time to Time (1973), in der sie offen über ihr Leben und ihre Ehe berichtete; eine deutsche Ausgabe erschien erst 1993.</p>
                  </note>
               </person>
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                  <persName>Krüger, Anke Sybille</persName>
               </person>
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